Pferdemarkt Rundherum in 80 Metern Höhe

Bietigheim-Bissingen / Ifigenia Stogios 31.08.2018

Ob Geisterbahn, Auto­scooter, Trampolin oder Kinderkarussell: Auf dem Pferdemarkt, der am Freitag eröffnet wurde,  ist für jeden etwas dabei. Doch wer auf der Suche nach Nervenkitzel und einem heftigen Adrenalinschub ist, sollte die Fahrgeschäfte „Around the world XXL“ und „The King“ nicht missen.

Jean van der Beek ist dieses Jahr zum ersten Mal mit seinem Kettenflieger „Around the World XXL“ auf dem Pferdemarkt. Der hat eine Geschwindigkeit von 65 Kilometern pro Stunde und genug Platz für 32 Personen.

2,2 Millionen Euro Kosten

Der niederländische Inhaber des Fahrgeschäfts ist mit weiteren fünf Kollegen und sechs Transportwagen aus Holland angereist. „Das Fahrgeschäft hat 2,2 Millionen gekostet“, verrät er. Gebaut wurde es in Österreich. „Around the World XXL“ ist mit seiner Gesamthöhe von 80 Metern mit Abstand das höchste Fahrgeschäft auf dem diesjährigen Fest. Sein Aufbau dauerte eineinhalb Tage.

Van der Beek gehört zur vierten Generation einer Schaustellerfamilie. Seit 1998 ist er mit Fahrgeschäften auf Festen unterwegs. Die schönste Erinnerung bisher: „Der Bietigheimer Pferdemarkt natürlich“, sagt er.

BZ-Redakteur Mathias Schmid hat das Fahrgeschäft kurz vor dem Start des Pferdemarkts exklusiv getestet. Schon bei der Fahrt nach oben geht es rasant los. Den Eisenbahnviadukt lässt man schnell unter sich.

Dann beginnt sich das Karussell immer schneller zu drehen, und die Fahrgäste fliegen nach außen. Am höchsten Punkt auf fast 80 Metern ist das Tempo noch gemäßigt, sodass geübte Karussell-Fahrer den Blick über Bietigheim-Bissingen und darüber hinaus schweifen lassen können. Beeindruckend ist die Aussicht deutlich über dem Viadukt, für die man sonst in einen Helikopter steigen muss. Wenn es wieder langsam nach unten geht, nimmt das Karussell richtig Fahrt auf. Da zieht es schon mal in der Magengrube. Nach rund vier Minuten ist die Fahrt zu Ende.

Rasante Fahrt

Wer keine Höhenangst und einen halbwegs stabilen Magen hat, sollte sich die Fahrt auf jeden Fall trauen. Denn von unten sieht es schlimmer aus, als es ist. Die Fahrt ist zwar phasenweise rasant, trotzdem bleibt auch Zeit, zu genießen.

Ebenfalls in sich hat es das Fahrgeschäft „The King“. Hier erreichen die Fahrgäste zwar „nur“ eine Flughöhe von 27 Metern. Dafür wird man deutlich mehr herumgeschleudert als im XXL-Karussell. Die Fahrt dauert dreieinhalb Minuten, kostet fünf Euro. „Die Gondeln, die einen Durchmesser von 8,6 Meter haben, überschlagen sich“, sagt Geschäftsführer Michael Heigel. Während der Fahrt kommt es drei Mal zu einer Umdrehung von 360 Grad. „The King“ ist „der König aller Fahrgeschäfte“, sagt Heigel und blickt auf das Prachtstück. Mitfahren können bis zu 16 Personen. Seine Besonderheit: „Es schaukelt nicht nur seitwärts, sondern auch nach vorne.“ Mitfahren dürfen Kinder schon ab acht Jahren.

Sicherheit geht vor

Für die Sicherheit der Fahrgäste ist mit einer  „dreifachen Verriegelung“ gesorgt. Sowohl hydraulisch, mit Stickstoffzylinder als auch mit einem Sicherheitsgurt. Zusätzlich überprüft der TÜV, ob alles stimmt. Ein Mitarbeiter fährt mit, während andere kontrollieren, ob beispielsweise „die Schrauben beim Aufbau richtig angezogen wurden“. Der Aufbau auf dem Festplatz, dauerte einen Tag. „Der Platz ist gut organisiert und lässt keine Wünsche offen“, sagt Heigel zufrieden und freut sich auf die zahlreichen Fluggäste.

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