Weinlese Lese so früh wie noch nie

Die Weinlese beginnt. Hier Muskat-Trollinger.
Die Weinlese beginnt. Hier Muskat-Trollinger. © Foto: Martin Kalb
Vaihingen-Roßwag / bro 03.09.2018

  So früh wie noch nie hat die Weinlese in der Geschichte der Genossenschaft der „Lembergerland Kellerei“ in Roßwag begonnen. Am Samstag wurden die ersten kleineren Anlieferungen von Trauben der Rebsorte Regent aus den Steillagen in die neue Kelter nahe der Hagenrainstraße geschafft.

Über Qualität und Menge der Trauben lässt sich noch nicht viel sagen. Aber Christian Kaiser, der Geschäftsführer der Genossenschaft mit ihren derzeit 290 Mitgliedern und 270 aktiven Erzeugern, zeigte sich sehr zuversichtlich, dass es ein guter Herbst für die genossenschaftlichen Wengerter und ihren Wein wird. Zudem sollen einige neue Ideen zur Umsetzung kommen, wie Kaiser verrät.

Neuerungen unter Anleitung

Frischer Wind soll demnach im Bereich Premium der Roßwager wehen. Der neue erste Kellermeister, der 31-jährige Philipp Kercher, konnte sich schon ein wenig einarbeiten. Sein Kollege Andreas Vogel (56), der fortan als zweiter Kellermeister im Lembergerland tätig ist, hat seine Tätigkeit dort erst vor rund einer Woche aufgenommen. Beide kommen aus der Pfalz, wo eher weiße Weine an der Tagesordnung sind. Doch beide haben das Zeug dazu, auch in der Genossenschaft Lembergerland, wo zu rund 85 Prozent rote Trauben verarbeitet werden, für die Erhaltung der gewohnten Qualität zu sorgen.

Eine der Neuerungen unter „pfälzischer“ Anleitung: Ein großer Filter, der zuletzt vor 20 Jahren in einer Kelterei zum Einsatz gekommen war, wird in der Roßwager Genossenschaft zu neuen Ehren kommen, da sich die neuen Kellermeister davon wiederum eine schonendere Traubenaufarbeitung versprechen.

Zu den neuen Ideen, die umgesetzt werden sollen, zählt auch, den Muskat-Trollinger wie auch einen Riesling einmal im Holzfass zu lagern, um zu erproben, ob sich daraus ein noch gehaltvollerer Geschmack erzielen lässt. Auch die Herstellung eines alkoholfreien Seccos will man in Roßwag auf der Basis eine Muskat Trollingers angehen. „Aber die Basis bleibt, da ändern wir nichts“, betont Geschäftsführer Christian Kaiser und meint die Grundpalette vom Lembergerland.

Bei allem Traditionsbewusstsein dürfe man laut Kaiser nicht vergessen, welch hohen Anteil die Technik heutzutage beim Weinmachen habe. Es sei eben nicht mehr so, dass barfüßige Jungfrauen die Trauben in Holzfässern treten. Falsche Vorstellungen herrschten indessen, etwa was den Einsatz von Holzhackschnitzeln angehe. Diese würden zur Farbstabilisierung genutzt und um die Taninstruktur zu verbessern, nicht aber um den Geschmack des Weins zu beeinflussen.

Über rund drei Millionen Liter Fassungsvermögen verfügt die neue Kelter der Genossenschaft – Platz für „rund zwei Herbste“, wie Kaiser sagte. Rund 1,5 Millionen Liter werden für diesen Herbst in Roßwag erwartet.

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