Für die Mettertalgemeinde Serheim stand das zurückliegende Jahr ganz im Zeichen des 1225-Jahr-Jubiläums. An einem Wochenende im September herrschte ausgelassene Stimmung auf dem Festplatz am Sportzentrum.

Gesamtbilanz für das Jahr 2017: „Wir haben in den vergangenen Monaten viel gefeiert, aber auch das Arbeiten nicht vergessen. Daher können wir mit dem Verlauf des Jahres 2017 sehr zufrieden sein“, betont Sersheims Rathauschef Jürgen Scholz. Er ist stolz darauf, dass Bürger, Vereine, Organisationen und Mitarbeiter der Kommunalverwaltung bei den Jubiläumsfeierlichkeiten alle an einem Strang gezogen haben. „Dies war eine herausragende Leistung und hat das Sersheimer Gemeinwesen gefördert. Dafür haben wir auch von außerhalb viel Lob erhalten“, macht er deutlich.

Die wichtigsten Investitionen  2017: Neben dem Jubiläum galt es  2017 weitere Aufgaben zu erledigen. Vor allem das örtliche Straßennetz profitierte von den Investitionen der vergangenen Monate. Die Krummhaar- und die angrenzende Hölderlinstraße wurden umfangreich saniert und der öffentliche Straßenraum neu gestaltet. „Wir haben auch Leerrohre für die Breitbandversorgung eingebracht. Viele Bürger sind bei diesem Thema sehr ungeduldig, aber uns als Kommune sind die Hände gebunden. Die  Telekom plant den Ausbau in Sersheim. Wir erhoffen uns Vorteile vom Modellprojekt ,Schulen an das Glasfasernetz’, dessen Kabel durch den Ort verlaufen müssten“, erläutert Scholz.

Zudem wurde 2017 die Basis dafür gelegt, dass im kommenden Jahr der Startschuss für die Umgestaltungsarbeiten im Ortskern erfolgen kann. „Die Entscheidungen für den Abbruch und die Neugestaltung einiger alter Gebäude beim ehemaligen Feuerwehr-Gerätehaus waren schwierig, und es gab lange Gespräche mit den Vertretern des Denkmalschutzes. Jetzt aber sind alle Voraussetzungen für die Umgestaltung geschaffen, und am 22. Februar 2018 werden wir bei einer Abschlussveranstaltung des Bürgerbeteiligungsprozesses die Umgestaltung einläuten“, berichtet der Sersheimer Rathauschef. Auch auf dem ehemaligen Tengelmann-Gelände und in der Sedanstraße soll sich etwas tun und unter anderem neuer Wohnraum geschaffen werden.

Die Haushaltslage Ende 2017: Sicheres Fundament für die ehrgeizigen Projekte ist die gute finanzielle Situation der Mettertalgemeinde. „Wir haben aus Finanzsicht ein sehr gutes Jahr hinter uns. Ich rechne auch 2018 mit einem ähnlichen Verlauf, bevor uns 2019 die guten Jahre wieder einholen werden. Aber wir haben genug Mittel in der Rücklage. Ich würde unsere Gemeinde als einen Patienten bezeichnen, der vor Jahren seine Rehabilitation begonnen hat und jetzt mit einer guten Prognose entlassen wurde“, sagt Bürgermeister Scholz.

Vor allem den Ausschüttungen aus dem Zweckverbandsgebiet Eichwald sei die sehr gute Finanzausstattung Sersheims zu verdanken. „Ich kann die Kritik aus den Reihen der Gemeinderäte am Zweckverbandsgebiet daher nicht immer nachvollziehen. Wir werden bald rund 2000 Arbeitsplätze in diesem Areal haben und profitieren von den sehr guten Grundstückseinnahmen. Wenn wir den Zweckverband nicht hätten, wäre unsere Gemeinde nicht spätestens 2023 schuldenfrei“, unterstreicht das Sersheimer Gemeindeoberhaupt.

Aussichten auf die Entwicklung 2018: Jürgen Scholz wartet mit Spannung auf das Frühjahr 2018, denn wenn alles gut geht, wird um diese Zeit die Zusage für den Antrag der Gemeinde für eine Aufnahme in das Bundes-Förderprogramm „Soziale Stadt“ in den Briefkasten des Rathauses flattern. „Dies wäre für uns ein echter Quantensprung, denn mit den Zuschüssen könnten wir den Bereich am Sersheimer Markt komplett umgestalten. Die Planungen dafür liegen bereits in der Schublade. Es handelt sich um eine Investitionssumme von 800.000 bis 900.000 Euro. Das Ortsbild würde dadurch nachhaltig verschönert werden“, erklärt Scholz.

Die wichtigsten Projekte 2018: Die Umgestaltung der Sersheimer Ortsmitte mit ihren vielen Facetten gehört zu den bedeutendsten Vorhaben im neuen Jahr. Weiterhin steht die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht Doppik an, das Kämmerer Matthias Hirner in Atem halten wird. Außerdem müssen weitere dezentrale Unterkünfte für die Anschlussunterbringung von Asylbewerbern gefunden werden. Im Bereich Straßenbau wird die umfassende Maßnahme in der Talstraße vorbereitet, die 2019 beginnen soll und eine Investition von rund einer Million Euro erfordert.

Persönliche Erwartungen ans kommende Jahr: „Persönlich erhoffe ich mir für die Gemeinde im neuen Jahr, dass alle wichtigen Beschlüsse mit einer entsprechenden Mehrheit gefasst werden, und wir alle an einem Strang ziehen. Wir wollen gemeinsam unsere Kommune weiterentwickeln“, stellt Jürgen Scholz fest.

Die „Sorgenkinder“ der Gemeinde: Kopfzerbrechen bereiten dem Sersheimer Bürgermeister vor allem die sozial schwächeren Familien in seiner Kommune. „Wir haben im Rahmen einer Weihnachtswünsche-Aktion festgestellt, dass aus Sersheim doch eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwächeren Familien kommen. Dieses Ergebnis hat mich erschreckt, denn im Alltag nehmen wir dies so nicht wahr. Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns als Gemeinde für einen sozialverträglichen Wohnungsbau einsetzen“, betont Scholz.

Ein Ärgernis ist für ihn die Weigerung des Landes, die S-Bahnstrecke über Bietigheim-Bissingen hinaus auch nach Sersheim zu verlängern. „Dies wäre die einmalige Möglichkeit, rund 6000 Pendler auf die Schienen zu bringen. Warum das Land diese Chance ungenutzt lässt, verstehe ich nicht“, so Scholz.