Sachsenheim Kritik an DRK-Werbeaktion: Negatives Auftreten und Verunsicherung in Sachsenheim

Wie auf diesem Symbolbild gingen in Sachsenheim DRK-Mitarbeiter von Haustür zu Haustür, um im Rahmen einer Werbeaktion passive Fördermitglieder zu gewinnen. Viele Sachsenheimer hat dies in den vergangenen Tagen aber irritiert.
Wie auf diesem Symbolbild gingen in Sachsenheim DRK-Mitarbeiter von Haustür zu Haustür, um im Rahmen einer Werbeaktion passive Fördermitglieder zu gewinnen. Viele Sachsenheimer hat dies in den vergangenen Tagen aber irritiert. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / CAROLINE HOLOWIECKI 30.03.2016
In Sachsenheim ist eine vom DRK beauftragte Firma bei einer Haustür-Aktion negativ aufgefallen. Die Mitarbeiter seien aufdringlich gewesen, liest man bei Facebook. DRK-Orts- und Kreisverband klären auf.

40 Kommentare gibt es in einer angeregten Online-Diskussion, die seit Karfreitag bei Facebook läuft. Im Zentrum: vermeintliche DRK-Mitarbeiter, die in mehreren Sachsenheimer Stadtteilen von Haustür zu Haustür gehen und Spenden akquirieren wollen. Was die User bei Facebook umtreibt, ist zum einen die Frage, ob diese Leute wirklich zum Deutschen Roten Kreuz gehören. Zum anderen sollen sie vielerorts negativ aufgefallen sein. "War bei uns gestern, auch sie war ziemlich aufdringlich und wollte sich Zutritt in die Wohnung verschaffen. Habe sie dann rausgeschmissen", beschwert sich eine Frau bei Facebook. "War auch bei uns heute und hat Sturm geklingelt. Hat unseren Sohn aus dem Mittagsschlaf gerissen", schreibt eine andere. "Sehr aufdringlich und penetrant!", ärgert sich ein Mann. "Das aufdringliche Verhalten macht mich schon skeptisch, was die Glaubwürdigkeit angeht", resümiert ein anderer.

Was zusätzlich für Verwirrung sorgt, ist das Posting eines Mitglieds des DRK-Ortsvereins Sachsenheim - die Kirbachtal-Ortsteile gehören zum Ortsverein Sersheim -, der schreibt, ihm sei von einer solchen Aktion nichts bekannt. Hermann Miller, der Vorsitzende aus Sachsenheim, widerspricht dem auf Anfrage. "Wir sind natürlich informiert", sagt er. Der DRK-Kreisverband führe eine Werbeaktion in Sachsenheim durch, das sei sowohl bei einer Ausschusssitzung als auch bei einem Dienstabend kommuniziert worden. Ziel der Haustür-Aktion: passive Fördermitglieder anwerben, die dann einen Jahresbeitrag ans Rote Kreuz spenden. Der Sachsenheimer DRK-Ortsverband hat dies mittlerweile bei Facebook auch klargestellt.

Steffen Schassberger, der Bereichsleiter Rotkreuz-Dienste beim Kreisverband, bestätigt dies. Pro Jahr arbeite sich eine vom DRK beauftragte Firma mit der Werbeaktion durch etwa ein Drittel des Landkreises. Bisher seien die Erfahrungen mit dieser Firma, die fürs DRK in ganz Süddeutschland tätig sei, "sehr gut". Die Mitarbeiter arbeiteten auf Provisionsbasis, so Schassberger. Laut dem DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Hormann gingen nur "ausgebildete, geschulte DRK-Leute, die ein gewisses Niveau mitbringen", auf die Kundschaft zu. Schassberger fügt an, dass sie alle in DRK-Kleidung und mit einem Ausweis, auf dem Name, Foto und Autorisierung vermerkt seien, unterwegs seien und ausschließlich über Einzugsermächtigungen arbeiteten. Auch die Kontaktdaten des Kreisverbandes würden ausgehändigt. "Ich sehe das durchaus als vertrauenswürdig an", sagt Schassberger. So wolle man sich von unseriösen Ganoven, die für zwielichtige Zwecke an Haustüren Geld verlangten, klar distanzieren.

Dennoch will er den Beschwerden aus Sachsenheim nachgehen, wie er betont. Einmal wöchentlich treffe er das Team, um die Arbeit zu besprechen. "Ich werde das ansprechen und die Kommentare aus Facebook vorlegen", kündigt er an.

Info
Laut Steffen Schassberger sind die DRK-Werber mitterweile wieder aus Sachsenheim abgezogen und in Kornwestheim unterwegs. Danach sei Remseck dran, im Anschluss wohl das Bottwartal.

DRK-Versammlung: Vorsitzender tritt ab

Versammlung Am Freitag, 1. April, beginnt um 18 Uhr die Jahreshauptversammlung des Sachsenheimer DRK-Ortsvereins. Veranstaltungsort ist das Vereinsheim im Seepfad 48a. Unter anderem soll der Kassier Horst Oberst die Landesehrennadel erhalten.

Abschied Darüber hinaus hat der jetzige Vorsitzende Hermann Miller nach acht Jahren seinen Rücktritt angekündigt. Auch seine Tätigkeit als Ausbilder für die Erste Hilfe, auch für Betriebshelfer, werde er niederlegen. "Ich werde nächstes Jahr 70. Es gibt junge Leute, die Ideen verwirklichen sollten", sagt er im Gespräch mit der BZ. Als Bewerberin für den Vereinsvorsitz hat sich Beate Barth aufstellen lassen. Das aktive Ortsvereinsmitglied durchläuft laut Hermann Miller aktuell extra eine Sonderausbildung.

 

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