Sachsenheim King Louie nimmt alle Hürden

Sachsenheim / CAROLINE HOLOWIECKI 19.03.2016
Die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins Großsachsenheim züchten nicht nur Kaninchen, einige von ihnen lassen sie auch springen. Eine kleine Gruppe hat sich dem Kaninhop verschrieben. Was das ist, kann man sich an diesem Samstag bei einem Turnier anschauen.

So schnell kann man gar nicht gucken. Eins, zwei und drei. Die kleinen Hürden nimmt King Louie in einem Durchlauf. Marie Zwiefelhofer muss ihr Kaninchen weder anschubsen noch mit Möhren locken. Im Kaninhop sind die 21-Jährige und ihr einjähriges Tierchen ein eingespieltes Team.

Seit 2013 trainiert Marie Zwiefelhofer, die Jugendleiterin im Kleintierzuchtverein Großsachsenheim, mit unterschiedlichen Kaninchen. Geeignet seien grundsätzlich alle Rassen fürs Hürdenhüpfen - doch nicht jedes Tier finde Gefallen daran. Das sei Charaktersache. "Wenn ein Tier nicht springen will, dann springt es nicht", sagt sie. Auch King Louie habe ab und an mal einen miesen Tag. Dann legt sich das Karnickel flach vors Hindernis oder zerlegt die Hürden absichtlich.

Störrische Häschen. Die 16-jährige Janina Hein aus Sachsenheim kennt das, wie sie lachend erzählt. Sie hat drei Kaninchen daheim: die fünfjährige Perlfeh-Häsin Jimmy, den zweijährigen Phil, wie King Louie ein Zwergschecke dreifarbig, und das Hasenkaninchen Caja. Die jüngste Kaninhop-Hoffnung ist gerade mal 13 Wochen alt, macht aber schon munter mit. Die Schülerin kam durch Zufall zum Kaninhop - und zu Kaninchen. Eigentlich hatte sie sich einst ein Pferd gewünscht, das Haustier war dann aber doch eine Nummer kleiner. Durch Zufall stieß Janina Hein im Internet schließlich auf ein Kaninhop-Video und war sofort begeistert.

Marie Zwiefelhofer, die im Verein die kleine Kaninhop-Gruppe leitet, berichtet, dass es fürs Hobby wenig braucht. Das Mindestalter der menschlichen Hopper liege bei neun Jahren. Die Kaninchen werden teilweise an Leinen, die an Geschirren befestigt sind, über Bahnen oder Parcours geführt. Bei den Platzierungen werden Fehler und auch die Zeit berücksichtigt. Gehüpft wird in unterschiedlichen Klassen, die sich an der Höhe des Hindernisses orientieren. Der höchste Sprung, der je gemessen wurde, war laut Marie Zwiefelhofer 105 Zentimeter hoch. Der Deutschlandrekord liege bei 78 Zentimetern. Den Vorwurf, dass die Tiere sich quälten, will das Vereinmitglied nicht gelten lassen. "Das entspricht dem natürlichen Bewegungsablauf der Tiere. Das ist natürlicher, als sie in der Box zu halten."

Das deutsche Meister-Kaninchen wird an diesem Samstag in Sachsenheim erwartet. Der Kleintierzuchtverein richtet sein erstes großes Kaninhop-Turnier aus, zu dem 43 Starter aus dem ganzen Bundesgebiet anreisen. Der Verein hofft auf viele Zuschauer - und mögliche neue Hopper. Denn letztlich, so Marie Zwiefelhofer, sicherten sie auch die Zukunft des Klubs.

Info
Das Kaninhop-Turnier wird an diesem Samstag von 9.30 bis 18 Uhr in der Gaststätte Hasenheim ausgerichtet. Fragen zum Thema Kaninhop beantwortet Marie Zwiefelhofer unter der Telefonnummer 0157 - 86 06 63 00.