Bilanz Sersheimer Finanzen entwickeln sich positiv

Sersheim / Michaela Glemser 21.07.2018

Freude gab es über die Zahlen, die Kämmerer Matthias Hirner den Sersheimer Gemeinderäten am Donnerstag präsentiert hat. Die Jahresbilanz 2017 für den letzten Haushalt nach kameralistischem Haushaltsrecht fiel erheblich besser aus, als es der Etatplan prognostiziert hatte: Statt 390 300 Euro wurden dem Vermögenshaushalt 1,92 Millionen Euro vom Verwaltungsetat zugeführt. Möglich wurde dies vor allem durch die gestiegenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die mit 3,17 Millionen Euro rund 1,17 Millionen über dem Haushaltsansatz lagen.

Auch bei anderen Einnahmen im Verwaltungshaushalt konnte Kämmerer Matthias Hirner ein Plus verbuchen, sodass sich auf der Habenseite statt den geplanten 12,46 Millionen Euro 14,13 Millionen angesammelt haben. Bei den Ausgaben des Verwaltungshaushalt registrierte Hirner einige Einsparungen. So lagen die Personalausgaben mit insgesamt 2,65 Millionen Euro immerhin 55 000 Euro unter dem Planansatz. Weitere 106 000 Euro wurden beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand eingespart, da angedachte Bewirtschaftungsmittel und Geschäftsausgaben nicht vollständig benötigt wurden.

Im Vermögenshaushalt 2017 machten sich auf der Habenseite neben der guten Zuführungsrate auch die Ausschüttungen der Grundstückserlöse aus dem Zweckverband Eichwald mit 540 000 Euro bemerkbar. Um 1,61 Millionen Euro wurde das Finanzpolster der Gemeinde aufgestockt, das zum Jahresende einen Stand von 4,57 Millionen Euro erreicht hatte. Ursprünglich hatte Hirner mit einer Rücklagenzuführung von 130 000 Euro kalkuliert.

„Klar kommt uns auch die erfreuliche allgemeine wirtschaftliche Lage zugute, aber wir haben auch gut gewirtschaftet. Unsere Rücklage ermöglicht es uns, in den sozialverträglichen Wohnungsbau zu investieren, denn der Bedarf ist enorm“, betonte Sersheims Bürgermeister Jürgen Scholz. Er spielte damit auf einen schlüsselfertigen Neubau in der Sedanstraße/Backgasse an, den ein Bauträger errichten wird und den die Gemeinde erwerben will, um dort Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen anzubieten. Baubeginn soll im Herbst dieses Jahres sein. Auch der Kredit, den Sersheim 2013 für den Ausbau der Kinderbetreuung aufgenommen hatte, wurde weiter getilgt und soll bis 2023 abbezahlt und Sersheim damit schuldenfrei sein.

Ebenso erfreulich fällt der Finanzzwischenbericht für das laufende Haushaltsjahr aus, den Kämmerer Hirner am Donnerstag ebenfalls vorstellte. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die mit 2 Millionen Euro im Etatplan 2018 festgesetzt worden waren, liegen bereits jetzt 870 000 Euro über dem Planansatz. Insgesamt schätzt Hirner, dass die Erträge im Ergebnishaushalt rund 980 000 Euro besser sein werden als erwartet. Damit können auch der Ergebnisrücklage mehr Finanzmittel, statt 500 000 Euro wohl mehr als eine Million Euro, zugeführt werden. „So können wir das in der Finanzplanung prognostizierte negative Haushaltsergebnis im Jahr 2019 ausgleichen, und alle Abschreibungen sind durch die entsprechenden Erträge gedeckt. Wir können einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen“, erklärte der Kämmerer. Ende 2018 soll die Kommune über 2,8 Millionen Euro an liquiden Mitteln verfügen.

Die Gemeinderäte nahmen die poZahlen erfreut zur Kenntnis. Gertrud Grau (CDU) mahnte jedoch: „Wir müssen trotz der guten Finanzen sorgsam sein, denn die wirtschaftliche Lage kann sich auch schnell wieder ändern.“.

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