Sachsenheim Lebensrettung hautnah

Bei einer Übung im Rahmen des Torwengertfests  zeigte die Feuerwehr am Samstagnachmittag, wie eingeklemmte Personen aus einem Fahrzeug befreit werden.
Bei einer Übung im Rahmen des Torwengertfests zeigte die Feuerwehr am Samstagnachmittag, wie eingeklemmte Personen aus einem Fahrzeug befreit werden. © Foto: Martin Kalb
Von Sandra Bildmann 23.07.2018

Gebannt schauten rund 100 Augenpaare auf den Kleinwagen. Er war eingedellt, die Windschutzscheibe gesprungen, der Fahrersitz leer, die Person auf der Beifahrerseite regte sich nicht. Die Annahme: ein Unfall, bei dem die Person aus dem Auto herausgeschnitten werden muss. Der Grund: eine Schauübung. Die Ausführenden: die Freiwillige Feuerwehr Sachsenheim. Der Anlass: Das Towengertfest in Kleinsachsenheim.

Am Wochenende fand die veranstaltung zum ersten Mal von Freitag bis Sonntag statt. Bisher ging sie immer von Samstag bis Montag. Im Zentrum standen aber wie gewohnt die Schauübung und die vorangegangene Fahrzeugpräsentation. Dazu hatten am Samstag die Wehren aus Vaihingen, Mühlacker und Bietigheim-Bissingen ihre Einsatzfahrzeuge aufgestellt, die Besigheimer hatten ihre Drehleiter dabei.

Besucher dürfen anpacken

Solche Feste böten Gelegenheit, die Bevölkerung an der Arbeit der Feuerwehr schnuppern zu lassen, meinte Philipp Rousta, der die Schauübung moderierte und den Zuschauern stets erklärte, was sie gerade sehen. Sachsenheims Kommandant ist seit wenigen Monaten im Amt, hat sich aber bereits bestens eingefunden. Er verwies darauf, dass freiwillige Helfer immer gesucht würden, und bot nach der Schauübung an, dass sich die Besucher selbst einmal mit schwerem Gerät versuchen dürften – selbstverständlich in Schutzkleidung.

Zuvor hatte die Freiwillige Feuerwehr Sachsenheim eindrucksvoll bewiesen, wie sie im Ernstfall Leben retten kann. Auf dem Beifahrersitz des Kleinwagens, der von Privatleuten gestiftet und von der Wehr mit einem Gabelstapler für die Übung entsprechend präpariert worden war, saß eine Puppe, die befreit werden sollte. Die Einsatzleitung gab vor, dass sich die Beifahrertür nicht mehr öffnen ließ und dass die Person verletzungsbedingt nicht durch eine Tür gerettet werden könnte. Die Feuerwehrleute der Hohenhaslacher Wehr demonstrierten daher, wie sie mit dem hydraulischen Scherenspreizer und der Rettungsschere das Auto aufschneiden, Scheiben entfernen, das Dach abnehmen und die verunfallte Person über eine Trage nach draußen befördern. Von den Zuschauern gab es nach erfolgreicher Rettung spontanen Applaus.

Eine Woche Vorbereitung

Annähernd 50 Personen waren an der Organisation und Durchführung des Festes beteiligt, berichtet Rousta, der betont, dass die Feuerwehr Sachsenheim als Einheit wahrgenommen werden möchte und nicht als Mix der einzelnen Ortsteilwehren. Bereits eine Woche vor dem Fest hätten die intensiven Vorbereitungen begonnen, erzählt Rousta, der sich vom ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder begeistert zeigte.

Das Torwengertfest hat seinen Namen von Gewann Torweinberg, schwäbisch Torwengert, in dem es stattfindet. Am Freitag- und Samstagabend legte DJ Schneemann auf, insgesamt rund 500 Besucher wollten sich die Party unter dem überdachten Außenbereich vor dem Feuerwehrhaus nicht entgehen lassen.

Insgesamt kamen nach Angaben des Kommandanten rund 1500 Menschen, verteilt über die drei Tage. Für Kinder gab’s extra Fahrten mit dem sogenannten Hilfeleistungslöschfahrzeug, dem „großen Auto“. Abwechslungsreiches Programm war auch am Sonntag geboten. Neben allerlei Angeboten für Kinder, gab’s musikalische Beiträge von der Stadtkapelle Sachsenheim und dem Spielmannszug, der den Frühschoppen nach dem Gottesdienst begleitete.

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