Sachsenheim Kunterbunter Kinderspaß im Schlosspark

Von Michaela Glemser 10.09.2018

Der Schlosspark in Großsachsenheim war am Sonntag von zahlreichen Kindern besiedelt. Grund war der Klopferlestag zum Abschluss des Sommerferienprogramms der Stadt. Thematisch passte der Klopferlestag, der auf einen angeblichen Geist im Wasserschloss zurückgeht, auch zum Tag des Denkmals am Sonntag. Auch dazu gab es ein Angebot in der Stadtkirche.

Geduldig klebte Mia Ott farbige Glitzersteinchen auf die kleine Schatztruhe. Die achtjährige Kleinsachsenheimerin war ganz begeistert vom Bastelangebot am Stand des Kindergartens Regenbogen. „Ich war bereits in den vergangenen Jahren beim Klopferlestag und freue mich heute am meisten auf das Singen mit dem Chor der Stadtranderholung. In Kleinsachsenheim war ich schon dreimal bei der Stadtranderholung dabei. Besonders toll ist immer die Rallye durch den Wald“, erzählte Mia Ott. Ihre Mutter Jasmin ist dankbar, dass es ein solch umfangreiches Ferienprogramm in Sachsenheim in den Sommerferien gibt. „Ich bin als Berufstätige darauf angewiesen und könnte die freie Zeit sonst mit der entsprechenden Betreuung nicht abdecken. Mein Wunsch für die Zukunft wäre sogar, dass die Möglichkeit der Stadtranderholung sogar ausgeweitet wird.“

Mit diesem Wunsch ist die Kleinsachsenheimerin nicht allein: Bei einer Elternumfrage der Verwaltung haben einige Eltern den Vorschlag gemacht, das städtische Ferienprogramm auch in den Pfingstferien zu veranstalten. Darauf verwies Bürgermeister Horst Fiedler in seinem Grußwort. Er versprach, dass die Stadtverwaltung über die Vorschläge nachdenken wolle.

Sachsenheimer Sommerhit

„350 Kinder haben in diesem Jahr bei den 45 Programmpunkten des Sachsenheimer Sommerferienprogramms mitgemacht. Besonders beliebt waren ein Gitarrenkurs und das Herstellen von Maultaschen, wo sogar noch Zusatzveranstaltungen abgehalten wurden“, berichtete Fiedler. Dass die Kinder vor allem auch bei der Stadtranderholung in Kleinsachsenheim und Hohenhaslach viel Spaß hatten, wurde beim Auftritt des sogenannten „Stara-Chors“ deutlich. Unter der Leitung von Stadtjugendpfleger Nico Blum sangen die Mädchen und Jungen: „Wir sind dabei, wir alle machen mit, das ist der Sachsenheimer Sommerhit!“

Ein Lesezeichen mit Kratzbildern konnten die Kinder am Stand des Kinderhauses Pfiffikus unter der Anleitung von Anke Schröter herstellen. „Wasser marsch!“ hieß es am Haus der Jugendfeuerwehr Sachsenheim, an dem die Kleinen mit dem großen Löschschlauch zielen konnten. „Seit rund einem Jahr haben wir das Eintrittsalter bei der Jugendfeuerwehr von zwölf auf zehn Jahre abgesenkt. Dies hat sich wirklich ausgezahlt, denn wir konnten dadurch zwölf neue Mitglieder gewinnen“, schilderte Jugendwart Dennis Fackler, „jetzt haben wir bei der Sachsenheimer Jugendfeuerwehr insgesamt 36 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren aus allen Stadtteilen.“ Die Floriansjünger demonstrierten außerdem die Auswirkungen einer Mehlstaub-Explosion im Schlosspark.

Bei Wurf- und Angelspielen, beim Bungee-Run oder auf der Hüpfburg, beim Kistenrutschen oder dem Auftritt eines Clowns amüsierten sich die Mädchen und Jungen ebenfalls prächtig. Sehr erfolgreich verläuft Jahr für Jahr auch die Teilnahme der Royal Rangers „Christliche Pfadfinder“ beim Klopflerlestag. „Allein im vergangenen Jahr konnte wir dadurch fünf neue Mitglieder dazugewinnen. Heute können die Kinder bei uns eine Seilschaukel ausprobieren sowie mit Bällen oder Handschleudern auf Dosen zielen. Wir haben rund 40 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren in unseren Gruppen“, erläuterte Detlef Schmiegel, der immer wieder auch mit Eltern ins Gespräch kam.

Der Sage des Klopferle zufolge tauchte im 16. Jahrhundert im Schloss der Herren von Sachsenheim ein unsichtbarer Geist auf.  Dieser, Klopferle oder Entenwick genannt, erwies sich als sehr guter Diener und Unterhalter. Er sprach sehr oft und gerne mit den Schlossbewohnern. Sichtbar wurde das Klopferle aber zunächst nie. Irgendwann zeigte der Geist auf Drängen des Burgherrn seinen Arm: eine grässliche gezackte Klaue mit Dornen und Stacheln, schwarz wie die Nacht und rot wie Blut. Die Freunde des Burgherren überredeten ihn daraufhin dazu, den Geist zu vertreiben. Daraufhin prophezeite das Klopferle dem Burgherren das Ende seiner Familie. Kurze Zeit später brannte das Schloss ab und riss die Familie des Burgherren mit in den Tod.

Führung durch die Kirche

Als geschichtlichen Teil am Tag des Denkmals bot der Verein für Heimatgeschichte Sachsenheim mit der evangelischen Kirche Führungen in der Stadtkirche Großsachsenheim zu deren Geschichte an. Hermann Albrecht, Marianne Bauer und Elke Frebel führten durch den Innenraum der Kirche, während Karl Heidinger und Bernd Roth die Teilnehmer auf den Dachstuhl und den Kirchturm mitnahmen, um die Balken zu zeigen, in denen Floßholz aus dem Schwarzwald verwendet wurde.

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