Ein Akteneinsichtsausschuss zum Thema Gemeinschaftsschule und Anschlussunterbringung in Sachsenheim ist so unrühmlich zu Ende gegangen, wie er begonnen hatte. Die Abgesandten der Fraktionen aus dem Gemeinderat einigten sich nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung. So wurden im Gemeinderat zwei Erklärungen verlesen – und noch einmal heftig diskutiert.

Es war direkt vor den Sommerferien 2017: Die Container nahe der Gemeinschaftsschule in Großsachsenheim sollten zunächst nicht als Übergangsklassenzimmer, sondern zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Neben den Sicherheitsbedenken demonstrierender Bürger, kam die Frage auf: Wie konnte es so weit kommen? Die Verwaltung erklärte sich vor dem Gemeinderat. Vornehmlich der Grünen Liste (GLS), reichte das nicht. Sie forderte einen Akteneinsichtsausschuss. Den bekam sie, mit Hilfe der Stimmen von Karl Willig (fraktionslos) und des dauerabwesenden Stadtrats Kay Plambeck-Fischer. Sonst hatte niemand große Lust auf diese Aufgabe. Nach rund eineinhalb Jahren und mehreren Sitzungen ist die Arbeit des Ausschusses zu Ende gegangen. Und das gleich mit zwei Abschlussberichten.

Ersterer, verfasst von CDU, Freien Wählern und SPD, kommt zu dem Schluss: Die Arbeit des Ausschusses endet „ohne jegliche neue Erkenntnisse“. Heißt: Die vorübergehende Nutzung habe zu keiner Verzögerung der Arbeiten an der Gemeinschaftsschule geführt, da die Arbeiten dort ohnehin ins Stocken geraten waren. SPD-Fraktionschefin Helga Niehues, die den Bericht vortrug, kritisierte auch: „Neben dem immensen Zeitaufwand (...) entstanden Kosten von rund 6000 Euro – Geld, das an anderer Stelle weitaus sinnvoller hätte eingesetzt werden können.“

Zu anderer Auffassung kamen GLS-Fraktionschef Günter Dick und Willig: Durch die „Verzögerung“ sei ein „derzeit nicht genau definierbarer Schaden entstanden, vermutlich in erheblichem sechsstelligem Bereich“. Damit zogen sie den Unmut der Gremiumskollegen auf sich. Als Burkhard Bayer die Ausführungen zu ausschweifend wurden, fuhr er Dick an: „Warum erzählst du uns das alles?“ Auch CDU-Fraktionschef Lars Weydt verlor die Fassung, als Dick mutmaßte, es seien nicht alle Unterlagen zur Verfügung gestellt worden. „Was ist das für ein Blödsinn“, polterte er. Später fügte er an: „Das ist unter der Gürtellinie, zu behaupten: Hier wird betrogen, weil ich nicht das finde, was ich suche.“ Bürgermeister Horst Fiedler betonte: „Gegen den Vorwurf, etwas nicht gezeigt zu haben, verwahre ich mich.“ Und Peter Schreiber (SPD) unkte: „Ich komme zu der Erkenntnis, dass man mit einer hervorragende Selbstdarstellung selbst einen Gemeinderat fertigmachen kann.“

Immerhin in einem waren sich  alle einig: Die Arbeit ist beendet, der Ausschuss wird aufgehoben.