Kommunal- und Bürgermeisterwahl haben in Sachsenheim für neue Verhältnisse gesorgt. Das hat dazu geführt, dass auch die Bürgerbeteiligung teilweise auf Eis gelegt wurde. Das soll sich im neuen Jahr aber wieder ändern. Zum alten dualen System, wie es Ex-Bürgermeister Horst Fiedler betrieben hat, wird sein Nachfolger Holger Albrich dabei nicht zurückkehren, wie die BZ auf Nachfrage erfuhr. Heißt: Es wird aller Voraussicht nach keine fixen Bürgersprechstunden in den Ortsteilen mehr geben. Weniger Bürgernähe soll dadurch aber nicht entstehen.

Im Gegenteil. Albrich will alternative Gesprächsformen anbieten. Was genau, ist noch nicht klar – oder wird zumindest noch nicht verraten. Denn die klassischen Angebote, dass Bürger sich im Eins-zu-eins mit einem städtischen Verantwortlichen zusammensetzen können, gibt es ohnehin bereits in fünf der sechs Ortsteile.

In Kleinsachsenheim gibt es, seit es die Stelle bei der Stadt gibt, Sprechstunden mit dem oder der Stadtteilbeauftragten. Die Stelle wurde für die Leitung des Bezirksbeirats geschaffen, aber auch, um sich für die Belange des Ortsteils zu kümmern. Im April hat Eva Gräßle diese Position von Timon Friedel übernommen. In den letzten Monaten sind die Bürgersprechstunden durch den Wechsel zum Erliegen gekommen. „Ich musste mich zuerst zurechtfinden und einarbeiten“, erklärt die 22-Jährige, „mir ist es wichtig, dass wenn ich diese Möglichkeit biete, ich den Bürgern auch etwas anbieten kann und intern entsprechend vernetzt bin.“

Zum ersten Termin vor ein paar Wochen kam dann aber genau – niemand. Doch das sieht Gräßle nicht als Indiz dafür, dass das Angebot nicht gefragt sei. „Es war alles relativ kurzfristig, dann auch noch kurz vor der konstituierenden Sitzung des Bezirksbeirats. Ich hatte sogar Anrufe von Bürgern, die sich entschuldigt haben, dass sie nicht kommen können. Es war zu spüren, dass ich als Stadtteilbeauftragte wahrgenommen werde.“ Deshalb ist sie optimistisch, dass die nächsten Fragestunden – wie bei ihrem Vorgänger – besser besucht werden. Mindestens einmal im Quartal werde es einen Termin geben.

Dieselben Aufgaben wie in Klein- hatte der Stadtteilbeauftragte in den letzten Jahren auch in Großsachsenheim. Doch mit dem Wegfall des dortigen Bezirksbeirats wurde auch die Stelle neu geordnet.

Bürgermeister Albrich will die Konstellation aus neuen Gremien, Mitarbeitern und neuem Schultes auch dafür nutzen, den Dialog mit dem Bürger neu aufzustellen. „Grundsätzlich kann jeder, der möchte, einen Termin bekommen“, stellt Stadtsprecherin Nicole Raichle klar. Zudem wolle der Bürgermeister mit den Bürgern unterschwelliger, auch mal weniger förmlich ins Gespräch kommen – und eben nicht mehr unbedingt im Vier-Augen-Gespräch auf der Verwaltungsstelle der einzelnen Ortsteile. Wie genau das ablaufen wird, soll aber noch ausgearbeitet werden.

Die Sprechzeiten der vier Ortsvorsteher


Die vier Sachsenheimer Ortsvorsteher sind in der Regel zu einer bestimmten Zeit während der Öffnungszeiten für die Bürger zu sprechen.
Hohenhaslachs Verwaltungsstelle ist montags von 14.30 bis 18.30 Uhr und mittwochs von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
In Ochsenbach ist Ortsvorsteher Dieter Baum dienstags von 17 bis 18.30 Uhr vor Ort. Er will eventuell zusätzliche Angebote schaffen. Außerdem ist die Verwaltungsstelle donnerstags von 8 bis 12 Uhr offen.
Die Öffnungszeiten in Spielberg belaufen sich auf Mittwoch, 15 bis 16.30 Uhr. In dieser Zeit ist Ortsvorsteherin Viola Lepp da.
Und in Häfnerhaslach hat die Verwaltungsstelle immer montags von 8 bis 12 Uhr und mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr geöffnet. msc