Sachsenheim Künftig kein Bürgermeister-Vertreter

Von Mathias Schmid 03.08.2018

Seit fast genau sieben Jahren gibt es in Gunter Albert einen hauptamtlichen stellvertretenden Bürgermeister in Sachsenheim. Die Stelle des Technischen Beigeordneten soll ab 2019, wenn Alberts Amtszeit endet, aber wieder eingestellt werden. Stattdessen soll wieder ein Fachbereichsleiter Technik kommen. Es ist auch das Ende einer nicht einfachen Beziehung zwischen Bürgermeister Horst Fiedler und seinem Stellvertreter.

Dass der Geschäftskreis des Technischen Beigeordneten ab 2019 neu zu ordnen ist, hat der Gemeinderat schon 2016 beschlossen. Unklar war noch, ob es erneut einen Beigeordneten oder wie früher einen Fachbereichsleiter geben soll. Jetzt haben sich Gemeinderat und Verwaltung darauf geeinigt, wieder „nur“ einen Fachbereichsleiter zu suchen. Der soll ebenfalls das Tiefbau- und Hochbau-Team unter sich haben, aber eben nicht stellvertretender Bürgermeister sein. Bis zum Ende von Gunter Alberts Amtszeit im Sommer 2019 muss diese Personalie geklärt sein. Noch offen ist, ob die Stelle des Fachbereichsleiters an die des Teamleiters Hoch- oder Tiefbauamt gekoppelt werden soll.

Hoffnung nur teilweise erfüllt

Dass die Stadt sich vor gut sieben Jahren für einen Beigeordneten entschieden hatte, war auch eine Frage des Preises. Denn ein Fachbereichsleiter konnte nur bis zur Besoldungsstufe A 14 ausgewiesen werden. „Zu diesen Konditionen konnten damals keine qualifizierten Bewerber angesprochen werden“, blickt die Stadt zurück. Inzwischen gilt die Besoldungs-Beschränkung nicht mehr. Weitere Hoffnungen waren die Entlastung des Bürgermeisters und der ehrenamtlichen Stellvertreter. Heißt im Umkehrschluss: Auf Schultes und seine Helfer kommt künftig wieder mehr Arbeit zu. Doch Sachsenheims Verwaltungs-Teamleiter Stefan Trunzer beruhigt: „Die Stadt wächst zwar deutlich, aber wir sind noch nicht so groß, dass es zu gravierenden Problemen führen kann.“

Ohnehin hätten sich die Hoffnungen auf Entlastung sowie „eine effektivere Vermittlung der technischen Aufgabenstellungen nach außen“ so steht es in der Gemeinderatsvorlage der Verwaltung, rückblickend betrachtet „nur teilweise erfüllt“. Und weiter: „Hinzu kommt in Teilbereichen die Entwicklung eines unerwünschten Ressortsdenkens.“ Trunzer erklärt: Zwischen dem Geschäftskreis des Bürgermeisters und dem des Technischen Beigeordneten hätte sich eine „gewisse Konkurrenzsituation“ entwickelt. Es herrsche der „Wunsch, dass man sich wieder als eine Stadtverwaltung fühlt.“ Dahinter verbirgt sich auch ein schwieriges Verhältnis zwischen Bürgermeister und seinem Stellvertreter. Hinzu kommen Spannungen zwischen Albert und Teilen des Gemeinderats. „Zusammengenommen hat die Stelle eines Beigeordneten nicht zu den erhofften strukturellen Verbesserungen geführt“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Da 2019 auch Bürgermeister- und Kommunalwahlen sind, hat die Verwaltung vorgeschlagen, bereits jetzt über die Ausgestaltung der Stelle zu entscheiden – auch mit Blick darauf, dass die Stelle eines Beigeordneten wieder fristgerecht hätte ausgeschrieben werden müssen. „Wir wollen die Stelle möglichst nahtlos besetzen“, sagt Stefan Trunzer. Die Ausschreibung und Besetzung sollen im ersten Halbjahr 2019 erfolgen.

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