Sachsenheim Schritt in Richtung Baugebiet

Der Blick geht in Richtung Sonnenfeld. Hier, auf der anderen Straßenseite des gerade entstehenden Neubaugebiets ist in Zukunft ebenfalls ein Neubaugebiet möglich. Ob es kommt, entscheiden der neue Bürgermeister und der neue Gemeinderat.
Der Blick geht in Richtung Sonnenfeld. Hier, auf der anderen Straßenseite des gerade entstehenden Neubaugebiets ist in Zukunft ebenfalls ein Neubaugebiet möglich. Ob es kommt, entscheiden der neue Bürgermeister und der neue Gemeinderat. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Mathias Schmid 08.02.2019

Es hat noch nichts zu bedeuten, ist aber dennoch ein erster Schritt hin zu einem potenziellen neuen Baugebiet. Die Stadt Sachsenheim hat südöstlich des Großsachsenheimer Friedhofs im Gewann Untermberger Weg ein Grundstück mit fast 4000 Quadratmetern gekauft. Sollte dort, auf der geenüberliegenden Straßenseite des aktuell entstehenden Neubaugebiets Sonnenfeld, ein Wohngebiet entstehen, würden 656 000 Euro an den bisherigen Besitzer fällig.

Das Grundstück ist, wie seine Umgebung, im rechtsgültigen Flächennutzungsplan als zukünftige Wohnbaufläche ausgewiesen. In der Regionalplanung ist dieser Bereich als Wohnungsbauschwerpunkt aufgeführt. Und die Stadt hat bereits verlautbaren lassen: Hier könnte das nächste Wohngebiet in Großsachsenheim entstehen. Noch gehören der Stadt laut eigener Auskunft nicht einmal zehn Prozent in diesem Bereich. Und lange ist noch nicht entschieden, ob hier überhaupt weitere Wohnbebauung gewünscht ist. Der Gemeinderat hat sich nun mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, das Grundstück zu kaufen – um im Fall der Fälle Zugriff darauf zu haben. Als Entscheidung für ein neues Baugebiet ist das aber noch nicht zu werten.

„Maßloser Wohnbau“

Ralf Nägele (Freie Wähler), sprach sich vehement gegen den Kauf aus. Der Stadtrat, dessen Familie in der Landwirtschaft tätig ist, tat sich diesbezüglich nicht das erste Mal hervor. Er will weiteres Verschwinden von Nutz- und Kulturlandwirtschaft verhindern. „Das ist ein erster Schritt in Richtung Bauland“, betonte er, „damit würde ein weiteres Stück Kulturlandschaft zerstört und der maßlose Wohnbau weiter vorangetrieben. Wenn wir verzichten, nimmt man vielleicht auf die zukünftigen Generationen Rücksicht.“ Am Ende sprachen nur er und Franziska Müller (GLS) sich gegen das Baugebiet aus. Die Freien Wähler Alfred Xander und Lothar Makkens enthielten sich.

Die Stadt leistet zunächst eine Anzahlung von 50 000 Euro. Wann und ob der Restbetrag in Höhe von 515 000 Euro ausgezahlt wird, hängt davon ab, ob der Bebauungsplan für dieses Gebiet tatsächlich in Kraft tritt. „Weitere Zahlungen ergeben sich erst, wenn das Baugebiet kommen sollte“, erklärt der städtische Teamleiter Verwaltung, Stefan Trunzer. Wird das Umlegungsverfahren „Sachsenheim West“ nicht bis spätestens Ende 2022 durchgeführt, können beide Seiten vom Vertrag zurücktreten.

Im Flächennutzungsplan der Stadt Sachsenheim, der 2009 fortgeschrieben wurde und bis 2021 gilt, sind an besagter Stelle in Großsachsenheim zwei potenzielle aneinandergrenzende Wohnbaugebiete vorgesehen: „West I“, das direkt südlich an den Friedhof anschließt, hat eine Größe von rund 3,58 Hektar, „West II „das im weiteren Verlauf in Richtung Süden entstehen könnte, ist mit einer Fläche von rund 4,35 Hektar ausgewiesen. Ob das auch so kommt – und überhaupt realisierbar ist – müsse man sehen, teilt die Stadt auf BZ-Nachfrage mit.

Sollte es in Zukunft zur Entscheidung für ein neues Baugebiet gegenüber des aktuellen Neubaugebiets Sonnenfeld kommen, müssten auch die jetzigen Grundstückseigentümer ihr Land verkaufen. Stefan Trunzer betont aber zum jetzigen Kauf: „Das ist ein großes, wesentliches Grundstück.“

Beschluss dauert

Den Beschluss, ob in Großsachsenheim ein weiteres Baugebiet kommen soll, werden aller Voraussicht nach erst der neue Bürgermeister Holger Albrich und sein ihm im Mai zur Seite gestellter Gemeinderat treffen. Grundsätzlich ist auch denkbar, dass das Grundstück, sollte zumindest an dieser Stelle kein Neubaugebiet kommen, zu einem späteren als Tauschfläche genutzt wird.

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