Sachsenheim Lang ersehnte Gewerbefläche

Ungefähr auf der rechten Hälfte der freien Fläche westlich des Fußballplatzes soll in Hohenhaslach ein Gewerbegebiet entstehen. Ob und wie der andere Teil später ebenfalls als Gewerbegebiet genutzt werden kann, ist wegen der angrenzenden Bebauung offen.
Ungefähr auf der rechten Hälfte der freien Fläche westlich des Fußballplatzes soll in Hohenhaslach ein Gewerbegebiet entstehen. Ob und wie der andere Teil später ebenfalls als Gewerbegebiet genutzt werden kann, ist wegen der angrenzenden Bebauung offen. © Foto: Werner Kuhnle
Von Mathias Schmid 31.07.2018

Seit langem gibt es im Kirbachtal den Wunsch, in Hohenhaslach ein kleines Gewerbegebiet für örtliche Betriebe anzusiedeln. Jetzt hat die Stadt alle dafür nötigen Grundstücke erworben und treibt die Planungen voran. Vergangene Woche wurde im Gemeinderat der Aufstellungs- und Entwurfsbeschluss des Gebiets, das nach seiner Lage „Nördlich Klingenstraße“ heißt, verabschiedet. Ganz unproblematisch ist das 1,5 Hektar große Gebiet im Nordosten Hohenhaslachs aufgrund der Hanglage nicht.

Zehn Interessenten, die sich mit ihrem Gewerbe gerne in einem solchen Gebiet ansiedeln wollen, gäbe es aktuell. „Es handelt sich hierbei um örtliche Betriebe des Stadtteils Hohenhaslach, beziehungsweise aus Nachbargemeinden Andere seien bereits wieder abgesprungen. Der Hohenhaslacher Ortschaftsrat fordert ein solches Gebiet seit langem. Wegen der hohen Nachfrage hat die Stadt die für Gewerbebetriebe nutzbare Nettofläche bereits von 0,3 auf einen Hektar erweitert. Im Frühjahr wurden die letzten notwendigen Grundstücke von der Stadt gekauft, jetzt kann es losgehen.

Problem: Hanglage

Davor steht aber noch die Beteiligung der Öffentlichkeit an. Dass das Gebiet kommen soll, darüber herrschte im Gemeinderat Einigkeit. „Ich bin froh, dass sich endlich was tut“, sagte Eugen Weiberle von den Freien Wählern. Wie viele andere bemängelte er aber auch die zunächst geplante Straßenführung. Nach aktuellen Plänen des Ludwigsburger Büros KMB ist in dem länglich angeordneten Gewerbegebiet westlich des Lochwegs nur relativ weit im Norden und Süden des Gewerbegebiets eine Zufahrt vorgesehen. Aufgrund der Hanglage ergibt sich in der dazwischenliegenden Verbindungsstraße eine Steigung von acht Prozent, was Weiberle als „kriminell“ bezeichnete.

Auch Burkhard Bayer (CDU) sieht „einige Schwierigkeiten für die dort Tätigen“. Er befürwortete eine  kammartige Erschließung vom Lochweg aus, sprich: nicht zwei Zugangsstraßen, sondern mehrere kleine Straßen, die von Osten in das Gewerbegebiet führen. Gerhard Haug (SPD) gab aber zu Bedenken, dass dann die Hofeinfahrten schräg wären. Letztlich kristallisierte sich eine größere Gruppe heraus, die sich dafür aussprach, die beiden im aktuellen Plan vorgesehenen Zufahrtsstraßen im Norden und Süden näher zusammenzulegen, um so das Gefälle dazwischen reduzieren zu können. „Ich bin gerne bereit, das zu untersuchen“, meinte Uwe Müller, geschäftsführender Gesellschafter bei KMB.

Keine Zeit zu verlieren

Das soll aber parallel zur öffentlichen Auslegung geschehen, während deren Verlauf auch noch artenschutzrechtliche Untersuchungen anstehen. Das Büro Beck aus Karlsruhe war bei seinen Voruntersuchungen zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vorkommen von Brutvögeln, Reptilien, und Amphibien weiter zu untersuchen ist. „Wir haben die Möglichkeit, dass wir in die Anhörung der Träger öffentlicher Belange reingehen und trotzdem noch eine Variantendiskussion haben“, schlug Bürgermeister Horst Fiedler vor. Wenn man jetzt anfange, spare man definitiv Zeit. Mit einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat dem Aufstellungs- und  Entwurfsbeschluss zu.

Die maximale Höhe der Gebäude soll neun Meter betragen. Im neuen Gewerbegebiet sind auch Wohnungen erlaubt, allerdings müssen die zum Betrieb gehören, dürfen nicht größer als 150 Quadratmeter sein und nicht mehr als ein Drittel der Gesamtfläche einnehmen.

Zukünftige Erweiterung schwierig

Noch bevor das Gewerbegebiet überhaupt durchgestartet ist, gab es im Gemeinderat bereits Überlegungen, ob und wie er Bereich „Nördlich Klingenstraße“ erweitert werden könnte. Nach Westen ist theoretisch noch genügend Platz. Allerdings ist sich Sachsenheims Bürgermeister Horst Fiedler sicher: „Das liegt in sehr weiter Ferne. Denn dann würde das Gewerbegebiet nahe an die Wohnbebauung heranrücken. „Wir werden erhebliche Knflikte bekommen“, spielt Fiedler auf das Thema Lärmbelästigung an. msc

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