Sachsenheim Mindestens 2,3 Millionen und bis Anfang 2019

An der Eisenbahnbrücke zur Steingrube in Großsachsenheim wird weiterhin gearbeitet. Wann der neue Übergang fertig sein wird, ist noch nicht ganz klar.
An der Eisenbahnbrücke zur Steingrube in Großsachsenheim wird weiterhin gearbeitet. Wann der neue Übergang fertig sein wird, ist noch nicht ganz klar. © Foto: Martin Kalb
Von Mathias Schmid 20.06.2018

Für die Eisenbahnbrücke sind im Haushalt 2,4 Millionen Euro als Kostenrahmen für den Neubau in Großsachsenheim bewilligt. Viel Spielraum bleibt nach den aktuellen Kostenschätzungen nicht mehr, wie der Leiter des städtischen Tiefbauamts, Pablo Burkhardt, auf BZ-Nachfrage bestätigt. Mittlerweile ist das Projekt von 1,6 auf knapp 2,3 Millionen Euro Kosten  angestiegen.„Bei diesem Betrag stehen wir gerade“, sagt Burkhardt. Allein beim beteiligten Unternehmen Theisinger & Probst musste der Gemeinderat vor Kurzem mehr als 300 000 Euro aufs Auftragsvolumen draufpacken. Die aufgestellte Behelfsbrücke verusacht allein 130 000 Euro Mehrkosten.

Und das war wohl noch nicht alles. „Ich denke aber, dass noch Zusatzkosten kommen werden“, meint Burkhardt – aufgrund der Bauzeitverlängerung. Denn auch hier muss die Stadt erneut korrigieren. Dieses Jahr wird es nichts mehr mit der Fertigstellung. „Im Moment habe ich als Stichtag den 25. Januar“, sagt er. Bis dahin soll, wenn alles glatt läuft die Baustelle geräumt und die Brücke wieder für Autos befahrbar sein. „Aber auch der Termin ist noch nicht in Stein gemeißelt. Es können sich durchaus weitere Verschiebungen ergeben.“

Denn beispielsweise sei noch nicht festgelegt, wann die Fertigteile der neuen Brücke eingehoben werden. Danach muss noch der Übergang zwischen Straße und Brücke angepasst werden. „Zeitlich ist das alles berücksichtigt, aber es konnte noch keine Absprache mit den Firmen erfolgen“, erklärt der Tiefbauamt-Leiter. Das sei auch nicht möglich, da die Sperrzeiten – bei größeren Aktionen können keine Züge auf den Gleisen unter der Baustelle fahren – eingehalten werden. Der 10. September ist als nächste Sperrpause angepeilt. Allerdings gibt es auch da noch Redebedarf. „September ist das aktuelle Ziel“, betont Burkhardt.

Doch auch ohne die ganzen Terminabsprachen haben Stadt und Baufirmen mit dem Bau zu kämpfen. „Der kritische Part ist im Moment eine saubere, gesicherte Baugrube für die Südseite herzustellen“, erklärt Burkhardt. „Wenn wir das haben, ist die Brücke kein übermäßig schwieriges Bauwerk mehr“, meint er.  Das Problem ist der instabile Untergrund. Auch ein Signalkabel der Bahn, das im Weg liegt muss noch weggeräumt werden.

Mit den in der Steingrube ansässigen Vereinen – Tennisclub, Sportfreunde, Stadtkapelle und Ditib – ist die Stadt mittlerweile regelmäßig in Kontakt. Die hatten sich zwischenzeitlich beschwert, dass sie unter anderem nicht ausreichend Informationen bekämen (die BZ berichtete). Bei der letzten Zusammenkunft im Mai seien die Reaktionen auf die erneute Verspätung „gemischt“ gewesen, berichtet Burkhardt. „Ich kann verstehen, dass die Situation zu Unmut führt, aber ich kann sie nicht wegzaubern. Die Vereine hätten gerne Zusagen, dass das eine oder andere schnell passiert. Aber ich bin vorsichtig mit Zusagen, die ich nachher eventuell nicht einhalten kann.“

Seit Oktober 2014 ist die Eisenbahnbrücke bereits gesperrt. Zunächst hatte sich laut Stadtverwaltung vor allem die Abstimmung mit der Deutschen Bahn wegen möglicher Sperrzeiten gezogen. Dann, als es vergangenes Jahr endlich mit den Abbrucharbeiten an der alten maroden Brücke losging, festgestellt, dass der Zustand des Untergrunds deutlich schlechter als angenommen ist, was wiederum zum Umplanen führte.

Maroder Feldweg und fremder Bauschutt

Bis die neue Eisenbahnbrücke in der Steingrube fertig ist, müssen all diejenigen, die zu den dortigen Vereinen möchten, über den Feldweg von der Mühlsteige zwischen Bietigheim und Großsachsenheim fahren.

Aufgrund der hohen Belastung in einem schlechten Zustand. Laut Pablo Burkhardt, Leiter des Tiefbauamts, wird der Weg noch einmal ausgebessert werden. „Die betroffenen Vereine fragen auch danach. Wir werden es aber auf keinen Fall machen, ehe nicht das Ausbaumaterial abgefahren ist“, sagt er, „sonst haben wir danach gleich wieder Mängel.“ Derzeit liegen auf der Seite der Steingrube noch große Haufen. „Das ist der Rest der Brücke und das, was aus der Grube stammt. Von den Arbeiten an der Brücke stammen jeweils ein Haufen mit Erde und Beton sowie zwei mit Asphalt.

Auf wundersame Weise ist aber ein dritter Asphalthaufen hinzugekommen. „Der stammt nicht von uns“, sagt Pablo Burkhardt. Eventuell habe sich eine Firma die Entsorgungskosten sparen wollen? „Wir haben bisher nicht herausgefunden, woher der Asphalt stammt. Wir hatten einen Verdacht, aber der hat sich nicht bestätigt. So bleibt der Stadt wohl nichts anderes übrig, als den fremden Haufen auch zu entsorgen. msc

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