Gericht Ohrfeige für ungebetenen Gast

Markgröningen / Heike Rommel 11.09.2018

Mit seinem Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung hatte ein 50-jähriger Betreiber einer Kellerbar parallel zum Schäferlauf keinen Erfolg. Dieser muss seine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu jeweils 20 Euro kraft Urteils berappen.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft legte dem Markgröninger Betreiber einer Kellerbar während des letzten Schäferlaufes zur Last, seinen ungebetenen Gast abgewatscht zu haben, welcher trotz eines Hausverbotes erneut in dieser Örtlichkeit erschienen sei. Dem 17-jährigen, ungebetenen Gast hätte der Angeklagte eine Ohrfeige verpasst, wodurch diesem die Brille aus dem Gesicht gefallen und beschädigt worden sei. Der 17-Jährige hätte im Zuge seiner Strafanzeige bei der Polizei neben einem Sachschaden von rund 300 Euro an der Brille auch eine Schwellung im Gesicht geltend gemacht. Zu dieser Schwellung lag dem Gericht ein ärztliches Attest vor.

Der Betreiber der Kellerbar machte zu den Tatvorwürfen keine Angaben. Der vermeintlich Geschädigte und ungebetene Gast schilderte im Zeugenstand, er hätte unbedingt zu einer Geburtstagsfeier wollen, sich aber lediglich auf einer Bierbank vor dieser Kellerbar aufgehalten.

Der Betreiber der Kellerbar-Einrichtung erwies sich vor Gericht als einschlägig vorbestraft und muss seine Geldstrafe aus dem Strafbefehl, gegen welchen er Einspruch eingelegt hat, bezahlen. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht befanden den 17-jährigen Brillenträger für glaubhaft und sahen den Strafbefehl gegen den Betreiber der Kellerbar durchaus als gerechtfertigt an.

Angeklagter fehlt

Der Verteidiger, welcher ohne den angeklagten Betreiber der Kellerbar-Einrichtung verhandeln musste, da dieser in alkoholisiertem Zustand nicht zur Gerichtsverhandlung erscheinen konnte, meinte während seines Plädoyers, die ganze Sache zwischen seinem Mandanten und dem 17-jährigen Brillenträger hätte sich wohl „hoch geschaukelt“ und stellte die Strafe ins Ermessen des Gerichts. Dieses entschied im Sinne des Strafbefehls und sah keinerlei Grund, warum es die Strafe für den Kellerbar-Betreiber schmälern oder ganz fallen lassen sollte, nur weil der 17-Jährige während des Markgröninger Schäferlaufs vor und nicht in dessen Keller gesessen hat.

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