Oberriexingen / Mathias Schmid

Dass Oberriexingen einen neuen Funpark für Jugendliche und Kinder bekommt, ist beschlossen. Auch der Standort auf den Terrassen hinter dem Vereinsheim der Kleintierzüchter steht. Dennoch will die Stadt versuchen, noch Spenden zu generieren – und zwar über sogenanntes Crowdfunding. Schafft die Stadt die Marke von 10 000 Euro, gibt die VR-Bank nochmals 10 000 Euro obendrauf.

Crowdfunding lässt sich mit Schwarmfinanzierung übersetzen. Heißt: Jeder zahlt einen noch so kleinen Betrag, und daraus wird eine möglichst große Summe. Bis zum 9. Juni hat die Stadt Zeit, besagte 10 000 Euro einzusammeln und so den Bonus freizuschalten. Bürgermeister Frank Wittendorfer ist optimistisch. „Es gibt in Oberriexingen 1500 Haushalte. Wenn jeder im Schnitt zehn Euro gibt, wären wir schon deutlich drüber.“

Die erste Hürde des Projekts ist bereits erreicht: Binnen kürzester Zeit haben sich vergangene Woche 100 sogenannte Fans für das Crowdfunding ausgesprochen. Damit ist Stufe zwei, die eigentliche Spendenphase, freigeschaltet. Am Freitagnachmittag zeigte die Spendenuhr bereits 675 Euro an.

Die Anlage soll laut Stadt maximal 210 000 Euro kosten. 50 000 übernimmt der Verband Region Stuttgart. Denn der Funpark ist nahe des Enztalradwegs und wertet diesen auf. Beinhalten wird die Anlage einen Pumptrack – eine asphaltierte Hügelstrecke. Außerdem ist ein Abenteuerspielplatz geplant.

Mit der Kollekte will Oberriexingens Bürgermeister Frank Wittendorfer die Stadt entlasten: „Wir haben so viele Großprojekte. Aber wir geben auch viel Geld für freiwillige Leistungen aus. Um das auch zukünftig zu können, sind Spenden hilfreich.“ Und für ihn ergibt sich noch ein weiterer positiver Effekt: „So sehen wir auch, wie die Bürger zu einem Projekt stehen.“

Zumal die Elterninitiative von Beginn an signalisiert hatte, einen Beitrag leisten zu wollen. Nachdem ein erster Vorstoß 2013 im Sand verlaufen war, machte sich 2017 eine neue Elterninitiative auf, das Projekt durchzusetzen. Beim neuen Bürgermeister Wittendorfer stieß sie – mit 350 Unterschriften im Gepäck – auf offene Ohren. „Uns hat die Idee gefallen. Ein Funpark ist sehr vielfältig und für viele Altersklassen attraktiv“, sagt Meike Lischka, eine der Organisatorinnen. Dass der Funpark von der Stadt eigentlich schon finanziert ist, schmälert die Motivation der Eltern, dennoch Spenden zu sammeln, nicht, betont die Organisatorin. „Vielleicht kriegen wir ja so auch noch die eine oder andere Sache finanziert, die nicht mehr im Budget drin war.“ Zum Beispiel einen Trinkwasserspender. „Oder es kommt was Unvorhergesehenes.“

Der Funpark soll noch in diesem Jahr gebaut werden, die Crowdfunding-Aktion läuft parallel. „Die Ausschreibung erfolgt demnächst. Dann hoffe, ich, dass wir bis zum Sommer alles umsetzen können“, ist Wittendorfer zuversichtlich. Das ist auch der Wunsch der Eltern. „Unsere Arbeit ist noch lange nicht zu Ende“, sagt Lischka, „wir wollen den Funpark am Laufen halten.“ Geplant seien Veranstaltungen und auch ein Sommerferienprogramm.

So funktioniert die Crowdfunding-Aktion

Um Teil des Crowdfunding-Projekts für den Oberriexinger Funpark zu werden, können Unterstützer online einen Betrag beisteuern. Erreicht der Schwarm die 10 000 Euro-Marke, steuert die VR-Bank Asperg-Markgröningen noch einmal 10 000 Euro bei. Kommt das Projekt nicht zustande, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

Die Elterninitiative wird auch am Sonntag beim Oberriexinger Frühlingserwachen an einem Stand über das Projekt informieren. Alle Infos sowie die Möglichkeit zur Spende gibt es online. msc

oberriexingen.de