Bürgermeister-Gespräche Spürbare Besserungen für Feuerwehr und Ökologie

Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch freut sich über das neu renovierte Feuerwehrhaus im Stadtteil Ensingen.
Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch freut sich über das neu renovierte Feuerwehrhaus im Stadtteil Ensingen. © Foto: Helmut Pangerl
Vaihingen / Von Mathias Schmid 11.01.2018

Große Pläne hängen im Zimmer von Gerd Maisch. Es geht um eine kleine Garten- oder Landesgartenschau, die Vaihingen zwischen 2026 und 2030 in die Stadt holen will. Damit verbunden ist auch die Neugestaltung des Enßle-Areals, das in der Bürgerschaft für Widerstand sorgt.

Gesamtbilanz 2017: Maisch bescheinigt der Stadt ein gutes zurückliegendes Jahr. „Wir sind auf jeden Fall wirtschaftlich stabil. Aber auch was die Stadtentwicklung angeht, haben wir einige Projekte realisiert und wichtige auf den Weg gebracht.“ Bei einem Projekt muss die Stadt eine „Ehrenrunde“ drehen: Über die Neugestaltung des Enßle-Areals entscheiden am 18. März die Bürger (die BZ berichtete).

Wichtigste Investitionen 2017: Maisch hebt das Fernwärmenetz in Gündelbach für 2,7 Millionen Euro hervor. „Da haben wir auch ökologisch viel erreicht. Rund 140 Häuser sind mittlerweile an das Netz angeschlossen. „Der halbe Ort hängt an diesem Fernwärmenetz“, ist der Stadtchef stolz. Gespeist wird die Anlage von der Deponie. Dort wird Gas zu Strom gemacht, die Abwärme fließt jetzt nach Gündelbach. „Das freut uns, weil es auch mal ein positiver Effekt aus dem Deponiebetrieb ist“, meint er mit Blick auf die Diskussionen um die freigemessenen Abfälle aus Neckarwestheim, die unter anderem in Horrheim gelagert werden sollen.

Auch über den fertigen Umbau des neuen Feuerwehrhauses  in Ensingen für 590 000 Euro freut sich der Bürgermeister. Neu sind hier die Fahrzeughalle und die Umkleideräume. Maisch nennt es „eine spürbare Verbesserung“. Bisher hatten sich die Helfer in der Fahrzeughalle umgezogen.

Haushaltslage zum Jahresende 2017: Erneut wird der Jahresabschluss besser ausfallen als geplant. Auch aus der Steuerschätzung des Novembers werden Verbesserungen erwartet. „Wir sind stabil und können solide finanzieren. Die Dinge, die wir unbedingt machen wollen, können wir auch machen“, betont der OB. Luxusprojekte seien nach wie vor nicht umsetzbar.

Wichtigste Projekte 2018: „Ein Projekt, das wir seit Jahren diskutieren“, ist der Bau einer neuen Sporthalle. „Jetzt kann dieses 2018 endlich angegangen werden, die Weichen stellenden Beschlüsse sind gefasst“, freut sich Maisch. Am Alten Postweg hat die Stadt dafür bereits 2016 das entsprechende Grundstück gekauft, das Projekt, das 6 bis 7 Millionen Euro kosten soll, wird nun im Detail geplant. Ende des Jahres soll es mit dem Bau losgehen.

Ebenfalls nicht erst 2017 kam der Wunsch einer Parkplatzverbesserung am Bahnhof auf. „Jetzt haben wir es auf den Weg gebracht“. Das Parkhaus wird rund 3 Millionen Euro kosten. 213 neue Abstellplätze sollen entstehen. Hier könnte es bereits im Sommer losgehen. Dort parkende Bahnfahrer müssen sich aber auch auf Gebühren einstellen.

Auch der Bau des Kindergartens im Osterwieseneweg mit einem Investitionsvolumen von 3,5 Millionen Euro, ist für Maisch ein wichtiges Projekt. Zudem soll es ein kleines Baugebiet im Stadtteil Ensingen mit rund drei Hektar als „interne Entwicklung“ geben.

Aussichten für 2018: Das erste bilanziell positive Ergebnis seit 2012 das neue Haushaltsrecht eingeführt wurder, hat die Stadt im verabschiedeten Haushaltsplan 2018 präsentiert. In allen sechs Jahren hatten die Planungen ein kleines Minus vorgesehen, nur 2014 stand allerdings am Ende tatsächlich eine rote Zahl. „Das ist wichtig, da so die Generationengerechtigkeit gegeben ist.“

Persönliche Erwartungen: Maisch hofft, „dass das hohe Engagement, das die Bürgerinnen und Bürger zeigen, weiter positiv für die Stadtentwicklung eingesetzt werden kann.“ Ein großer Wunsch sei es auch, dass die Innenstadt noch attraktiver wird. „Da spielen so viele Dinge eine Rolle – nicht nur Einzelhandel, sondern auch Gastronomie“, schaut er besorgt aus dem Rathausfenster in Richtung Fußgängerzone, in der die eine Wirtschaft leersteht und die andere die Öffnungszeiten gekürzt hat. Sollte es hier wieder ein größeres Angebot geben, wünscht er sich, dass dies von der Bevölkerung auch genutzt wird.

Die geplante Bebauung des Enßle-Areals muss die Stadt die angesprochene Ehrenrunde in Form eines Bürgerentscheids am 18. März drehen. „Wir werden sehen, ob die Bürgerschaft diese Entwicklung mitträgt“, sagt Maisch. Dafür will die Verwaltung vor allem noch Informationen an die Bürger herantragen. Der Schultes glaubt, „dass wir gute Argumente haben.“

Verärgerung löst auch weiterhin der stockende Ausbau der WEG-Trasse zwischen Kleinglattbach und Enzweihingen als Fahrradweg aus. Derzeit wird auf das Verkehrsministerium gewartet, das dem Stilllegungsantrag der Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) zustimmen muss. Währenddessen wartet die Gesellschaft für Eisenbahnbetrieb (GfE) auf ein „rechtlich korrektes Angebot, um den Bahnbetrieb wieder aufzunehmen“. „Es ist sehr schade, dass wir hier etwas, die von Bevölkerung, Gemeinderat, Verband Region Stuttgart und Land gewünscht und gefördert wird, nicht umsetzen können – obwohl jedem klar ist, dass dort keine Eisenbahn mehr fahren wird.“ Die Trasse werde durch den geplanten Radweg gar gesichert.

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