Zum Ende des Jahres 2013 kündigte das Christliche Jugenddorfwerk Schloss Kaltenstein (CJD) das Mietverhältnis mit dem Land Baden-Württemberg. Die Sorge um das historische Gemäuer teilen sich nun das Land sowie die Stadt Vaihingen, deren Wahrzeichen das weit sichtbare Schloss auf der Erhebung der früheren Oberamtsstadt ist.

In den vergangenen Monaten hat sich innerhalb der Schlossmauern nichts getan. Vorgesehen sind zunächst Handwerksarbeiten, die eine autarke Versorgung des Schlossgebäudes mit Strom, Wasser und Heizung möglich machen. Auf Nachfrage der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung gab Raphaela Sonnentag, Amtsleiterin bei der staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg, Auskunft über die Immobilie in Vaihingen.

Nicht viel Neues sei darüber mitzuteilen. An das denkmalgeschützte Gebäude müsse mit Bedacht herangegangen werden. "Die Kommune ist mit im Verbund, wie die Zukunft des Schlosses zu betrachten ist", so Sonnentag. Gesichert werden auftretende bröckelnde Mauersteine, was bedeute, dass auch Handwerkskunst angewendet werden muss. Und dies dauert freilich länger als an normalen Hausgebäuden aus neuerer Zeit. Der Außenbereich sei behutsam anzugehen, merkte Sonnentag zu laufenden Maßnahmen an.

An eine kleinteilige Vermietung könne bei einer Fläche von insgesamt 6500 Quadratmetern nicht zu denken sein. Einen Mieter für die gesamte Immobilie mit einer entsprechenden Nutzung zu finden, gestalte sich hingegen äußerst schwierig. Interessenten gibt es nach Mitteilung der Amtsleiterin der Vermögensverwaltung mit zuständiger Dienststelle in Ludwigsburg keine. Eine Lösung, die nachhaltig sein soll, dies mit Einvernehmen der Stadt, wird für das Objekt gesucht.

Des Weiteren ist ebenfalls eine Bestandsaufnahme in puncto Denkmalschutz geplant. Sollten Schadstellen an und im in die Jahre gekommenen geschichtsträchtigen Gebäude auftreten, würden sofort hinreichende Maßnahmen angepackt, erklärte Raphaela Sonnentag im Gespräch. Unter Bewachung ist das Gebäude seit geraumer Zeit gestellt. Zuviel an Sachbeschädigungen und Müll sind auf der Vaihinger Schlosshöhe aufgetreten.

Das CJD Kaltenstein, so der aktuelle Name, ist weiter in Vaihingen präsent. Seit 1949 betreut der als gemeinnützig anerkannte Verein Jugendliche und Erwachsene im und rund um das Schloss. Schul-, Berufs- und Sozialpädagogik in Theorie und Praxis stehen im vielseitigen Angebot beim "Chancengeber", wie sich die Einrichtung in aktueller Zeit gerne bezeichnet.

Nach wie vor werden die in den 1980er Jahren vom CJD erbauten Häuser, die nach Stadtteilen Vaihingens benannt wurden, benutzt. Auch die Aula mit Küche und Cafeteria bleibt in der Nutzung, sie bietet unter anderem das Essensangebot für Schüler des Friedrich-Abel-Gymnasiums. Sie wurden in Erbbaupachtrecht vom CJD erstellt.

Aufrecht erhalten bleiben Angebote wie Kinderkrippe und Kindergarten, als "Schlosszwerge" benannt und beliebt, Wohngruppen und Ausbildungsstätten. Fachrichtungen sind Farbe, Holz, Metall und Gartenbau. Angeschlossen ist ebenfalls eine Sonderberufsfachschule. Sie schlägt eine Brücke zwischen Schule und Berufsausbildung. Rund 140 Jugendliche stecken momentan in der Berufsvorbereitung und Ausbildung.

Bundesweit betreut das Christliche Jugenddorf Deutschland mit Sitz in Ebersbach an der Fils etwa 150 Einrichtungen. Schloss Kaltenstein gilt als das Gründerhaus der Organisation.