Sachsenheim Pfarrer gibt halben Garten her

Der Pfarrgarten von oben. Etwa bis zur Höhe des rosa Hauses geht der Teil, den die Familie Hofmann behält.
Der Pfarrgarten von oben. Etwa bis zur Höhe des rosa Hauses geht der Teil, den die Familie Hofmann behält. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / CAROLINE HOLOWIECKI 03.03.2016
Der große Garten, der zum Pfarrhaus der evangelischen Stadtkirche Großsachsenheim gehört, wird in Kürze geteilt. Die Hälfte soll dem Gemeindehaus zugeschlagen werden, damit etwa die Senioren- und die Demenzgruppe profitieren.

So ein Garten ist etwas Schönes. Man kann Blumen oder Gemüse anpflanzen, grillen oder sich einfach nur die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Aber: Ein Garten erfordert auch viel Pflege und viel Zeit. Zwei Gründe, warum Dieter Hofmann, der Großsachsenheimer Stadtpfarrer, einen Teil seines eigenen Pfarrgartens abgibt.

Die oberen 50 Prozent des Areals sollen künftig nicht mehr der Pfarrersfamilie, sondern jenen Gruppen zur Verfügung stehen, die im evangelischen Gemeindehaus zusammenkommen. Dort treffen sich regelmäßig Senioren-, Demenz- sowie andere Gruppen und Kreise. Sie sollen vom neuen Außenbereich profitieren, "die sitzen bislang immer im Saal", erklärt Hofmann.

Der Garten verbleibt im Besitz der Kirche, der Pfarrer gibt nur die Nutzung ab.

Vor allem für jene, die nicht mehr gut zu Fuß sind, muss das Gelände zuvor umgearbeitet werden. In den kommenden Wochen soll der obere Teil des Grundstücks eingeebnet und terrassiert werden. Hochbeete sollen entstehen. Einige Arbeiten wollen laut Hofmann Mitglieder des Bauausschusses des Kirchengemeinderats übernehmen. "Wir haben da total fitte und handwerklich begabte Leute." Den unteren Teil des Gartens, wo auch ein Häuschen steht, wird die Familie behalten.

Was auch noch gemacht werden muss: Die Mauer muss hergerichtet werden. Daran wäre das Projekt fast gescheitert. "Leider kam ein Rechtsstreit mit einem Nachbarn dazwischen", so der Pfarrer. Man sei sich über die Zuständigkeit für den Unterhalt der Mauer uneinig gewesen. "Die Mauer ist so alt, da ist nichts dokumentiert. Solche Grenzbewertungen sind immer schwierig", erklärt er. Schließlich habe die Kirchengemeinde beschlossen, sich allein der Sache anzunehmen - auch finanziell -, um die Idee vom Gemeindegarten nicht weiter nach hinten schieben zu müssen.

Bereits im Sommer könnten nun die ersten Gemeindehaus-Besucher den Tag im Freien verbringen. Nicht angedacht ist jedoch laut Hofmann, den Garten komplett für die Öffentlichkeit zu öffnen - unter anderem aus Sorge vor Vandalismus. Zudem sei noch nicht hundertprozentig geklärt, wer den Gemeindegarten künftig pflegen soll.