Beratung Neues Baugebiet „Birkenfeld“

Noch ist eine Ackerfläche zu sehen, doch bald wird ein neues Bebauungsgebiet entstehen. Das Baugebiet Ost III in Kleinsachsenheim soll erweitert werden.
Noch ist eine Ackerfläche zu sehen, doch bald wird ein neues Bebauungsgebiet entstehen. Das Baugebiet Ost III in Kleinsachsenheim soll erweitert werden. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Von Michaela Glemser 06.12.2018

Grundsätzlich stehen die Mitglieder des Bezirksausschusses in Kleinsachsenheim einer neuen Wohnbebauung auf einer Fläche angrenzend an das bereits bestehende Baugebiet „Ost III“ positiv gegenüber. Kritik wurde in der jüngsten Ausschusssitzung nur am geplanten Namen und der Umsetzung des neuen Wohnareals laut. Mit der Bezeichnung „Ost III Ost“ oder „Vogelweide“ für die neuen Wohnbauflächen an der Straße nach Bietigheim-Bissingen konnte man sich so gar nicht anfreunden. Zumal nicht ganz klar sei, woher der Begriff stamme. In der Bevölkerung heißt das Gebiet ‚die Birke‘“, erklärte Thomas Schwarz von den Freien Wählern. Auch der Kleinsachsenheimer Stadtteilbeauftragte Timon Friedel regte an, dass sich der Beirat über eine neue Bezeichnung Gedanken machen sollte.

Dr. Angela Brüx von der Grünen Liste Sachsenheim (GLS) schlug vor, einen Namen auf dem Klein-Höfle-Fest im kommenden Jahr mit der Bevölkerung zu suchen. Da das neue Baugebiet allerdings schon im Laufe des Jahres 2019 konkret geplant werden soll, hielt Stadtteilbeauftragter Friedel diesen Zeitpunkt zu spät. Abhilfe wusste der Kleinsachsenheimer Siegfried Jauß, der für den Namen „Birkenfeld“ votierte in Anlehnung an das bestehende Wohngebiet „Sonnenfeld“ und der allgemeinen Bezeichnung. Dieser Idee schlossen sich die Mitglieder begeistert an.

Doch nicht nur der Name der beabsichtigten Wohnbauflächen sorgte für Diskussionen. Irritiert zeigten sich die Ausschussmitglieder auch darüber, dass der Vorschlag abgelehnt wurde, für das neue Baugebiet dennoch ökologische Ausgleichsflächen zu schaffen, auch wenn diese vom Gesetzgeber in diesem Fall nicht vorgeschrieben werden.

Abhilfe für Wohnraumnot

Um der aktuellen Wohnraumnot abzuhelfen, ermöglicht es der Bund den Kommunen Baugebiete von rund einem Hektar als Lückenschluss oder Abrundung im Außenbereich im beschleunigten Verfahren zu planen, ohne dafür entsprechende Ausgleichsflächen zu realisieren. Der Bezirksbeirats hatte sich jedoch bei den ersten Beratungen über das Baugebiet „Birkenfeld“ dafür ausgesprochen, diesen ökologischen Ausgleich dennoch herzustellen. „Wenn die Vertreter der Stadt schon die Ausgleichsflächen nicht schaffen wollen, sollte zumindest die Quote für den sozialen Wohnungsbau im neuen Wohngebiet von den geplanten 10 auf 15 bis 20 Prozent erhöht werden“, betonte Ausschussmitglied Bernd Lieb (GLS). Gemeinderat Thomas Wörner (GLS) erinnerte daran, dass der Antrag seiner Fraktion den Wert für den sozialen Wohnungsbau auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen, bereits im Ratsgremium der Stadt abgelehnt worden sei.

Dr. Angela Brüx forderte dazu, dass die Stadt auch ihren Rückstand an ökologischen Ausgleichsflächen für bestehende Bauvorhaben endlich aufarbeiten müsse. Sie betonte zudem, dass bei den Planungen für ein neues Baugebiet auch die Folgen für die Verkehrsbelastung oder der Kindergartenbedarfsplan nicht vergessen werden dürften. Dabei gab es heftige Kritik an der Anbindung Kleinsachsenheims an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr, vor allem nach Bietigheim-Bissingen. „Wir können das Thema ‚ÖPNV‘ noch einmal detailliert in einer Bezirksbeiratssitzung besprechen. Die bestehende Infrastruktur muss natürlich mit dem neuen Baugebiet mitwachsen. Aber im Bereich der Kindergärten sind wir mit der Erweiterung des Waldkindergartens und der Villa Sonnenschein schon sehr gut aufgestellt. Ein Verkehrskonzept wird gerade erarbeitet“, unterstrich Friedel.

Die Ausschussmitglieder sind nun erst mal gespannt, wie der Name „Birkenfeld“ des neuen Baugebiets bei den Verantwortlichen der Stadt Sachsenheim ankommt.

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