Historische Keltern Ohne Konzept geht es nicht weiter

Die Kelter Kleinsachsenheim.
Die Kelter Kleinsachsenheim. © Foto: Kalb Martin
Sachsenheim / Rena Weiss 02.02.2019

Eine Interessengemeinschaft hat bereits 2015 beantragt, dass in der Kelter in Kleinsachsenheim ein Besprechungsraum für 30 Personen, eine Toilettenanlage für Feste rund um die Kelter, Büroräume fürs Museum sowie eine Küche kommen soll. Zudem sollte die Kelter barrierefrei werden. „Wir waren der Meinung, dass es hierfür das Vereinszimmer in der Mehrzweckhalle gibt und kein weiterer Bedarf besteht“, erklärt Nicole Raichle, Pressesprecherin der Stadt Sachsenheim, auf BZ-Nachfrage.

Dennoch bleibt die Kelter ein Dauerprojekt der Stadt. Während die Stadtverwaltung zumindest Sicherungsmaßnahmen fortführt, werde sie keine weiteren Veränderungen am Gebäude vornehmen, solange kein Nutzungskonzept vorliege. Die Kleinsachsenheimer klagen indes darüber, dass es keinen zentral gelegenen Bürgertreffpunkt gibt. Das Vereinszimmer in der Mehrzweckhalle befindet sich am Ortsrand.

Ende des Jahres 2012 wurde die Kelter über mehrere Monate zu einem Depot für Museumsexponate der Stadt umgebaut. Seit Herbst 2013 ist sie nun nach Anmeldung offen für Kindergartengruppen, Schulklassen oder interessierte Bürger. Ein Depot unterscheidet sich dabei von einem klassischen Museum, weil die Ausstellungsstücke wie Holzwaschmaschinen, Pflüge und Viehgeschirre nicht in Vitrinen stehen. Vor der Nutzung als Depot waren in der Kelter ein Getränkehandel, danach eine Saftpresse und zuletzt ein Lager zur Papiersammlung eines Vereins untergebracht.

Info Die heutige Kelter, ein Sandsteinbau mit Fachwerkgiebel, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Eine Kelter ist in Kleinsachsenheim allerdings schon 1523 belegt, damals zu drei Vierteln im Besitz des Ortsherren Reinhard von Sachsenheim. 1561, mit der Übernahme Kleinsachsenheims durch Württemberg, ging auch die Kelter in den Besitz des Hauses Württemberg über. 1819 erwarb die Gemeinde das Gebäude.

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