Für die Schulleiter Reinhart Gronbach und Helmut Dinkel war es ein mittelschwerer Schock, als sie das Unheil bemerkten: Unter dem Boden der Sporthalle am Lichtenstern-Gymnasium in Großsachsenheim steht Wasser. Das muss möglichst schnell wieder raus, da es ansonsten die Holzkonstruktion zwischen dem Boden und dem Dichtungsfilm, der die Halle von unten schützen soll, angreift. Zunächst bis zum 1. März ist die Halle nicht nutzbar. Neben dem Schulsport sind zahlreiche Vereine betroffen.

„Wir mussten die Reißleine ziehen“, betont der stellvertretende Rektor Dinkel. Seit Donnerstag ist eine Spezialfirma damit beschäftigt, mit großen Gebläseanlagen die Feuchtigkeit nach draußen zu befördern. Doch das dauert – voraussichtlich bis Anfang März.

Der Grund für das Unheil waren mehrere Faktoren. Zum einen lief wohl eine der Duschen von Freitag auf Samstag ohne Unterbrechung durch. Normalerweise sollten die Duschen von selbst ausgehen. Aber wenn man zu stark drückt, könne es schon vorkommen, dass der Mechanismus hängen bleibt, erklärt Schulleiter Gronbach. „Das hat beim Verlassen der Halle leider keiner bemerkt.“

Bis auf die Wasserverschwendung wäre das aber nicht weiter tragisch gewesen, hätte nicht gleichzeitig die Hebeanlage versagt. Die pumpt normalerweise das Wasser des tiefer liegenden Gebäudes nach oben. An diesem Wochenende tat sie das aus ungeklärten Gründen aber nicht. „Das ist besonders bitter, weil zwei Tage vorher noch die Wartung stattgefunden hat“, klagt Gronbach, „da ist einfach alles zusammengekommen.“ Auch, dass das Wasser, das zunächst in den Umkleideräumen stand, sich irgendwie seinen Weg unter den Hallenboden gebahnt hat. Die Schule muss jetzt improvisieren.

Wobei das auch durchaus seine schönen Seiten haben kann. Denn Teile des Sportunterrichts wurden ins Haus der Musik verlegt. „Das war früher zu Internatszeiten unsere Turnhalle“, kommen bei Gronbach nostalgische Gefühle hoch. Da aktuell immer wieder einige Schulklassen unterwegs sind, zum Beispiel im Schneeschullandheim, bieten sich auch in Klassenzimmern Möglichkeiten, für die eine oder andere alternative Sportstunde. „Wir gehen davon aus, dass der Sportunterricht irgendwie weiterlaufen kann“, sagt Dinkel. In der Oberstufe könne man die Zeit nutzen, um die eine oder andere Theoriestunde abzuarbeiten. „Und wenn es warm genug ist, können wir auch die Außensportanlage nutzen. Dann wird halt mal im Winter Kugelstoßen gemacht“, schmunzelt Gronbach.

Schwieriger wird es bei der Vorbereitung aufs Sportabitur. Das Gleiche gilt für die Lehrproben der beiden Sportreferendare, die aktuell anstehen. „Da müssen wir schauen, wie wir das machen. Vielleicht können wir es auch noch hinausschieben“, so der Schulleiter. Hart trifft es auch die Vereine, die die Halle abends zum Training oder am Wochenende für Spieltage nutzen, so zum Beispiel die Ochsenbacher Faustballer oder die Volleyballabteilung des TSV Kleinsachsenheim.

Spiele müssen verlegt werden

Auch die Basketballer der BSG Vaihingen-Sachsenheim sind auf die Halle angewiesen. „Wir versuchen uns aktuell zu behelfen“, sagt Michael Nachreiner, Sportlicher Leiter der BSG und Trainer der zweiten Mannschaft. „Vor allem die U 14 und U 16 trifft es hart“, sagt er. Denn die haben beide wöchentlichen Trainingseinheiten in Sachsenheim. Die anderen Jugendteams trainieren ohnehin einmal die Woche in Vaihingen. Spieltage der Jugend müssen ebenfalls verlegt werden.

Schulleiter Gronbach hofft indes, dass die Halle nach der Trockenlegung dann auch wieder nutzbar ist und sich nicht schon Folgeschäden gebildet haben. „Wenn sich der Hallenboden wellt, brauchen wir einen neuen.“ Immerhin: Der Schaden läuft wohl als Versicherungsfall.