Sachsenheim Mit Bedacht und Beteiligung

Mathias Schmid für Kommentar
Mathias Schmid für Kommentar © Foto: Heidi Vogelhuber
Mathias Schmid 15.09.2017

Es mag manchmal mühsam sein, Bürger in Projekte einzubeziehen. Speziell beim Thema Asyl und vielleicht auch speziell in der Stadt Sachsenheim. Doch erinnern sich die Stadt und die Kirche an die heftigen Proteste zurück, die es um die Bebauung des Grundstücks in der Heinrich-Heine-Straße gegeben hat, führt kein Weg daran vorbei, die Bevölkerung mit einzubinden. Damals musste gar die Polizei während eines Gottesdienstes einschreiten.

Wie Pfarrer Dieter Hofmann richtig erkannt hat, besteht nun die Möglichkeit, sich Zeit für eine durchdachtere Lösung zu nehmen – ebenso die Notwendigkeit. Allzu sehr ist die Stadt in jüngster Vergangenheit auf berechtigten Widerstand gestoßen, wenn sie schnelle Entscheidungen getroffen hat. Auch hinsichtlich der Bürgermeisterwahl 2019 sollte Horst Fiedler das Volk nicht noch mehr gegen sich aufbringen.

Eine Lösung im Einklang mit den Bürgern heißt aber auch, dass diese sich für Ideen öffnen müssen und nicht im Vorfeld alles ablehnen. Denn Fakt ist: Die Stadt braucht bezahlbaren Wohnraum und zumindest mittelfristig auch weitere Unterkünfte für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen – eine gesamtstädtische Aufgabe. Beispielsweise nur zu sagen: „Wir wollen hier keine Flüchtlinge“, geht deshalb auch nicht.