DISKUSSION Im Kirbachtal fehlt Gastronomie

RUDI KERN 03.09.2015
Am Rand des Pfarrscheuerfestes in Ochsenbach haben die Kirbachtal-Ortsvorsteher Holger Springer, Reiner Weiß und Volker Pertler am Sonntag Standdienst geschoben - und mit den Bürgern über die Kommunalpolitik gesprochen.

Unter dem Motto "Wein und Politik" erhoben am Sonntag die Ortsvorsteher von Spielberg, Ochsenbach und Häfnerhaslach zusammen mit den Bürgern die Gläser, gefüllt mit dem einheimischen Rebensaft der Weingärtnergenossenschaft. Bereits zum dritten Mal suchten Volker Pertler aus Spielberg, Reiner Weiß aus Ochsenbach und Holger Springer aus Häfnerhaslach das Gespräch mit der Bevölkerung zu kommunalpolitischen Themen. In Absprache mit der Weingärtnergenossenschaft Ochsenbach-Spielberg-Häfnerhaslach und angehängt an das Pfarrscheuerfest des Männergesangvereins Liederkranz Ochsenbach schenkte das Trio vor der Kelter aus. Seit drei Jahren ist dies bei den Ortsvorstehern aus dem oberen Kirbachtal Brauch.

Bevorzugt wurden am vergangenen heißen Sonntag kühler Weißwein oder Prosecco zur anregenden Unterhaltung. Den drei Kommunalpolitikern der Freien Wähler Sachsenheim wurde es jedenfalls bei ihrem siebenstündigen Einsatz nicht langweilig. "Es gestalteten sich viele nette und unterhaltsame Runden", zog Volker Pertler ein zufriedenes Fazit.

Vorherrschendes Thema war die Unterbringung von Asylbewerbern. Hier wollten etliche Bürger auf den neuesten Stand gebracht werden. Vor allem um das Gasthaus "Ochsen" in Spielberg drehten sich die Fragen. Die 100 Jahre alte Gaststätte stehe zum Verkauf und werde nicht abgerissen, so Pertler. Angemietet wird das Haus vom Landratsamt für die Unterbringung von Flüchtlingen (die BZ berichtete). Hierzu sollen laut Pertler lediglich ein Teil, Schlachthaus und Verkaufsraum, abgerissen werden. In entsprechender Bauweise sei auf dem Areal dann eine Erweiterung der Unterkunft vorgesehen.

Eine zufriedenstellende Abmachung, wie im Gespräch seitens Ortsvorsteher und Bürger zu entnehmen war. "Es wäre somit gewährleistet, dass das Gebäude wieder als Gaststätte genützt werden könnte, sollte sich die Asylproblematik wieder entschärfen", so Pertler. Schließlich fehle es in Spielberg an einer dauerhaft geführten gastronomischen Einrichtung. Dies sahen alle drei Ortsvorsteher so, dies sei auch in touristischer Hinsicht ein wichtiger Punkt.

Auch in Häfnerhaslach ist eine solche Dauereinrichtung seit längerer Zeit nicht mehr vorhanden. Alternativen stellten die Besenwirtschaften am Ort dar, so Holger Springer zum Thema Tourismus. Gerade für die Wochenenden und den Tagestourismus müsse mehr gemacht werden. Hier seien alle gefordert: Vereine und Einwohner, die entsprechende Angebote schaffen und die Verwaltung, die das Thema mehr "pushen" sollte, so Springer.

Auch die Entwicklung des Ortes hatten die Bürger ins Gespräch gebracht. Das Programm "Entwicklung Ländlicher Raum" für eine Umwandlung bestehender alter Gebäude zur Wohnnutzung werde in den Kirbachtalorten nicht so wahrgenommen, waren sich die drei Ortsvorsteher einig. Überdies sei es wegen der schrumpfenden Bevölkerungszahlen wichtig, die innerörtlichen Baulücken zu schließen. Neue Bauflächen zu erschließen, sei nach dem aktuellen Flächennutzungsplan schwierig geworden, so die Ortsvorsteher. Für den Ochsenbacher Reiner Weiß gab es zudem Fragen nach dem aktuellen Stand der Anbaumaßnahmen in der Sonnenberghalle zu beantworten. Im Rohbau fertig gestellt sind bereits zwei Abstellräume und Küche.