Sachsenheims Feuerwehrabteilungen sollen noch stärker als bisher zusammenarbeiten. Das betont Dr. Roland Demke, der den Feuerwehrbedarfsplan für die Stadt fortgeschrieben hat. Bei der Vorstellung im Gemeinderat ging es nicht nur um die geplante Zusammenlegung im Kirbachtal, für die ein Standort gefunden ist.

„Wenn man die Sachsenheimer Feuerwehr neu auf dem Reißbrett planen würde, wären drei Standorte am sinnvollsten“, sagte Demke vor den Stadträten und vielen Feuerwehrmännern am Donnerstag. Dann gäbe es einen in Häfnerhaslach, einen zwischen Groß- und Kleinsachsenheim irgendwo auf Höhe der Mühle und einen, wie geplant für Spielberg, Ochsenbach und Hohenhaslach.

Neubau „möglichst schnell“

Eine Zusammenlegung hält der Fachmann, wie bereits geplant für die drei Kirbachtalgemeinden sinnvoll. Denn dort fehle es an Flächen, die Feuerwehrhäuser seien in einem schlechten baulichen Zustand. „Aus diesem Gesamtgefüge ergibt sich, dass möglichst schnell ein Neubau angegangen werden sollte“, schlussfolgert Demke. Ein Grundstück ist dafür nun auch gefunden – und zwar nahe des Bromberghofs zwischen den drei Ortsteilen. Die Machbarkeitsstudie hierfür soll bis spätestens Ostern vorliegen.

Ein Neubau zwischen Groß- und Kleinsachsenheim würde 4,5 bis 5 Millionen Euro kosten. Der Feuerwehrbedarfsplan sieht deshalb eine Modernisierung der beiden Häuser in den kommenden Jahren vor. Diese wird auf insgesamt 450 000 Euro geschätzt. „So sehr ich mir auch ein gemeinsames Feuerwehrhaus wünsche, eine Renovierung der beiden bestehenden ist auch langfristig günstiger“, sagte Stadtrat und Feuerwehrmann Ralf Nägele. An beiden Häusern sind eine Renovierung und eine Erweiterung für mehr Fahrzeuge durch einen rückwärtigen Anbau plus Garage nötig.

Am ebenfalls zu behaltenden Häfnerhaslacher Feuerwehrhaus ist laut Bedarfsplan ein Anbau für rund 200 000 Euro notwendig.

Wenn auch nicht überall über gemeinsame Standorte, aber auf jeden Fall funktional sollen die Abteilungen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, sprich grundsätzlich gemeinsam ausrücken. Ein Ausrückebereich Groß- und Kleinsachseheim kommt so auf die nötige Stärke von 84 Mann und Frau. Selbes gilt für einen Ausrückebereich Kirbachtal. Auch hier „können die Planungsziele nur im Zusammenwirken der Abteilungen Hohenhaslach, Ochsenbach, Spielberg und Häfnerhaslach erreicht werden“, heißt es im Bedarfsplan.

„In der Praxis handhaben wir das weitestgehend bereits so“, betont Sachsenheims Feuerwehrkommandant Philipp Rousta. Neu ist aber, dass die einzelnen Abteilungen noch spezialsisiert werden sollen. So soll die neue gemeinsame Kirbachtal-Abteilung beispielsweise zukünftig die Spezialwerkzeuge beherbergen und bei entsprechenden Einsätzen nachrücken.

Zuletzt betonte Demke, leitender Branddirektor in Würzburg, noch die Notwendigkeit der Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen, beispielsweise auch bei der Ausstattung. Denn wie wichtig die aktuell 159 aktiven Feuerwehrmitglieder sind, zeigt eine einfache Rechnung: Für eine hauptamtliche Wache würden für Sachsenheim rund um die Uhr 45 Stellen benötigt-. So wären jährlich rein 2,25 Millionen Euro an Personalkosten fällig.

Eigene Drehleiter soll 2021 angeschafft werden


„Aufgrund der Zahl hoher Gebäude (...) sowie den ausgedehnten Gewerbebetrieben mit hoher Brandlast und der Vielzahl an Alarmierungen ist (...) die Vorhaltung einer eigenen Drehleiter bei der Feuerwehr Sachsenheim aus Gutachtersicht zukünftig erforderlich“, heißt es im Feuerwehrbedarfsplan. Gutachter Dr. Roland Demke kommt zu dem Schluss, dass im Ausrückebereich Groß-/Kleinsachsenheim die Eintreffzeit von 10 Minuten als zweiter Rettungsweg bei zahlreichen hohen Gebäuden (insgesamt mehr als 100) von den Nachbargemeinden nicht gewährleistet werden kann. Bisher helfen die Wehren aus Bietigheim und Vaihingen mit ihrer Drehleiter aus.

„Wir müssen der gesetzlichen Pflicht nachkommen“, sagt der hauptamtliche Feuerwehrkommandant Philipp Rousta auf BZ-Nachfrage. Deshalb ist für 2021 die Anschaffung einer Drehleiter für rund 700 000 Euro im Feuerwehrbedarfsplan vorgesehen. „Vorher müssen wir die baulichen Voraussetzungen schaffen“, sagt Rousta. Platz finden soll das Fahrzeug mit der Drehleiter dann im Kleinsachsenheimer Feuerwehrhaus.

Bereits in diesem Jahr wird ein mittleres Löschfahrzeug (MLF) als Ersatz für das Tanklöschfahrzeug der Abteilung Großsachsenheim aus dem Jahr 1986 angeschafft werden. Ebenfalls 2019 steht ein Einsatzleitwagen für 100 000 Euro an.

Für die kommenden Jahre geht der Bedarfsplan von einem Investitionsvolumen von durchschnittlich je 200 000 Euro aus. 30 bis 40 Prozent sind bezuschussbar. msc

Im Schnitt gut zwei Minuten schneller


8 Minuten, sogar ein bisschen weniger, beträgt die durchschnittliche Eintreffzeit der Feuerwehr Sachsenheim. Damit unterschreitet die Wehr den Sollwert von 10 Minuten deutlich. msc