Lieferservice Neuer mobiler Mittagstisch

Sie stellten das neue Fahrzeug mit integriertem Ofen für den Essensdienst vor (von links): Rebekka Reichert, Ralf Böhme, Christa Schaber, Michele Stähle, Eugen Müller, Tobias Kogel und Sabine Keppelvon der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim.
Sie stellten das neue Fahrzeug mit integriertem Ofen für den Essensdienst vor (von links): Rebekka Reichert, Ralf Böhme, Christa Schaber, Michele Stähle, Eugen Müller, Tobias Kogel und Sabine Keppelvon der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Michaela Glemser 28.06.2018

Zuhause so lange wie möglich selbstbestimmt leben: Dies ist der große Wunsch von vielen Menschen in den reiferen Jahren. Wer nicht mehr selbst kochen möchte oder kann, ist auf einen Lieferservice wie „Essen auf Rädern“ angewiesen. Dieses Angebot der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim war aber in der Vergangenheit für die Verantwortlichen und die Kunden nicht immer ganz zufriedenstellend.

„Von der wirtschaftlichen Seite gesehen war ‚Essen auf Rädern‘ sehr schwierig. Die Kosten gerade für die Fahrten ins Kirbachtal drohten aus dem Ruder zu laufen. Zudem war das Essen, welches uns die Kantine vom Unternehmen Kienle & Spieß lieferte, nicht speziell auf die Bedürfnisse von Senioren abgestimmt“, erläutert Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Sozialstation.

Lieferung wurde eingestellt

Die Portionen waren für viele Kranke, Senioren oder Pflegebedürftige zu groß, auf Anforderungen bei Patienten mit Schluckbeschwerden oder Lebensmittelunverträglichkeiten konnte kaum Rücksicht genommen werden, und die am Morgen in der Kantinenküche fertig gekochten Mahlzeiten waren häufig nicht mehr heiß, als sie bei den Kunden auf dem Tisch standen. „Aus allen diesen Gründen haben wir das ‚Essen auf Rädern‘ im Kirbachtal schon vor Jahren eingestellt und befanden uns nun auch in Groß- und Kleinsachsenheim vor der Frage, wie es in Zukunft weitergehen solle. Die Vertreter in unseren Gremien haben aber eindeutig beschlossen, dass ‚Essen auf Rädern‘ mit einem neuen Lieferanten weiterbestehen soll“, schildert Lothar Kämmle.

Mit fünf unterschiedlichen Anbietern traten die Verantwortlichen der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim in Kontakt, überzeugen konnte schließlich der Branchenriese Apetito mit Sitz im münsterländischen Rheine. „Die kleineren Anbieter vor Ort können aus wirtschaftlichen Gründen nicht so auf all die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden eingehen“, macht Lothar Kämmle deutlich. Bei Apetito dagegen gibt es einen Katalog mit über 200 unterschiedlichen Gerichten, aus denen die Kunden auswählen können. Ob ansprechend püriert bei Menschen mit Schluckbeschwerden, ob ohne Gluten oder Laktose, ob vegetarisch oder ohne Schweinefleisch: Von der Suppe als Vorspeise bis zum Kuchen als Nachtisch kann sich jeder sein Lieblingsmenü zusammenstellen.

Die Speisen werden auf den Punkt genau gegart. Möglich macht dies das sogenannte „Frische-Mobil“, ein Auslieferungsfahrzeug, das mit einem segmentierten Ofen ausgestattet ist, dessen Kammern mit den Menüs bestückt werden können. Der Fahrer kann den Ofen mit Hilfe eines Touchscreen-Displays überwachen und die Speisen entsprechend garen. „Lange Warmhaltezeiten werden dadurch vermieden, und die Gerichte kommen heiß sowie auf den Punkt genau zubereitet bei den Menschen auf den Tisch. So bleiben die Frische, die Nährstoffe und Vitamine auch wirklich erhalten“, erklärt Rebekka Reichert, die das Projekt „Essen auf Rädern“ bei der Sozialstation Sachsenheim leitet und von Andrea Brenner unterstützt wird.

Im Auslieferungsfahrzeug gibt es aber nicht nur einen Ofen, sondern auch entsprechende Kühlkammern. Dort werden tiefgekühlte Menüs aufbewahrt für Menschen, die sich innerhalb kurzer Zeit ihr Essen selbst warm machen wollen. Wer möchte, kann dafür auch auf eine spezielle Mikrowelle des Anbieters zurückgreifen, bei der die optimale Zubereitung für die unterschiedlichen Gerichte bereits einprogrammiert ist und mit einem Code abgerufen werden kann. Auch ganze Wochenkartons können auf diese Weise zusammengestellt werden.

„Wir starten mit unserem Angebot ‚Essen auf Rädern‘ am Montag, 2. Juli, und werden zunächst im Kirbachtal von Montag bis Freitag, in Groß- und Kleinsachsenheim von Montag bis Samstag das Essen heiß ausliefern. Unser Ziel sind 10 000 Essen im Jahr. Bisher gibt es vor allem aus dem Kirbachtal schon viele Anfragen und Interessenten“, so Reichert.

Eventuell sollen auch benachbarte Gemeinden wie Sersheim und Oberriexingen mit „Essen auf Rädern“  versorgt werden. Auch das betreute Wohnen im neuen Seniorenzentrum am Lichtenstern-Gymnasium kann auf diese Offerte zurückgreifen. Die Gerichte, die tageweise oder vorübergehend bei Krankheit oder Urlaub der Angehörigen bezogen werden können, kosten zwischen 8 und 10 Euro, wenn sie heiß auf den Tisch kommen, und zwischen knapp 6 und 9 Euro als Tiefkühlware.

Info Unter der Telefonnummer (07147) 92 10 10 gibt es mehr Informationen zum „Essen auf Rädern“ der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim.

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