Oberriexingen Oberriexinger Rat: Grundsatzentscheidung für Neuordnung Stadtkern

Oberriexingen / RUDI KERN 24.03.2016
Ein Investor soll für die Sanierung des Stadtkerns ins Boot genommen werden. Diese Grundsatzentscheidung hat der Oberriexinger Rat am Dienstagabend getroffen.

Schritt für Schritt gehen die Planungen für die Gestaltung des Sanierungsgebietes "Stadtkern II" in Oberriexingen weiter. Der Gemeinderat sprach sich am Dienstag in seiner jüngsten Sitzung für eine Variante aus, in der sich ein Investor für die Gebäude Obere Gasse 8 und 10 einbringen könnte.

Erfreulich in dem Zusammenhang ist die gewährte Aufstockung an Landesmittel um 700.000 Euro. Das gibt dem Ratsgremium nun durchaus die Möglichkeit für grundsätzliche Entscheidungen. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte sich der Gemeinderat mit den Ausführungsvarianten intensiv beschäftigt. Für die Modernisierung der Gebäude Obere Gasse 8 und 10 zeichnet sich nun ab, dass ein Investor sich engagieren soll. Nach den Worten von Bürgermeister Werner Somlai ist bislang das Interesse eines auswärtigen Unternehmens vorhanden. Sollte kein Investor gefunden werden, sei erneut über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Die Variante mit dem Erhalt der Bausubstanz sowie der Modernisierung der beiden Gebäude möchte der Gemeinderat jedenfalls weiterverfolgen.

Es ist die von Bauhistoriker Gerd Schäfer aus Schwäbisch Hall sowie der Kommunalentwicklung Baden-Württemberg vorgeschlagene Planung. Nebst den städtebaulichen Gründen steht hier auch die finanzielle Seite im Vordergrund, denn schließlich will die Stadt die Renovierung für das erworbene Gebäude in der Hauptstraße 20 selbst in die Hand nehmen. Hierfür fallen Gesamtkosten von 500.000 Euro an, allerdings wird dazu mit Finanzhilfen von etwa 255.000 Euro gerechnet. Weiter stehen im Neuordnungskonzept die Sanierung der denkmalgeschützten Stadtmauer und die Freiflächengestaltung auf der Agenda.

Nach dem Beschluss des Ratsgremiums soll die Bürgerwerkstatt Oberriexingens, die sich bereits mit Beginn der Projektierung der Stadtkern-Neukonzeption eingebracht hat, in die Planung der Außenanlagen im Bereich Obere Gasse/Zwingerstraße mit einbezogen werden. Ebenso die direkten Anwohner. Ein entsprechender Planentwurf eines Fachbüros liege baldigst für Rat und Bürgerwerkstatt zur Vorlage auf dem Tisch, wie der Bürgermeister ankündigte. Mit dem Frühjahr 2017 ist der Beginn der Bauarbeiten geplant.

Der Gemeinderat stimmte in der Sitzung am Dienstag auch der beschränkten Ausschreibung der Sanierungsarbeiten für die historische Stadtmauer zu. Die Maßnahmen für die Instandsetzung des Gemäuers zwischen Obere Gasse und Zwingerstraße wird vom Büro Schäfer ausgeschrieben. Voraussichtlich bis Ende dieses Jahres soll die Stadtmauersanierung abgeschlossen sein. Ob mit oder ohne Wehrgang darauf, wird sich in den weitere Beratungen des Gemeinderats weisen.

Was die aktuelle Finanzierung anbelangt, werden für die Freiflächengestaltung Kosten von insgesamt 1,4 Millionen Euro erwartet. Nach Abzug der nicht förderfähigen Kosten bliebe ein Eigenanteil von rund 610.000 Euro für die Stadt. Ausgehend von einem privaten Investor, ergeben sich beim Erhalt der beiden Gebäude in der Oberen Gasse, den Maßnahmen für das Haus in der Hauptstraße und privaten Maßnahmen im Sanierungsgebiet Gesamtkosten von 1,32 Millionen Euro, wobei ein gerechneter Eigenanteil der Stadt von etwa 600.000 Euro verbleibt. Nochmals sollen Interessenten im Bereich des Sanierungsgebietes angeschrieben werden, um eventuell weitere gewünschte Modernisierungsabsichten abzuklären. Einstimmig gab das Ratsgremium das Signal an die Verwaltung für die Vorgehensweise in puncto Sanierung "Stadtkern II".

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