BZ-Schulpreis Selbstbewusst durch Fitness

Das Projekt „Fitness“ der Kraichertschule in Sachsenheim erhielt den zweiten Platz beim BZ-Schulpreis. Durch das Training erhalten die Kinder mehr Selbstbewusstsein und lernen Vereinsstrukturen kennen.
Das Projekt „Fitness“ der Kraichertschule in Sachsenheim erhielt den zweiten Platz beim BZ-Schulpreis. Durch das Training erhalten die Kinder mehr Selbstbewusstsein und lernen Vereinsstrukturen kennen. © Foto: Kraichertschule
Von Carolin Domke 19.06.2018

Sich bewegen und sportlich aktiv sein ist etwas, was den Kindern der Kraichertschule in Sachsenheim unglaublich viel Spaß macht. Seit mittlerweile drei Jahren trainiert ein Mitglied des TV Großsachsenheim mit den Schülern der Klassen 5 bis 7, zeigt ihnen die Geräte und motiviert sie auf diese Weise zu mehr Selbstbewusstsein. Die Kooperation zwischen Schule und Verein verschafft den Kindern der Förderschule über dies hinaus Normalität im Alltag und bereitet sie auf alltägliche Lebenssituationen vor. „Die Kinder lieben das Exklusive. Sie fühlen sich dann nicht als Schüler, sondern als Kunde“, erklärt Schulleiterin Susanne Pohl.

Für viele Kinder des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums ist die sportliche Betätigung nicht selbstverständlich, meint Pohl, denn ein Großteil stamme aus sozial benachteiligten Familienverhältnissen und sei in der Freizeit nur wenig sportlich aktiv. Was das Projekt unter anderem auszeichnet, ist, dass die Kinder die Möglichkeit haben unterschiedliche Sportarten auszuprobieren. „Es gab einmal Karate, Tanz, Gymnastik sowie einen Kraft- und Koordinationszirkel für Ausdauer. In einer dreiviertel Stunde haben die Schüler zwölf Geräten durch“, sagt Pohl. Das Programm läuft immer unter der Anleitung eines erfahrenen Sonderpädagogen oder Fitnesscoach.

Im Projekt „Fitness“ geht es jedoch nicht allein um Gewichte heben, Seilhüpfen oder Ausdauertraining. Die sportlichen Aktivitäten verschaffen den Schülern mehr Selbstvertrauen, sie werden aufgeschlossener, erfahren Glücksgefühle durch das Erreichen von Zielen. Und noch mehr: Sie lernen Vereinsstrukturen kennen und werden auch mit Hygienemaßnahmen vertraut gemacht, die ebenfalls für viele nicht selbstverständlich sind, fügt Susanne Pohl hinzu. Das richtige Verhalten in öffentlichen Räumen zu erlernen sei ebenso ein Faktor wie sich mit unterschiedlichen Kommunikationsformen vertraut zu machen, Regeln zu beachten und die Anweisungen des Trainers als Autoritätsperson zu respektieren.

Die Idee mit dem TVG eine Kooperation einzugehen, entstand unter anderem auch dadurch, weil die Sportstunden nicht vollständig mit dem Lehrplan abgedeckt werden konnten. Die unmittelbare Nähe zwischen Schule und Sportstätte ist zudem ein großer Vorteil für die Schule. Aufgrund des Engagements positioniert sich der Verein über das rein sportliche Interesse hinaus als Sozialpartner einer pädagogischen Einrichtung. Als gut funktionierende Kooperation wurde das Projekt mit  dem zweiten Platz des BZ-Schulpreises geehrt.

Finanziert wird das Projekt durch den Förderverein. Der Großteil dafür fließt aus der Tombola des jährlichen Weihnachtsmarktes ein. Einen Teil übernimmt dazu der Württembergische Landessportbund.

Motivation und Ehrgeiz

Ein Schüler absolvierte im nahegelegen Fitnesscenter der Schule sogar sein Berufsorientierungspraktikum und zeigte eine sehr positive Entwicklung und viel Ehrgeiz. Es gebe aber auch Schüler, die das Projekt zudem als Motivation nutzen, um sich über die schulische Maßnahme hinaus bei einem Verein eintraten, sagt Susanne Pohl und ergänzt „den Kindern verleiht es Mut rauszugehen und wo anders Anschluss zu finden.“

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