Sachsenheim / Von Mathias Schmid  Uhr

Vermutlich ab Oktober ist die Kleinsachsenheimer Kirche wegen der Innenraumrenovierung und -modernisierung geschlossen Bis Mai 2020 sollen die Arbeiten gehen. Im September ist eine Infoveranstaltung geplant.

Neue Elektrik, neuer Putz, neuer Anstrich. Laut Pfarrer Friedemann Wenzke ist in der evangelischen Kirche in Kleinsachsenheim Einiges zu tun. Für veranschlagte 480 000 Euro soll das Gotteshaus im Innern saniert und modernisiert werden. Geplanter Start ist im Oktober, im Sommer 2020 soll wieder Konfirmation gefeiert werden können.

Weihnachten in Mehrzweckhalle

Für die Gottesdienste will die Gemeinde in der Umbauphase in der Regel ins Gemeindehaus umziehen. Aber es soll durchaus auch besondere Erlebnisse geben: Einmal im Monat soll sonntags eine andere Sachsenheimer Kirche besucht werden, um dort den Gottesdienst abzuhalten. „Mein Traum sieht so aus: Wir mieten einen Bus und fahren in einen anderen Stadtteil von Sachsenheim oder auch mal nach Ober- und Unterriexingen“, erklärt Pfarrer Wenzke. Spruchreif sei das aber noch nicht. „Spannend wird es an Weihnachten“, fügt er noch an. Denn Stand jetzt wird der Gottesdienst dann in der Kleinsachsenheimer Mehrzweckhalle abgehalten werden.

Die gemeinsamen Gottesdienste sieht Wenzke auch als Chance, die evangelischen Kirchgemeinden der Stadt näher zusammenzubringen – vor dem Hintergrund, dass es ab dem 1. Januar ohnehin eine Gesamtkirchengemeinde Sachsenheim geben wird, in der zwar die einzelnen Gemeinden selbstständig bleiben, aber gewisse Aufgaben zusammengelegt werden (die BZ berichtete). „Das könnte auch eine Verbindung schaffen“, glaubt er.

Neben den genannten Erneuerungen hat sich der Bauausschuss des Kirchengemeinderats auch mit einer neuen Heizung beschäftigt. Statt der aktuellen Raumluftheizung hätte man gerne eine Fußbodenheizung eingebaut. Doch daraus wird nichts. „Wir mussten feststellen, dass die Kirche gar keine Bodenplatte hat“, erklärt Wenzke. Die wäre aber für den Einbau einer Fußbodenheizung nötig. Daher hätte der gesamte Boden des Kirchenraums abgesenkt und eine neue Betonbodenplatte eingebaut werden müssen. „Dies wäre auch aus denkmalpflegerischer Sicht problematisch geworden“, meint der Pfarrer. Und es hätte wohl allein schon die geplante Bausumme aufgefressen. Deshalb soll es jetzt doch bei einer Raumluftheizung bleiben.

Aufgerüstet werden soll ebenfalls aus technischer Sicht. „Auf jeden Fall wollen wir einen Beamer mit Leinwand oder einer Projektionsfläche installieren“, sagt Wenzke, „das ist aber gar nicht so einfach, weil die Kirche einen sehr asymmetrischen Schnitt hat.“ Darüber hinaus soll der Innenraum der Kirche „insgesamt flexibler werden.“ Detaillierte Infos, wie die neue Kirche aussehen soll, wird es in einer öffentlichen Veranstaltung geben, die voraussichtlich Mitte oder Ende September stattfinden soll.

Hohe Spendenbereitschaft

Von den 480 000 Euro Gesamtkosten muss die Kirche gut 280 000 Euro selbst aufbringen, ist deshalb auf Spenden angewiesen. „Die Kleinsachsenheimer Gemeinde ist hier wieder sehr großzügig“, betont Wenzke. Mehr als 195 000 Euro sind bereits gedeckt, mindestens ein Drittel davon sind Spenden. Das hat laut Wenzke auch die Kirchliche Verwaltungsstelle in Sachsenheim beeindruckt: „Das ist weit überdurchschnittlich und zeigt, dass die Leute die Notwendigkeit der Modernisierung sehen.“ Er ist zuversichtlich, dass auch die übrigen knapp 90 000 Euro aufgebracht werden: „Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg. Dafür möchte ich mich bei allen Spendern bedanken.“

In Großsachsenheim wird erst 2020 saniert

Eigentlich wollte auch die evangelische Kirchengemeinde in Großsachsenheim dieses Jahr sanieren. Hier steht eine Erneuerung der Außenfassade an (die BZ berichtete). Daraus wird allerdings erst 2020 etwas, wie die BZ auf Nachfrage erfuhr. „Aufgrund der Auslastung der Handwerker und der Gespräche mit dem Denkmalamt werden wir erst im Frühjahr 2020 starten“, sagt Pfarrer Dieter Hofmann.

Dass es in Kleinsachsenheim ebenfalls Probleme mit der Verfügbarkeit von Handwerkern geben könnte, macht dem dortigen Pfarrer Friedemann Wenzke „auch ein bisschen Angst“. Allerdings vertraue man zum einen auf die Kontakte des Architekten. Zum anderen seien bereits diverse Firmen in der Kirche gewesen, die sich eine Beteiligung am Umbau vorstellen könnten. msc