Die Stadt will in die Förderung von Ökostrom finanzieren. Wie, das ist noch offen. Aktuell werden die städtischen Gebäude in Sachsenheim von den Stadtwerken Sachsenheim – im Gegensatz zu den Privathaushalten – nicht mit reinem Öko-Strom betrieben, sondern nutzen den normalen deutschen Strommix. In dem sind laut Fraunhofer-Institut aktuell 47 Prozent Ökostrom enthalten – netto. Wem das nicht reicht, der kann sich Zertifikate kaufen und so – rechnerisch – mehr Ökostrom einspeisen. „Das funktioniert aber nicht so, dass wir uns Ökostrom kaufen und sie uns dann eine Leitung legen“, erklärt Stadtkämmerer Lars Roller. Vielmehr muss der Anbieter im Gesamten dafür garantieren, dass er die zertifizierte Menge an Ökostrom bereithält. Für das Geld, das die Anbieter über die Zertifikate erhalten, können sie wiederum in Erneuerbare Energien investieren.

Die Grüne Liste (GLS) bat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats darum, dass die Verwaltung möglichst zeitnah Varianten zum Kauf solcher Ökostrom-Zertifikate vorlegt. Das wurde innerhalb des nächsten halben Jahres zugesagt. Dann soll entschieden werden. Roller geht davon aus, dass für den gesamten Strombedarf jährlich zwischen 10 000 und 25 000 Euro für den Kauf von Zertifikaten anfallen würden.

Die Stadt hat aber noch eine ganz andere Möglichkeit im Blick, für die die Fraktionen im Gemeinderat ebenfalls ein offenes Ohr haben. „Wir prüfen, ob es nicht sinnvoller ist, anstatt Zertifikate zu kaufen, lieber weitere eigene Fotovoltaikanlagen zu bauen. Dadurch erhöhen wir direkt den Öko-Anteil im Strommix“, erklärt Roller. Eine Anlage mit 50 Kilowattstunden Höchstleistung soll nächstes Jahr aufs Dach der Gemeinschaftsschule kommen, wenn der Umbau so weit ist. Darüber hinaus betreibt die Stadt bereits einige Fotovoltaik-Anlagen, zum Beispiel auch auf der Kirbachschule.

So viel Strom verbraucht die Stadt


3 Millionen Kilowattstunden (kwh) Strom jährlich verbraucht die Stadt Sachsenheim etwa. „Das entspricht zirka 1000 dreiköpfigen Familien.

0,6 Millionen kwh gehen dabei zirka für Wasserpumpen drauf.

1,2 Millionen kwh benötigte die Straßenbeleuchtung bisher, vor der Umstellung auf LED-Technik. Eine neue Abrechnung gibt es noch nicht. Ebenso viel ist es für die städtischen Gebäude. msc