Urteil Milde Strafen für Textildiebe 

Markgröningen / Bernd Winckler 15.06.2018

Die Markgröninger Modekleider-Diebe sind am Donnerstag nach dreiwöchiger Hauptverhandlung vom Stuttgarter Landgericht zu milden Strafen von jeweils zweidreiviertel Jahren verurteilt worden. Damit würdigte die 8. Große Wirtschaftsstrafkammer nochmals die abgelegten Geständnisse. Die Ehefrau eines der drei Männer kam wegen Diebstahl und Unterschlagung mit einer 18-monatigen Bewährungsstrafe davon.

Mit den Urteilen sind die Richter deutlich unter die Anträge der Staatsanwältin gegangen, die jeweils für die Männer Haftstrafen bis zu drei Jahren und drei Monaten forderte. Doch für das Gericht wogen in diesem Fall hauptsächlich die Geständnisse, die die Angeklagten im Zuge einer „Verständigung“ abgelegt hatten und damit dem Gericht einen mehrere Monate dauernden Prozess mit der Vernehmung zahlreicher Zeugen und Sachverständigen ersparten.

Der 29-jährige Hauptangeklagte hatte als LKW-Fahrer für ein Unternehmen in Markgröningen ab Mai 2016 bis Oktober 2017 sogenannte Rückwaren der Firmen Hugo Boss, Prada und Bogner während der Fahrten in das Wendlinger Retouren Lager und nach Metzingen zum Teil Kartonweise abgeladen und in seinem Haus zwischengelagert (die BZ berichtete). Von dort aus wurde das Diebesgut an die übrigen beiden Mitangeklagten, die später in den Coup eingestiegen waren, verkauft. Dabei hatte laut dem Urteil auch die Ehefrau eines der Angeklagten bei der Abwicklung geholfen. Vor allem bei der Verwertung der Mode-Waren.

Großteil der Ware gefunden

Von den angeklagten 33 Einzelfällen waren nunmehr noch zwölf Hauptkomplexe, plus weiterer vier Einzel-Bandendiebstähle übrig geblieben, verbunden mit Bandenhehlerei – und veruntreuender Diebstahl sowie Unterschlagung. Die Strafmilde gegen das Quartett resultiert aber auch daraus, dass im Oktober letzten Jahres bei Haus- und Wohnungsdurchsuchungen große Teile der gestohlenen Textilien sichergestellt und an die Hersteller zurückgegeben wurden. Dadurch verminderte sich der Diebstahl-Schaden von einer knappen halben Million Euro auf gut 100 000 Euro. Den Betrag müssen die Männer zurückzahlen.

Neben dem Textildiebstahl wurden die Beschuldigten für weitere Diebstähle von diversen Haushaltswaren verurteilt. Noch im Gerichtssaal nahmen die Verurteilten den Richterspruch an. Sie können hoffen, bereits nach der Verbüßung einer Halbstrafe wieder in Freiheit zu kommen. Die Ehefrau muss zudem 150 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten.

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