Schon lange setzt sich die Stadt Sachsenheim für eine Fußgängerampel an der Bissinger Straße zur Kreuzung Haupt-/Ludwigsburger Straße ein. Bisher ohne Erfolg. Doch jetzt ist in Absprache mit dem Landratsamt eine Lösung gefunden worden. Die bringt zahlreiche weitere Veränderungen mit sich.

Auslöser war ein Hinweis des Regierungspräsidiums (RP). Demnach müssen Haltebalken und Markierungen der vorhandenen Ampel für den Autoverkehr in der Bissinger Straße verschoben werden. Das nutzte die Stadt, um erneut beim Landratsamt wegen einer Fußgängerampel vorstellig zu werden. Mit Erfolg: Die Ampel und der Haltebalken werden in den Bereich der Schmalen Straße nach hinten versetzt. In diesem Zuge wird dort die Straße auch mit einer Fußgängerampel versehen. Dazu kommt der blinden- und behindertengerechte Umbau. Schon einmal war das Thema Ende vergangenen Jahres auf der Tagesordnung im Gemeinderat gestanden. Damals hatte das Gremium den Beschlussvorschlag der Stadt zurückgestellt und um Nachbesserungen gebeten. Die Neuvorlage beschloss das Gremium nun fast einstimmig. „Es war ein harter Kampf, hier überhaupt eine Anlage zu bekommen. Das ist die einzige Möglichkeit“, sagte Eveline Thudt vom Tiefbauamt der Stadt mit Blick auf verkehrsrechtliche Einschränkungen bei der Planung. Von der Ampel verspricht sich die Stadt ein sicheres Queren der Bissinger Straße, nicht zuletzt für Schüler. Busse und Lastwagen sollen zudem künftig besser in Richtung Bissinger Straße abbiegen können.

Auswirkungen hat die Neuerung vor allem für die Anwohner in der Schmalen Straße, die kurz vor der Bissinger Straße nach rechts abzweigt. Denn diese wird zur Sackgasse und zukünftig nur noch über die Ludwigsburger Straße anzufahren sein. So will die Stadt auch gleich den Schleichverkehr unterbinden, der sich während Stauzeiten in der Ludwigsburger und Bissinger Straße durch die Schmale Straße zieht. Für Schwerlastverkehr wird die Schmale Straße gesperrt – Anlieferer für Heizöl oder Möbel sollen Sondergenehmigungen erhalten. Die Müllabfuhr könne laut Landratsamt rückwärts ein- oder ausfahren, so die Stadt.

Der Umbau zur Sackgasse wiederum zieht einen Umbau der Schmale, Mühl- und Ludwigsburger Straße nach sich. Unter anderem fällt die Linksabbiegerspur auf der Ludwigsburger Straße weg. Die Stadt verspricht sich dadurch auch eine „Entschleunigung“. Die gewonnene Fläche wird dem Gehweg zugeschlagen. „Der Ausfahrende aus der Schmalen Straße kann weiter vorne halten, hat dadurch einen besseren Überblick“, erklärt Sachsenheims Fachbereichsleiter Technik, Thomas Feiert.

Mit den Anwohnern der Schmalen Straße habe es Gespräche gegeben. Diese seien mit der Lösung soweit einverstanden, auch weil die Schmale und die Mühlstraße Spiegel bekommen, die die Situation übersichtlicher machen. „Wir haben dargestellt, dass neben verkhers- und sicherheitstechnischen Vorteilen auch eine Beruhigung stattfinden wird“, so Feiert.

Die Arbeiten für die Ampel in der Bissinger Straße werden jetzt ausgeschrieben, Der Fachbereichsleiter rechnet mit der Umsetzung im Frühjahr. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 39 000 Euro, die die Stadt zunächst komplett vorstrecken muss. Letztlich bezahlt sie aber nur die 19 000 Euro für die Arbeiten an der Straße, inklusive blinden- und behindertengerechtem Umbau der Fußgängerfurt (18 000 Euro). Die 21 000 Euro für die Ampel selbst, inklusive Markierung und Programmierung, übernehmen Landratsamt und Regierungspräsidium. Für den Umbau des Bereichs Schmale/Ludwigsburger Straße muss wegen der Kosten zunächst der Haushaltsplan für das Jahr 2020 verabschiedet werden. Das werde voraussichtlich im Mai geschehen, so Feiert.