Kitas und Kindergärten Massiver Ausbau der Betreuungsplätze

Sachsenheim / Mathias Schmid 28.06.2018

In Sachsenheim wird es in den kommenden Jahren eine Vielzahl an neuen Kindergarten- und Kita-Gruppen geben. Der Vorlage in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats (die BZ berichtete vorab) stimmten die Stadträte zu. Hintergrund sind die Prognosen zur Entwicklung der Kinderanzahl in der Stadt.

Demnach soll es schnellstmöglich eine dritte Waldkindergartengruppe geben. Die Standorte werden derzeit geprüft. In Frage kommen Gebiete in Klein- und Großsachsenheim sowie Hohenhaslach. Außerdem sollen kurzfristig zwei neue Kindergartengruppen in Modulbauweise entstehen. Mittelfristig wird zudem zusätzlich eine sechsgruppige Einrichtung gebaut.

„Eigentlich ist das ein Anlass, ein Fest zu feiern“, meinte Bürgermeister Horst Fieldler zu den steigenden Kinderzahlen in Sachsenheim, „noch vor zehn Jahren haben wir hier über eine überalternde Bevölkerung diskutiert.“ Auf der anderen Seite kosten die Neubauten und die Erzieher Geld. Aktuell wird an der Villa Sonnenschein in Kleinsachsenheim für zwei weitere Gruppen  und 2,7 Millionen Euro angebaut.

Hoch im Jahr 2024

  Da ist ordentlich Musik im Thema“, sagte Martin Joss von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung. Das Unternehmen ist mit der Kindergartenbedarfsplanung beauftragt. Bis 2024 empfiehlt es die Schaffung elf zusätzlicher Gruppen. Auf diesem prognositizierten Höhepunkt im Kindergartenjahr 2024/2025 fehlen nach aktuellem Berechnungen mehr als 140 Plätze, geht man vom heutigen Betreuungsangebot aus. Aus den aktuellen Anmeldezahlen für 2018/2019 zeichnet sich in Großsachsenheim ein akutes Platzdefizit bei den über Dreijährigen von rund 1,5 Kindergartengruppen (40 Plätze) ab.

Eine dritte Waldkindergarten-Gruppe einzurichten, begrüßten alle Räte. Für die weiteren sechs bis acht Gruppen kommen unterschiedliche Möglichkeiten in Großsachsenheim in Betracht. Zwei bis sechs Gruppen könnten nördlich des Kindergartens Spatzennest entstehen. Für zwei bis vier Gruppen wäre auf der Brachfläche der Kirche in der Heinrich-Heine-Straße Platz. Für die kurzfristige Umsetzung von ein bis zwei Gruppen würde sich ein Anbau an den Kindergarten Arche Noah eignen.

Freie-Wähler-Stadtrat Ralf Nägele plädierte dafür, Bauten beim Schulzentrum zu errichten, um Synergie zu schaffen. „Die Kindergartenkinder kommen danach in die Grundschule. Das sollten wir bedenken.“ Heidelinde Finkbeiner-Knapp. Kindergartenfachberaterin für den Kirchenbezirk Vaihingen, erwiderte, dass hier zu wenig Außenspielfläche für die Kinder vorhanden sei. Doch Nägele meinte: „Es geht um die Überbrückung eines Hochs. Wir müssen auch auf die Kosten schauen.“

Staffelung nach Einkommen kommt nicht

Die lange diskutierte einkommensabhängige Staffelung der Elternbeiträge in Kindergärten und Kitas legte der Gemeinderat wie geplant (die BZ berichtete) ad acta. Am Ende waren sowohl die kirchlichen Träger, Verwaltung, Stadträte – und laut einer nicht repräsentativen Umfrage sogar die Eltern – dagegen.

Vergünstigungen gibt es weiterhin für Inhaber des Familienpasses oder über die wirtschaftliche Jugendförderung. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats sollen die Kita-Gebühren im Durchschnitt um fünf Prozent angehoben werden. msc

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