Sachsenheim Neubaugebiet: Sachsenheimer Gemeinderat legt Grundstückspreise fest

Rechts neben der Bissinger Straße entsteht das Neubaugebiet "Sonnenfeld", ehemals "Süd III". Nun wurden die Preise für Grundstücke festgelegt.
Rechts neben der Bissinger Straße entsteht das Neubaugebiet "Sonnenfeld", ehemals "Süd III". Nun wurden die Preise für Grundstücke festgelegt. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / CAROLINE HOLOWIECKI 12.03.2016
In Großsachsenheim entsteht am Ortsausgang Richtung Untermberg das Neubaugebiet "Sonnenfeld". Der Gemeinderat hat nun die Grundstückspreise festgelegt. Das Filetstück kostet 1200 Euro pro Quadratmeter. Immerhin wurde ein Rabatt für Familien beschlossen.

460 Namen. So viele Interessenten stehen auf der .Sonnenfeld"-Liste bei der Stadtverwaltung Sachsenheim. Die bereitet momentan die Arbeiten für das 27.000 Quadratmeter große Neubaugebiet, das ehemals "Süd III" hieß, neben der Bissinger Straße in Großsachsenheim in Richtung Untermberg vor, und hunderte Menschen haben sich bei der Stadtverwaltung gemeldet, dass sie gern ein Baugrundstück wollen - Privatleute ebenso wie Unternehmen.

Der Gemeinderat Sachsenheim hat am Donnerstag die Kaufpreise für die Bauflächen festgelegt. Und die sind teils gesalzen. Die günstigen kostet zwischen 520 und 600 Euro pro Quadratmeter. Dort sind dann entlang der Straße oder angrenzend an die bestehende Wohnbebauung kleine Reihenhäuschen oder Einfamilienhäuser möglich. Je besser die Lage ist und je voluminöser gebaut werden darf, desto teurer wird es. Das Filetstück, auf dem mit Blick aufs freie und unverbaubare Feld großzügig vierstöckig gebaut werden darf, kostet 1200 Euro pro Quadratmeter. Summen, die auch der Stadtverwaltung unheimlich sind, doch "der Marktpreis ist explodiert. Und wir sind mit einem Verbot der Veräußerung unter Wert belegt", machte der Kämmerer German Thüry in der Sitzung deutlich.

Auch den Gemeinderäten schmeckten die Preise nicht. "Der Markt ist extrem angespannt, es wird fast alles gekauft", erklärte Burkhard Bayer (CDU). Auch Peter Schreiber (SPD) bemängelt das "Preiskarussell, das man nicht bremsen kann", und fand, dass man angesichts dieser Preisentwicklung gar nicht nach Stuttgart schauen müsse. Zum Vergleich: Der Durchschnittlichspreis für einen Quadratmeter Bauplatz lag 2015 in der Landeshauptstadt bei 1080 Euro. Spitzenwert einer Toplage: 2580 Euro.

Der Antrag von Martin Dürr (CDU), einen Nachlass für Familien mit Kindern einzuarbeiten, wurde denn auch vom Gremium mehrheitlich begrüßt und angenommen. Der Passus besagt, dass Familien pro Kind unter 18 (maximal jedoch drei Kinder) 30 Euro Rabatt pro Quadratmeter Bauplatz erhalten. Sie müssen nach Fertigstellung ihres Reihen- oder Einfamilienhauses selbst drin wohnen, und zwar mindestens fünf Jahre lang, sonst müssen sie den Rabatt zurückzahlen.

Ralf Nägele (Freie Wähler) wollte wissen, nach welchen Kriterien die Bauplätze an die Bewerber herausgegeben werden. Laut Thüry werde grundsätzlich den Alteigentümern der Grundstücke der Vortritt gewährt, winkten die ab, würden die Bauplätze per Einzelbeschluss nach sozialen Aspekten vergeben, etwa danach, wie viele Kinder der Bewerber habe oder ob er von hier sei.

Grundsätzlich, da waren sich Stadtverwaltung und Gemeinderat einig, wolle man sich künftig verstärkt dem sozialen Wohnungsbau widmen. Gremiumsmitglied Schreiber regte an, dass die Stadt eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gründen solle, "nur so können wir günstige Preise anbieten". Auch Dr. Roland Mackert (AfD) drängte auf eine Kehrtwende. Der Bürgermeister Horst Fiedler signalisierte Offenheit. "Wir wollen das angehen. Ob über eine eigene Wohnbaugesellschaft oder andere Wege, steht noch nicht fest." Für das Neubaugebiet "Sonnenfeld" bringt das freilich nichts mehr. Da war auch der Vorstoß der Grünen Liste, den aktuellen Beschluss zu vertagen, vergebens. Die Mehrheit des Gremiums lehnte dies ab.

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