Die Wahlbeteiligung im Wahllokal im Hohenhaslacher Kindergarten „Unterm Weinberg“ war am Sonntagnachmittag noch sehr verhalten. „Bisher liegt sie bei 25 Prozent. Für mich als Wahlhelferin ist die Bürgermeisterwahl vergleichweise einfach, da es bei anderen Wahlen bei der Stimmenauszählung viel mehr zu tun gibt“, erklärt Carmen Pfleger, die in Sachsenheim seit 1985 als Wahlhelferin regelmäßig im Einsatz ist. Kuriose Begebenheiten hat sie in dieser langen Zeit noch nicht erlebt. Nur einmal musste sie einen Wähler aus dem Raum verweisen, weil er vor dem Urnengang lauthals über die einzelnen Kandidaten diskutierte.

Dieter Mollenkopf hat mit seiner Wahl des neuen Sachsenheimer Bürgermeisters viele Hoffnungen verknüpft. „Ich habe mich vorher ausführlich über die unterschiedlichen Bewerber informiert, aber ob ich tatsächlich richtig gewählt habe, wird sich erst hinterher herausstellen. Ich setze beim neuen Bürgermeister auf mehr Bürgernähe, und dass die Bürgerwünsche in den Reihen der Stadtverwaltung auch tatsächlich ernst genommen werden. Dazu gehören auch die Hohenhaslacher Themen wie ein neues Pflegeheim“, betonte der Hohenhaslacher, der mit einer Stichwahl zwischen zwei Kandidaten rechnete.

Dieses Wahlergebnis sah auch Dieter Hartmann aus Hohenhaslach als realistisch an. Er sah ebenfalls zwei Bewerber beim Rennen um den Chefsessel im Rathaus vorne. „Ich habe mich relativ leicht für einen Kandidaten entschieden. Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister ein guter Zuhörer ist und nicht nur gute Versprechen gibt. Er soll sich verstärkt für die Sachsenheimer Stadtteile und damit auch für Hohenhaslach einsetzen“, machte Hartmann deutlich. Hannelore und Armin Hess wünschten sich auch einen bürgernahen neuen Bürgermeister mit einem offenen Ohr für die Belange seiner Bürger. Die Bebauung und Flächenversiegelung dürfe nicht immer weiter voranschreiten, die Infrastruktur halte damit nicht Schritt. „Auch die Innenstadt in Sachsenheim hätte eine nachhaltige Belebung notwendig“, betonte das Ehepaar aus Hohenhaslach.

Auch im benachbarten Ochsenbach war die Wahlbeteilgung gestern Nachmittag noch sehr verhalten bei ebenfalls rund 25 Prozent. „Ich hoffe, dass ich richtig gewählt habe. Letztlich gab es nur zwei Kadidaten, meiner Meinung nach, die für das Amt geeignet waren. Der neue Bürgermeister muss vor allem Bürgernähe pflegen und die Eigenständigkeit der Sachsenheimer Stadtteile auch bewahren wollen“, erzählte Erika Schenk aus Ochsenbach, die sich ebenfalls eine schnelle Lösung beim erhöhten Durchgangsverkehr in ihrer Heimatgemeinde erhoffte.

Das war auch ein Ansinnen von Franz Simon, der zudem mehr Parkplätze in Großsachsenheims Innenstadt für dringend notwendig erachtete. Dies war auch die Meinung von Roland Stuber, ebenfalls aus Ochsenbach, der sich einen offenen, ehrlichen und bürgernahen neuen Bürgermeister wünschte. „Ich hoffe, ich habe richtig gewählt und beim Thema ‚Verkehr‘ in Ochsenbach wird etwas bewegt“, so Stuber.

Im Großsachsenheimer Wahllokal im Kulturhaus betrug die Wahlbeteiligung am Sonntagnachmittag ebenso rund 25 Prozent. Auch hier waren die befragten Bürger eindeutig der Meinung, dass der Wahlsonntag noch keinen Kandidaten zum Bürgermeister küren werde. Eine Stichwahl zwischen zwei Kandidaten, welche die meisten auch klar benennen konnten, war das Ergebnis, mit dem alle befragten Wähler rechneten. „Ich hoffe, dass der Kandidat, den ich gewählt habe, auch tatsächlich sein Bestes für die Stadt Sachsenheim gibt. Ich war lang hin- und hergerissen bei meiner Entscheidung“, berichtete Hildegard Schrickel aus Großsachsenheim. Petra Koller hingegen fiel die Wahl relativ leicht, denn sie hatte sich frühzeitig auf ihren Wunschkandidaten festgelegt. „Er muss die Probleme in der Innenstadt in Großsachsenheim anpacken und mehr für die Jugend in der Stadt tun“, forderte sie.

Zwei Kandidaten in der engeren Auswahl hatte Helmut Wörner aus Großsachsenheim. „Ich hoffe, dass ich den besten der beiden Kandidaten gewählt habe. Der neue Bürgermeister muss vor allem mehr für die Innenstadt unternehmen, die Parkplatzsituation verbessern und die maroden Straßen auf Vordermann bringen. Bürgernähe steht dabei über allem anderen beim Agieren des künftigen Bürgermeisters“, so Helmut Wörner.

Eike Fiedler aus Großsachsenheim forderte als begeisterter Fußballer, dass der neue Bürgermeister sich auch intensiv für die örtlichen Vereine einsetzt. Familie Furtwängler, die vor über 30 Jahren nach Großsachsenheim gezogen war, hatte auch einen Wunschkandidaten, war aber nicht der Meinung, dass dieser im ersten Wahlgang gewinnen werde. „Vor allem die Themen der Verkehrsbelastung und der Innenstadt-Belebung sollten auf der Agenda des neuen Bürgermeisters stehen“, unterstrichen die Furtwänglers. Dies erwartete auch Gerhard Schröer aus Großsachsenheim, der ebenso eine Stichwahl zwischen zwei Bewerbern vorhersagte.