Die Bürgergärtenbewegung (BGB) Vaihingen sieht sich beim Thema Gartenschaubewerbung den Schwarzen Peter zugeschoben. Dass sie die Pläne der Stadt zum Umbau des Enßle-Areals nicht unterstütze (die BZ berichtete) und einen Bürgerentscheid für den 18. März erzwungen hat, sieht sie nicht als schädigend für eine mögliche kleine Gartenschau oder eine Landesgartenschau. „Die Gegner der Bebauungspläne, also wir, bekommen den schwarzen Peter zugeschoben, als ob es von vornherein unser Ziel gewesen wäre, die Gartenschau gleich mit zu sabotieren“, klagt die BGB.  Dem sei aber keineswegs so. „Im Gegenteil: Wir von der BGB unterstützen die Gartenschaubewerbung durchaus“, schreibt die Initiative.

Gegenseitige Vorwürfe

Für die Gegner des geplanten Wohn- und Einzelhandelskomplexes, für den ein paar Bürgergärten weichen müssten, werden „zwei völlig voneinander unabhängige Dinge miteinander in Verbindung gebracht“. Dabei widersprächen sich die Pläne der Stadt viel eher: Denn eine Gartenschau suggeriere viel Grün, Parkanlagen, Wachstum. „Sie soll mit schönen Ausblicken reizen und verlocken. Nur wird dieses Versprechen nicht eingehalten werden, sollte die Stadt weiterhin grüne Flächen und historische Bebauung zugunsten von grauem Beton einebnen.“ Bürgermeister Gerd Maisch weist Widersprüche zwischen Gartenschau und Enßle-Areal in seinen Plänen ebenfalls zurück. „Wir nehmen 1700 von 35 000 Quadratmetern Grünfläche weg, erhalten aber einen großen Mehrwert“, sagte er jüngst der BZ.

Salami-Taktik?

Für die BGB wäre ein modernisierter Backsteinbau – die ehemalige Lederhandschuhfabrik – zu bevorzugen.  „Ein Gebäude mit einem ganz besonderen Charme, nach dem sich andere Städte alle zehn Finger lecken würden.“ Dazu passten die kleinen Gartenparadiese mit den hübschen Jugendstil-Gartenhäuschen nebenan, die sonst weichen müssten.

Groß ist bei der BGB auch die Sorge vor folgendem Szenario: „Was wäre denn, wenn im Enßle-Areal die von der Stadt gewünschten Wohn- und Geschäftsgebäude tatsächlich gebaut werden und die Gartenschaubewerbung abgelehnt wird?“ Die Initiative will wissen, wer dann garantiert, dass nicht „in Salami-Taktik“ immer mehr Bürgergärten verschwinden. Die Stadt ist dagegen der Überzeugung, die Argumente auf ihrer Seite zu haben. Mit der Umgestaltung des Enßle-Areals will sie eine neue Eingangssituation in die Innenstadt schaffen und so auch den Einzelhandel ankurbeln.