Sersheim Landfrauen aus Sersheim informieren sich über Caro-Kaffee

Sersheim / BZ 14.03.2016
Die Mitglieder des Landfrauenvereins Sersheim haben sich mal wieder weitergebildet. Vor Kurzem hörten sie einen Vortrag über Caro-Kaffee.

Über Caro-Kaffee und die Geschichte der Firma Franck sprach vor Kurzem Rolf Gaiser, einst Technischer Leiter der Firma Franck in Ludwigsburg, bei den Sersheimer Landfrauen. Dabei streifte er die letzten 200 Jahre der Firma Franck. Folgendes haben sich die Landfrauen gemerkt: 1792 wurde Johann Heinrich Franck als viertes Kind seiner Eltern in Urach geboren. Dort verlor die Familie ihr Zuhause durch Truppen Napoleons und wurde von einer Schwester des Familienoberhauptes nach Vaihingen geholt. Die Vorgeschichte des Unternehmens reicht in die Zeit Friedrichs des Großen zurück, der Bohnenkaffee mit hohen Steuern belegte und der Konsum fürs einfache Volk verboten. Der Firmengründer Johann Heinrich Franck fand eine Kaffeealternative in der Zichorie, die mit Getreide gemischt und geröstet wurde. 1828 wurde die Produktion in Vaihingen gestartet. Franck starb 1868. Die Produktion wurde im selben Jahr wegen der besseren Verkehrsanbindung nach Ludwigsburg verlegt.

Auf sozialem Gebiet war die Firma hervorragend. 1878 wurde eine Fabrik-Arbeiter-Krankenkasse, zwei Jahre später auch für die Frauen eingerichtet. 1879 kam eine Lebensversicherung dazu, 1880 eine Arbeiterunterstützungskasse. Auch eine eigene Sparkasse wurde gegründet.

Für die Herstellung von kaffeeähnlichen Getränken wie Zichorienkaffee, auch Landkaffee genannt, wurde Pflanzenteile der Gemeinen Wegwarte gereinigt, von ungenießbaren und unerwünschten Bestandteilen getrennt und getrocknet. Genau wie Kaffeebohnen werden die Teile geröstet und gemahlen.

Seit 1971 gehört die Firma zum Nestlé-Konzern. Der Caro-Kaffee wird heute nur hier hergestellt. Das Getreide kommt aus Deutschland und die Zichorie aus Frankreich. Heute werden sieben Millionen Dosen Caro pro Jahr in Deutschland verkauft.

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