Sachsenheim Neuer Wohnraum für bis zu 190 Menschen

Von Mathias Schmid 27.07.2018

Es ist ein weiteres Projekt, das Baulücken in Großsachsenheim schließen wird. Auf einer privaten, derzeit unter anderem als Nutzgarten genutzte Fläche zwischen Seepfad und Hohe Straße sollen Appartment- und Mehrfamilienhäuser entstehen.

Die Fläche ist komplett in Privatbesitz. Hardi Raff vom gleichnamigen Bietigheimer Architekturbüro stellte das Vorhaben am Dienstag im Sachsenheimer Gemeinderat vor. Die privaten Planungen stellen gleichzeitig den Bebauungsplan dar, der vom Gemeinderat bei drei Gegenstimmen verabschiedet wurde.

Entstehen sollen nach Wunsch der Eigentümer-Familie 11 Häuser mit insgesamt 80 Wohneinheiten. Zum Großteil sollen Appartments mit einem oder zwei Zimmern gebaut werden, die auch für Berufspendler, die beispielsweise nur unter der Woche im Gewerbepark Eichwald beschäftigt sind, gedacht sind. Auf der zirka 1,2 Hektar großen Fläche gibt es nach außen zur bereits bestehenden Bebauung zweistöckige Gebäude plus Dachgeschoss. Bei den inneren Gebäuden kommt noch ein Geschoss hinzu.

Und genau hier schieden sich die Geister im Gemeinderat. Den Anfang machten zu Beginn der Sitzung die Anwohner in der Bürgerfragestunde. Zu hoch seien die Gebäude, zu dicht die Bebauung. „Wir mussten schon genug schlucken. Und jetzt sollen wir noch mehr an Lebensqualität einbüßen“, meinte ein Bürger auch mit Blick auf die viele Jahre lang dort aufgestellten Flüchtlingscontainer, an deren Stelle jetzt zwei neue Gebäude für die Anschlussunterbringung von bis zu 60 Flüchtlingen hochgezogen wurden.

Auch einigen Sachsenheimer Stadträten war die Bebauung zu massiv. Burkhard Bayer (CDU), selbst Architekt, warf ein: „Eine Viergeschossigkeit ist nicht notwendig. Ein Geschoss weniger wäre eine geringe Wohnreduzierung, würde dem Ganzen aber sicher guttun.“ Auch die Parksituation, so ein weiterer Einwand der Räte, würde sich bei weniger Wohneinheiten entspannen. Für die 80 Wohneinheiten sind 120 Stellplätze in einer großen Tiefgarage geplant, von der aus ein direkter Zugang zu den Gebäuden besteht. Zudem werden 15 Besucherparkplätze im Außenbereich geschaffen.

SPD-Stadtrat Peter Schreiber sprach angesichts der erneuten Diskussion zu diesem Thema von einer „Schauveranstaltung“, die nur wegen der anwesenden Öffentlichkeit stattfinde. Doch es gab durchaus auch zufriedene Stimmen: Bürgermeister Horst Fiedler sprach von einem „ansprechenden Wohnungsbau“. Ralf Nägele (FW) meinte: „Ich finde den Bau gelungen.“ Er forderte angesichts des Wohndrucks in der Region ein „Umdenken“ und meinte: „Wir müssen mit dem Zuzug leben.“

GLS-Fraktionschef Günter Dick erwiderte sinngemäß, dass es bezüglich der Wohnungsnot keinen Unterschied mache, ob hier ein Geschoss mehr oder weniger gebaut wird.

Auch Architekt Hardi Raff verteidigte das Vorgehen: „Die Nachbarhäuser haben einen Sockel und zusätzlich zwei Geschosse und ein Satteldach. Ich denke, dass sie die Gebäude in den Bestand einbetten. Wir gehen nur in der Mittelachse hoch.“ Sichtbar für die schon jetzt dort Wohnenden sei das, wenn überhaupt, nur minimal. Darum zeigte er Straßenquerschnitte und Animationen, die verdeutlichen sollten, dass die neue Bebauung die alte nicht überragen wird.

Oberfläche autofrei

Im Quartiers-Innenbereich, so steht es im Bebauungsplan der Architekten, nimmt eine kleinteilige Baustruktur den Maßstab der Umgebung auf, in Form von „Wohnpavillons im Park“. Gebaut wird hier in dreigeschossiger Bauweise mit begrüntem Flachdach. Nach Aussagen des Architekten soll die parkähnliche Landschaft erhalten werden. Deshalb wird es auch nur eine Zufahrt zur Tiefgarage, vom Seepfad aus, geben. So soll die Oberfläche weitestgehend autofrei gehalten werden. Bevor gebaut werden kann, muss das Vorkommen von Brutvögeln, Fledermäusen sowie Reptilien und Amphibien weiter untersucht werden. Zudem wird es noch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben.

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