Markgrönigen / MICHAELA GLEMSER  Uhr
In Markgröningen ist man sauer. Fördermittel für ein Feuerwehrauto wurden nicht gewährt. Jetzt behält man sich rechtliche Schritte vor.

Die Feuerwehr Markgröningen hat in ihrem Fahrzeugbestand auch einen Drehleiterwagen, den sie gemäß Feuerwehrbedarfsplan für die eigene Gemarkung, aber auch für die überörtliche Einsatzplanung als erste Drehleiter für Schwieberdingen sowie als zweite Drehleiter für Asperg, Möglingen und Vaihingen vorhalten muss. Allerdings entspricht das Markgröninger Drehleiter-Modell von 1988 nicht mehr dem Stand der Technik, eine Wartung lohnt sich nicht. Daher hat die Stadtverwaltung eine Landesförderung mit einem erhöhten Zuschuss für die überörtliche Bereitstellung beantragt. Gewährt wurden jedoch nur 188.000 Euro.

Die Stadt legt dagegen Widerspruch ein und nahm parallel eine zweite Förderung vom Landkreis Ludwigsburg für sich in Anspruch, der ebenfalls Feuerwehrfahrzeugen zusteht, die für überörtliche Einsätze nötig sind. Doch auch dieser Zuschussantrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Markgröninger Drehleiter nur geringe Einsatzzahlen in den anderen Kommunen aufweisen könne. "Wir haben auch dagegen Widerspruch eingelegt und darum gebeten, diesen Sachverhalt dem Regierungspräsidium Stuttgart zur Entscheidung vorzulegen. Wenn es unsere Pflicht ist, eine Drehleiter auch für andere Gemeinden vorzuhalten, muss dies auch entsprechend bezuschusst werden", betonte Markgröningens Bürgermeister Rudolf Kürner in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Thomas Farian, erklärte, dass die Kosten durch die Vorhaltung der Drehleiter entstünden und nicht durch deren konkreten Einsatz. "Sollen wir uns etwa wünschen, dass es in Schwieberdingen häufiger brennt?", so Farian verärgert. Für Claudia Thannheimer von der CDU waren die beiden Ablehnungen der gewünschten Förderungen ebenfalls nicht nachvollziehbar. Sie ermunterte die Stadt dazu, notfalls die ihr zustehenden Zuschüsse gerichtlich durchzusetzen. "Es wäre eigentlich Aufgabe des Kreises, Markgröningen bei dieser Aufgabe zu entlasten. Wir zahlen schließlich auch Kreisumlage", machte sie deutlich. Auch die Mitglieder der SPD-Fraktion und der GAL sprachen sich dafür aus, Markgröningens Ansprüche vor Gericht geltend zu machen. Rainer Gessler von den Freien Wählern erläuterte, dass er in dieser Angelegenheit bereits beim Landesbranddirektor Hermann Schröder nachgefragt habe, der ebenfalls die Markgröninger Position gestärkt habe. Schröder hat die oberste Aufsicht über das Feuerwehrwesen im Land. Die Verantwortlichen der Markgröninger Stadtverwaltung wollen nun schriftlich eine positive Stellungnahme von Schröder einfordern.

Das neue Fahrzeug muss im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung erworben werden. Die Kosten werden auf rund 505.000 Euro geschätzt, wobei auf die Stadt abzüglich des bereits gewährten Landeszuschusses von 188.000 Euro noch 317.000 Euro zukommen würden.