Sachsenheim Wegen hoher Kinderzahlen: Mehr Klassen an den Schulen

Sachsenheim / Von Michaela Glemser 18.07.2018

Die Kinderzahlen in Sachsenheim steigen rapide. Deshalb hatten Verwaltung und Gemeinderat vergangenen Monat einen massiven Ausbau an Betreuungsplätzen in Kitas und Kindergärten – inklusive Neubauten – beschlossen (die BZ berichtete). In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden nun auch der Schulentwicklungsplan diskutiert.

Die Geburtenrate pro Frau ist gestiegen. Die Einwohnerzahlen haben sich ebenfalls deutlich erhöht. Gründe genug für die Vertreter der Sachsenheimer Stadtverwaltung, den in den Jahren 2015 und 2016 erstellten Schulentwicklungsplan fortzuschreiben und zu aktualisieren. Zur Seite standen der Stadt dabei die Experten der LBBW-Immobilien-Kommunalentwicklung, die bereits die zugrunde liegenden Plandaten erarbeitet hatten. Fachmann Jürgen Mühlbacher stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Zahlen vor. Vor allem die Zahl der Grundschüler wird sich in den kommenden Jahren in Sachsenheim deutlich erhöhen: von heute rund 715 auf 900 im Jahr 2026.

In den Eingangsklassen der Grundschulen werden aktuell 180 Schüler betreut, in fünf Jahren sollen es 200 sein. 2025 soll ein Spitzenwert von rund 240 Schülern erreicht werden. Danach werde sich der Wert bei 200 Mädchen und Jungen einpendeln. „Unsere Vorausrechnung aus den Jahren 2015 und 2016 sah für die Jahre nach 2020 nur 160 bis 170 Erstklässler vorher. Die steigenden Grundschülerzahlen bescheren der Gemeinschaftsschule in Großsachsenheim in den ersten vier Klassen bis zum Jahr 2025 ein Plus von ungefähr 35 Prozent“, machte Mühlbacher deutlich.

Statt einer Vierzügigkeit, wie 2015/2016 vorhergesagt, wird es wohl ab 2019 zu fünfzügigen Eingangsklassen in der Grundschule der Gemeinschaftsschule kommen. Auf diesen zusätzlichen Raumbedarf muss die Stadt zeitnah reagieren. „Es wäre aber falsch, den Umbau der Gemeinschaftsschule jetzt zu stoppen und neu zu überdenken. Wir werden innerhalb des Schulzentrums in Großsachsenheim nach Raumalternativen suchen“, erklärte Bürgermeister Horst Fiedler. Im Gegensatz dazu konnten die Fachleute die Übergangsquote in die Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule von prognostizierten 30 auf 20 Prozent senken, die jedoch nach dem Umbau wieder nach oben tendieren könnte.

Mit einer Übergangsquote von 35 Prozent soll die Eichwald-Realschule in Großsachsenheim in den kommenden Jahren bis zu 100 Schüler hinzugewinnen. Sagte der Schulentwicklungsplan 2015/2016 noch eine schwache Dreizügigkeit der Realschule mit zweizügigen Klassen vorher, geht der aktuelle Plan von einer kompletten Dreizügigkeit aus, bei der es in einzelnen Jahren sogar zu vier Klassen kommen könnte. „Die Eichwald-Realschule wird sich damit deutlich positiver entwickeln als bislang angenommen“, betonte Jürgen Mühlbacher. Dreizügig soll sich auch das Lichtenstern-Gymnasium entwickeln, an dem im Schuljahr 2023/2024 650 bis 670 Schüler unterrichtet werden sollen.

Auch an der Grundschule in Kleinsachsenheim werden die Schülerzahlen nach oben gehen. Waren die bisherigen Plandaten von einer schwachen Zweizügigkeit ausgegangen, soll diese nach den aktualisierten Daten sicher erreicht werden und 2023 sogar auf drei Eingangsklassen anwachsen. An der Kirbachschule in Hohenhaslach sollen die Zahlen der Erstklässler von heute 42 auf 55 im Jahr 2021 ansteigen. 2022 könnte es dann kurzzeitig nur zu einer ersten Klasse kommen.

In den folgenden Jahren soll die Zweizügigkeit wieder fortbestehen, wenn auch mit weniger Schülern als heute. „Die Zweizügigkeit in der Grundschule der Kirbachschule gilt jetzt als gesichert, während sie beim Plan 2015/2016 noch schwankte. An der Werkrealschule gehen wir von einer stabilen Einzügigkeit aus“, unterstrich Planer Mühlbacher. Für das kommende Schuljahr 2018/2019 sind sogar 36 Kinder für die fünften Klassen angemeldet und für die zehnte Klasse 30 Schüler, sodass eine Zweizügigkeit an der Werkrealschule in Hohenhaslach ausnahmsweise genehmigt wurde.

Vorantreiben wollen die Gemeinderäte den Ausbau der Ganztagsgrundschule, wobei den Eltern die Wahl bleiben soll, auch die kommunale Schulkindbetreuung in Anspruch zu nehmen. Im Rahmen der Sanierung der Kirbachschule soll die Einführung der Ganztagsgrundschule als Option geplant werden.

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