BZ-Stammtisch Lebensqualität im Ort wird gelobt

Sersheim / von Michaela Glemser 07.06.2018

Viel Lob für die Lebens- und Wohnqualität in der Mettertalgemeinde gab es am Dienstagabend von den Teilnehmern am BZ-Stammtisch im Sersheimer Restaurant „Metterblick“. Interessierte Bürger der Gemeinde, aber auch aus Nachbarorten diskutierten gemeinsam mit BZ-Chefredakteur Andreas Lukesch, BZ-Redakteur Mathias Schmid und BZ-Mitarbeiterin Michaela Glemser über aktuelle lokale Entwicklungen, aber auch über die großen überregionalen Themen.

Eine umfassende übergeordnete Planung für die Region Stuttgart oder gar das ganze Land Baden-Württemberg vermisste beispielsweise der Sersheimer Gemeinderat Roland Kögele. „Die Verkehrsbelastung hat enorm zugenommen. Immer neue Gewerbegebiete werden ausgewiesen. Der Druck auf den Wohnungsmarkt steigt. Doch jede Kommune betreibt fast nur ihre ganz eigene Kirchturmpolitik“, betonte Roland Kögele. Ihm fehle ein Masterplan für die gesamte Region, in dem die zentralen Themen unserer Zeit abgearbeitet und die Entwicklung für die Zukunft vorgegeben wird

Lob für Bürgerbeteiligung

Als sehr positiv empfanden alle Stammtisch-Besucher den städtebaulichen Fortschritt in Sersheim selbst. Dass alle Bürger im Rahmen eines breit angelegten öffentlichen Beteiligungsverfahrens eigene Ideen für die Bebauung des Areals rund um das ehemalige Feuerwehrgerätehaus einbringen konnten und diese auch berücksichtigt wurden, sei vorbildlich gewesen. „Wir wollen auf diesem Gelände etwas entstehen lassen, woran auch die Sersheimer Bürger beteiligt sind. Das allgemeine Einvernehmen bei diesem Projekt ist uns wichtig. Wirtschaftliche Gründe stehen dabei hinten an“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Sieghard Geske. Doch trotz neuer Wohneinheiten, die in den kommenden Jahren im ganzen Ort geschaffen werden, könne auch in Sersheim nicht jeder Bauwunsch befriedigt werden. „Die Bauplatzpreise sind in der Vergangenheit enorm gestiegen. Junge Familien können sich dies kaum noch leisten. Daran wird auch das neue kleine Baugebiet ‚Schöllbrunnen‘ nichts ändern“, stellte Franz Schmieder fest.

Lange Genehmigungsphasen

Immobilienfachmann Sven Heuschele verwies darauf, dass aufgrund dieser hohen Grundstückskosten in Zukunft effizienter gebaut werden müsse. „Wenn wir aus einem Grundstück mehr herausholen wollen, müssen wir in die Höhe gehen, auch wenn dies den Nachbarn nicht immer gefällt. Dies ist ein ganz heikles Thema“, erläuterte Sven Heuschele. Er monierte unter anderem auch die langen Baugenehmigungsphasen, bei denen immer mehr Behörden und Organisationen gehört und beteiligt werden müssten.

Zudem kritisierte er die kostspielige Auflagen bei der Projektentwicklung, wie beispielsweise die Stellplatzverordnung, die in der Mettertalgemeinde zwei Parkplätze pro Wohneinheit vorsehe. „Für eine Zwei- oder Drei-Zimmerwohnung ist dies überzogen“, so Heuschele. Die anwesenden Bürger aus Sersheim jedoch wiesen in diesem Zusammenhang auf die immer wieder für Ärger sorgende Parksituation in der Horrheimer oder der Vaihinger Straße hin. Um dies zu vermeiden, sei es wichtig, dass die Autos ordnungsgemäß abgestellt werden könnten.

Wer auf sein Auto verzichten möchte und auf den Öffentlichen Personen-Nahverkehr setzt, hat in Sersheim zwar gute Möglichkeiten, aber nach Meinung der Bürger sind diese noch verbesserungswürdig. „Vor allem in den Abendstunden sind die Verbindungen von und nach Stuttgart sehr schlecht“, bemängelte Dorothea Ufer.

Weiterhin sind die hohen Preise im ÖPNV für einige Stammtisch-Besucher ein Grund dafür, doch das eigene Auto zu bevorzugen. „Der Verkehr wird in den kommenden Jahren noch zunehmen, vor allem auch durch den Pendel- und Logistikverkehr ins Gewerbegebiet Eichwald“, machte Roland Kögele deutlich.

Kritik an Gewerbeparks

Dorothea Ufer bemängelte die massive Bebauung des Gewerbeparks, welche das Landschaftsbild beeinträchtige. „Wir können froh sein, dass wir die Umgehungsstraße Sachsenheim-Sersheim haben. Eigentlich hätte die Trasse noch bis nach Vaihingen  verlängert werden sollen“, berichtete Jürgen Pfeiffer.

Er lobte zudem, dass Sersheim selbst in seiner Infrastruktur sehr gut aufgestellt sei. Es gebe, ausreichend Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und auch der Freizeitwert der Kommune sei sehr hoch. „Die Aufenthaltsqualität am Markt wird sich durch die kommende Umgestaltung noch steigern. Es fehlt eigentlich nur eine Drogerie und eine Tankstelle“, so Jürgen Pfeiffer.

In den kommenden Wochen wird die BZ-Redaktion die von den Stammtisch-Besuchern angeregten Fragen noch detaillierter beleuchten.

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