Sachsenheim / Von Ifigenia Stogios  Uhr

Mineralwasser bleibt der Durstlöscher Nummer Eins, und in den Hitzetagen wird doppelt so viel Menge getrunken“, weiß die 37-jährige Denise Kaufmann. Ihr wurde in die Wiege gelegt viel Wasser zu trinken, erzählt sie. „Ein Erwachsener sollte täglich zwischen 1,5 und zwei Liter trinken, bei heißen Temperaturen sogar drei Liter.“ Seit Januar 2018 ist sie an der Spitze des Familienunternehmens Winkels Getränke Holding. Sie ist zuständig für Marketing und Vertrieb. „Mein Urgroßonkel Erwin Winkels gründete 1930 die Firma, die erst Säfte und Limonaden produzierte. Damals war es noch nicht so üblich Mineralwasser zu trinken“, sagt Kaufmann. Nach fünf Jahren hat das Unternehmen dann die Griesbacher-Quelle im Schwarzwald erschlossen, 1964 die Fontanis-Mineralquelle in Spielberg und 1972 alwa in Sersheim. Zu ihren Mineralbrunnen gehören noch die Griesbacher Mineral- und Heilquellen und und die Rietenauer.

Gesunde Inhaltsstoffe

Mineralwasser erfrischt laut Kaufmann nicht nur, sondern ist zusätzlich gut für die Gesundheit. „Schon bei 0,5 Prozent Flüssigkeitsverlust, ist ein Defizit spürbar. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit lässt nach“, sagt sie. Das Mineralwasser hat „von der Natur aus angereicherte Inhaltsstoffe, die dem Körper total viel bieten und ihn leistungsfähig machen“. Zwar heißt es manchmal, dass Wasser nach nichts schmecke, doch wie Kaufmann berichtet, schmecke jedes Mineralwasser anders. Das liege laut ihr an der unterschiedlichen Geologie. Für die Mineralisierung seien Kalksteine und Gipskeuper zuständig.

Derzeit im Sommer seien außer Wasser, vorwiegend zuckerreduzierte Getränke beliebt. Im Mai brachte das Unternehmen die „leichten Früchte“ in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen heraus. Das sind kalorienarme Fruchtgetränke „die bis zu  40 Prozent weniger Zucker beinhalten“. „Die Zitrus-Sorten sind optimal für den Sommer und gerade im Trend. Am liebsten trinke ich Orange-Mango und Pink Grapefruit.“

Und beim Mineralwasser: Spritzig oder doch lieber still? „50 Prozent der Trinker bevorzugen medium, 30 classic und 20 naturell“, so Kaufmann. Stilles Wasser sei besonders bei Frauen beliebt, während ältere Menschen es lieber spritzig mögen. Eine weitere Frage ergibt sich: Mineralwasser oder doch lieber Leitungswasser? Kaufmann sagt: „Es wird viel propagiert, welches Wasser bevorzugt werden sollte, doch letztendlich muss das jeder für sich entscheiden.“ Sie betont allerdings: „Das Leitungswasser ist ein chemisch gesäubertes Produkt und durchläuft dementsprechend zahlreiche chemische Prozesse. Außerdem ist es ein „Oberflächenwasser“. Das Mineralwasser hingegen sei ein Naturprodukt aus tiefen Quellen, das ganz anders vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Es wird auf natürlicher Weise gefiltert und gereinigt.

In 40 Minuten verkaufsfertig

Bis das „Naturprodukt“ allerdings zum Verbraucher kommt, ist es ein weiter Weg. Erst kommt das Leergut aus dem Handel in die Produktion. Dort wird es gereinigt. Weiter geht es zum Befüllen. Das Wasser kommt aus einer Leitung, die direkt mit dem Tank verbunden ist. „Limonaden und Schorlen kommen dann noch in den Mixer und werden mit Kohlensäure versetzt. Hinzu kommen Saft und Zucker. Es folgt der Schrauber, der den Flaschen einen Deckel verpasst, zunächst geht der Weg am Etikettierer vorbei. Zuletzt werden Kisten mit Flaschen befüllt. „Das passiert alles über Roboterarme“, sagt Kaufmann. Paletten mit vollen Kisten wandern über eine Hängebahn und einer automatisierten Hängebrücke ins Lager und von dort aus mit Lastwagen an den Getränkehandel. Pro Stunde werden 28 000 Flaschen befüllt. Bis eine Flasche fertig zum Verkauf ist, dauert es 40 Minuten.

2002 wurde bei der alwa Mineralbrunnen GmbH eine Abfüllanlage für PET-Mehrwegflaschen installiert. Das Pfandsystem in Deutschland laufe super: „96 Prozent der Flaschen werden zurückgegeben.“ Doch inzwischen betrachte man Plastik sehr kritisch. „Wir bekommen gerade viel von der Plastik-Debatte mit. Viele Menschen greifen lieber zur Glasflasche“, erzählt Kaufmann. Plastik sei nicht automatisch schlecht für die Umwelt.  „Die PET-Flasche war sogar vor Glas Sieger bei der Ökobilanz.“

Wissenswertes rund um Winkels und alwa.

Die Winkels Getränke Holding verfügt über einen Fuhrpark von 180 LKW. Die  Jahreskilometerleistung beträgt 12 Millionen Kilometer. Das ist als ob die Fahrzeuge 299-mal um die Welt fahren würden. Im Sortiment hat Winkels aktuell 7000 Artikel. Der Umsatz des Unternehmens beträgt 386 Millionen Euro.

Alwa verarbeitet eine Million Liter Quellwasser am Tag, das sind täglich 1,38 Millionen Flaschen. Jeden Tag werden 1700 Europaletten mit rund 500 Flaschen abgeholt. 630 000 PET-Mehrweg-Flaschen werden am Tag produziert und 500 000 Einweg. Die Fläche des Brunnenbetriebs beträgt 60 000 Quadratmeter. Die Glasanlage verfügt über 45 Füllstellen, die PET-Mehrweg über 120. ifi