Schäferlauf Schäferalltag im Zeitraffer

Leistungshüten als Auftakt zum Schäferlauf-Wochenende – für die Zuschauer stimmungsvoll, für die beteiligten Schäfer und ihre Hunde anstrengend.
Leistungshüten als Auftakt zum Schäferlauf-Wochenende – für die Zuschauer stimmungsvoll, für die beteiligten Schäfer und ihre Hunde anstrengend. © Foto: Helmut Pangerl
Markgröningen / Yasina Hipp 25.08.2018

Von grünen Wiesen und zahlreichen Schafen umgeben, fühlen sich Schäfer wohl. Am Freitag konnten sie ihre Fähigkeiten im Leistungshüten im Rahmen des Markgröninger Schäferlaufes beweisen. Der Berufswettkampf hauptberuflicher Schäfer stellt immer den Auftakt des Schäferlaufes dar. Dieses Jahr nahmen fünf Schäfer teil, da das Leistungshüten auch als Vorentscheid für den Bundesentscheid im September diente.

„Es wird praktisch ein Schäferalltag im Zeitraffer durchlaufen“, erklärte Dr. Hansjörg Wenzler, Zuchtleiter vom Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg, den Zuschauern. Begleitet werden die Schäfer von einem oder zwei Hütehunden, die eine sehr wichtige Unterstützung für den Schäfer darstellen. Zuerst muss der Schäfer gemeinsam mit seinen Hunden die fremde Herde aus dem Pferch, in dem sich die Schafe aufhalten, führen. Dann werden die Schafe auf ein so genanntes „enges Gehüt“ getrieben.

„Ein enges Gehüt ist eine relativ kleine zu beweidende Fläche. Der Hund muss vor allem aufpassen, dass die Schafe die Furche, das Ende des zu beweidenden Gebietes nicht übertreten“, so Hansjörg Wenzler. Nach dem engen Gehüt, meistert das Team aus Schäfer und Hunden das Verkehrshindernis. Ein Auto fährt dicht an der Herde vorbei, der Hund sollte währenddessen zwischen PKW und Herde bleiben und die Tiere schützen. Danach gelangt die Herde in das „weite Gehüt“ eine große, weitläufige Fläche, auf der sich die Tiere verteilen und fressen können. „Als nächstes führt der Schäfer seine Herde über eine Brücke. Dies soll in einem Fluss geschehen und der Hund sollte als letzter die Brücke überqueren“, erklärte Wenzler. Zum Abschluss muss die Herde wieder ordentlich eingepfercht werden, sodass die Tiere weder ausbüxen können, noch eine Gefahr von außen drohen kann.

Bewertet werden die Leistungen sowohl der Schäfer als auch der Hunde von zwei bis drei fachkundigen Personen. Die höchste zu erreichende Punktzahl liegt beim Hüten mit einem Hund bei 100 Punkten, mit zwei Hunden bei 115 Punkten. Der Schäfer wird genau bei der Erfüllung der Aufgaben beobachtet, wie er mit seinen Hunden kommuniziert und wie gut er die Herde unter Kontrolle hat. Hansjörg Wenzler sagte: „Der Hund wird nach Selbstständigkeit, Gehorsam, Fleiß, Hütetrieb und dem richtigen Griff beurteilt. Das heißt, wie er ein Schaf richtig packt ohne es zu verletzen.“

Während die Schäfer die Herde vorantrieben, führte der Zuchtleiter die Zuschauer in das Schäferlatein ein und machte die Interessierten auch auf eine wichtige Aufgabe der Schäfer aufmerksam: Die Landschaftspflege. Die Beweidung mit Schafen ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur Pflege von unterschiedlichen Kulturlandschaften.

Am Ende machte der 26-Jährige Schäfer Joshua Seeberger aus Baden-Baden das Rennen. „Ich bin sehr überrascht, damit habe ich nicht gerechnet“, so der Sieger des Leistungshütens. Die Richter waren vor allem mit seiner Leistung an der Straße und mit seiner Hündin Ilyas zufrieden. „Es ist alles gut gelaufen, Ilyas konnte alles umsetzen was ich von ihr gefordert hatte“, sagte der junge Schäfer. Erst im letzten Jahr beendete er seine Ausbildung zum Schäfer. Nun ist er bei seiner Konkurrentin im Wettbewerb, Ute Svensson, angestellt. Joshua Seeberger meinte: „Ich freue mich, dass ich mich mit dem Sieg direkt für den Bundesentscheid qualifiziert habe. Mal schauen ob es dort wieder so gut läuft wie heute.“ Viele Zuschauer waren gekommen, um den Schäfern bei ihrer Arbeit zuzuschauen.

Platzierungen beim Leistungshüten

1. Platz: Joshua Seeberger, Baden-Baden, mit Ilyas vom Hässbächel; 85 Punkte; 2. Platz: Thomas Heinrich, Ilsfeld, mit Ike vom Hässbächel und Easy vom Hungerbrunnental; 83 Punkte; 3. Platz: Jonas Henninger, Reutlingen, mit Cora und West; 81 Punkte; 4. Platz: Herbert Schaible, Aidlingen, mit Nugat vom Wolfspfad und Pad, 75 Punkte; 5. Platz: Ute Svensson, Baden-Baden, mit Hanouk vom Hässbächel und Hubi, 68 Punkte. bz

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