Geht es um die Ausgestaltung der Friedhöfe in der Stadt Sachsenheim, so dürfte zumindest den Häfnerhaslachern gleich das Thema Aussegnungshalle in den Sinn kommen. Jahrelang ging es mit der Stadt hin und her wegen der Fragen: Muss die Aussegnungshalle geschlossen sein oder nicht? Und wer bezahlt das dann? Andernorts gibt es weniger Reibungspunkte.

Für knapp 20 000 Einwohner muss die Stadt Sachsenheim sechs Friedhöfe aufrechterhalten. Die Bauhof-Mitarbeiter müssen zudem eine Strecke von bis zu 30 Kilometern zurücklegen, um vom Baubetriebshof in Großsachsenheim zum Friedhof nach Häfnerhaslach und wieder zurück zu kommen. Doch wo in der Stadt sonst vielerorts gespart, priorisiert und rationalisiert werden muss, ist das bei den Friedhöfen Gott sein Dank kein Thema. Für die Stadt sei es gar die beste Lösung, betont Sprecherin Nicole Raichle: „Wir haben ja auch sechs Feuerwehren. Die Friedhöfe sind Altbestand. Gäbe es einen zentralen Ort, hätten wir auch ein Platzproblem.“

Zudem habe ein Friedhof als parkähnliche Anlage auch Erholungscharakter. Und Raichle fügt an: „Wir sehen die sechs Friedhöfe als Vorteil. Das entzerrt auch, allein schon von den Bestattungsterminen her, die so besser verteilt sind.“ Der Aufwand für die Bauhof-Mitarbeiter sei dadurch nicht außerordentlich hoch.

Circa fünf Beerdigungen gibt es laut der neuen Ortsvorsteherin Viola Lepp jährlich in Spielberg. Eine eigene Ruhestätte, da sind sich alle einig, ergibt dennoch Sinn. „Der Friedhof ist ein wichtiger Bestandteil unseres Orts, weil hier die Bürger ihre letzte Ruhe finden“, betont Viola Lepp. Allerdings gab es auch hier eine mehrjährige Episode mit der Aussegnungshalle. Bis der heutige Windschutz, der auch eine Vergrößerung der Aussegnungshalle darstellt, stand, brauchte es Geduld und Hartnäckigkeit der Ortsbewohner, berichtet Lepp. Hier ging es aber weniger um die Frage ob, sondern wann die Stadt die Kosten übernimmt.

Die komplett geschlossene Aussegnungshalle in Häfnerhaslach sah die Stadt hingegen als „Sonderwunsch“ an. Und wenn solche kommen, „sind die Ortsteile gefordert, an einer gemeinsamen Umsetzung mitzuarbeiten“. Denn: Die Stadt sei „für die Unterhaltung und die strategische Ausrichtung der Friedhöfe, für Sicherheit“ zuständig.

Häfnerhaslachs Ortsvorsteher Holger Springer sieht das bis heute anders. Für ihn hatte das Thema Aussegnungshalle einmal mehr gezeigt: Im Kirbachtal ginge ohne Engagement der Einwohner nur noch wenig. 35 000 Euro hat die Stadt letztlich zugeschossen, das Gros der Arbeit mussten die Häfnerhaslacher selbst verrichten. Die Fenster stammen vom Abriss der ehemaligen Festhalle in Großsachsenheim.

Alfred Xander, Ortsvorsteher in Hohenhaslach kann sich dagegen nicht beschweren. „Wir haben alles, was wir brauchen“, betont er – zumindest fast alles. Vor einiger Zeit sei der Wunsch aufgekommen, Gräber anzulegen, auf denen lediglich eine Grabplatte liegt und drumherum Gras wächst. „Solche Gräber sind für Angehörige, die auswärts wohnen und die Gräber nicht pflegen können wichtig“, betont. er. Der damalige Antrag des Ortschaftsrats sei aber von der Verwaltung „nicht groß aufgegriffen worden.“

Der Volkstrauertag auf den Friedhöfen


Am Volkstrauertag, 17. November, gibt es auf (fast) allen Friedhöfen in Sachsenheim Trauerreden. In den Kirbachtal-Ortsteilen werden diese von den Ortsvorstehern in eigenem Ort gehalten. In Kleinsachsenheim wird die Gedenkansprache vom Bürgermeister, also ab diesem Jahr von Holger Albrich, gehalten.

In Großsachsenheim findet dann die Trauerfeier am Totensonntag, 24. November, statt, die Rede hält ebenfalls der Bürgermeister. Umrahmt werden alle Veranstaltungen von den örtlichen (Musik-)Vereinen. msc