Das 25. Konzert der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim brachte am vergangenen Samstag Stücke von Benjamin Britten, Franz Schubert und Antonín Dvorák in das Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim. Ab 19 Uhr füllte sich dort die Aula, in die das Konzert wegen des unsicheren Wetters verlegt worden war, mit gut 100 Besuchern.

Drei Solisten überzeugen

Unter der Leitung von Peter Wallinger, Gründer und Leiter der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim, waren auch diesmal wieder drei Solisten dabei, dieses Jahr Chihiro Saito mit dem Violoncello, Tenor Kai Kluge und Hornist Reimer Kühn. Alle überzeugten beim Auftritt in Sachsenheim mit ihrem Können. Kühn studierte in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater und, nach Erhalt seines Diploms, an der Musikhochschule Köln. Schon während dem Studium spielte er in dem Kieler Philharmonischen Orchester und bei den Hamburger Philharmonikern. Nach dem Studium war er stellvertretender erster Hornist am Nationaltheaterorchester in Mannheim. Seit 1992 ist er Solohornist des Staatsorchesters Stuttgart. Kühn, der im Alter von neun Jahren begann, Horn zu spielen, ist zudem Gründungsmitglied des Mannheimbrass Quintetts, einem der führenden Blechbläserquintette des Landes.

Kluge begann seine musikalische Ausbildung bei den Aurelius Sängerknaben in Calw. Während dem Studium wurde er vom Opernstudio des Staatstheaters Karlsruhe engagiert, er wechselte 2016/17 ans Opernstudio des Staatstheaters Stuttgart und wurde im Jahr darauf fest im Ensemble angestellt. 2014 gewann er den ersten Preis der Opernakademie Baden-Baden, 2015 kam er beim Internationalen Wettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ im Lied-Duo mit seiner Schwester ins Finale.

Chihiro Saito ist schon seit vielen Jahren Solocellistin bei der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim. Nach dem Studium in Tokio an der University of Fine Arts and Music und in Stuttgart an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst gewann sie sowohl als Solocellistin und als Mitglied des Lotus String Quartetts international Preise, etwa in Japan und Italien. Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen trat sie bereits auf, ebenso wie beim Schleswig-Holstein Musikfestival, beim Davos International Music Festival, bei den Mecklenburg-Vorpommern Festspielen, beim Luzern Festival, bei den Schwetzinger Festspielen und beim Rheingau-Musikfestival.

Vier Streicher begleiten Saito

Den Beginn des Konzerts machten Kluge und Kühn mit der Serenade op. 31 für Horn, Tenor und Streicher von Benjamin Britten. Den zweiten Teil der gut einstündigen ersten Hälfte bestritt Saito mit der „Arpeggione“- Sonate D 821 von Franz Schubert. Während im ersten Teil das ganze Orchester spielte, begleiteten Saito vier Streicher. In der zweiten Hälfte des einmal mehr überzeugenden Konzerts der Kammersinfonie stand Dvoráks Serenade E-dur op. 22 auf dem Programm.

Bei der Gestaltung des Programms wählt Peter Wallinger zuerst das Thema und die entsprechenden Stücke aus, an diesem Abend eben die beiden Serenaden und die Sonate. Davon abhängig wurden dann die Solisten ausgewählt. Saito und Kühn sind bereits im Orchester, der Kontakt zu Kluge kam über Kühn zustande. Das Talent des jungen Tenors beeindruckt Wallinger, der ihm eine enorme Karriere prophezeit, „warten Sie nur ein halbes Jahr.“ Wer in Sachsenheim dabei war, möchte ihm da kaum widersprechen.