Sachsenheims Innenstadt kämpft um ihre Attraktivität. Einen Vorstoß, um mehr Leben in die Geschäfte zu bringen, hat nun der BdS gewagt: Neue Gutscheine im Scheckkarten-Format sollen die Kaufkraft steigern. Der Einkaufsgutschein Sachsenheim ist in vielen Geschäften einlösbar. Auch aus dem Kirbachtal sind einige Unternehmen, vornehmlich Restaurants, dabei.

Die Idee: Wer nicht weiß, was er schenken soll, greift auf die Gutscheinkarte zurück. Und damit die nicht beim großen Einkaufszentrum im Nachbarort geholt werden muss, hat Sachsenheim nun sein eigenes System: Im Bürgerservice im Äußeren Schlosshof in Großsachsenheim können Karten für 5, 10, 25 und 44 Euro gekauft und dann in mehr als 50 Geschäften eingelöst werden. Wo das geht, zeigt der beiliegende Flyer. „Es sind aber mittlerweile schon wieder Firmen dazugekommen“, betont Ronny Wünderlich vom Bund der Selbstständigen (BdS), Vater der Gutscheinkarten.

Ein simpler Durchbruch

Dem Sachsenheimer Architekten ist der Durchbruch beim Thema gelungen. „Wir haben das ja schon viele Jahre diskutiert, aber nicht das passende System gefunden“, betont Konrad Buck, Vorsitzender des BdS. Zu kompliziert – und dann zu kostspielig – waren die Formate. Wünderlich brachte dann die Idee einer Scheckkarte, wie sie in ähnlicher Form beispielsweise Bietigheim-Bissingen (siehe Infobox) hat. Die Sachsenheimer Mehrweg-Version macht nun zwar optisch etwas her und ist dank Sicherheitsmerkmalen relativ fälschungssicher, ist aber ganz analog zu bedienen: Sie wird gekauft, eingelöst und landet dann wieder beim  Bürgerservice. „Gebrauchstauglich“, nennt Wünderlich, der die Idee mit Melanie Perrotta umgesetzt hat, das. „Wir wollen damit die Lebendigkeit, die Attraktivität der Stadt steigern“, betont er.

800 Einkaufsgutscheine hat der BdS drucken lassen. „Bei Bedarf können wir aber schnell nachproduzieren“, betont Wünderlich. Eigentlich sollte die Aktion bereits im Frühsommer starten (die BZ berichtete). Doch die Abstimmung – auch mit der Stadt – dauerte länger. „Das betrifft ja bei uns verschiedene Abteilungen“, betont Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich. Dafür steht jetzt ein System, mit dem alle zufrieden sind. „Wir haben jahrelang an diesem Thema rumgemacht, da kommt es auf ein paar Monate auch nicht an“, meint Buck.

Die Kosten haben vier Sponsoren übernommen, die dafür auf den Rückseiten der Karten abgedruckt sind. Und die nächsten „stehen schon Schlange, da brauchen wir uns keine Sorgen machen“, freut sich Buck, „da waren eher welche sauer, dass sie nicht zum Zug gekommen sind.“ Dass der BdS einen Gutschein für 44 Euro anbietet, hat folgenden Grund: Maximal diesen Betrag können Unternehmen ihren Mitarbeitern monatlich  steuerfrei zur Verfügung stellen, erklären die Macher. Sie hoffen, dass sich so auch die eine oder andere Firma im größeren Umfang beteiligt und dadurch auf einen Schlag viel Kaufkraft gehalten wird.

Hoher Umsatz in Bietigheim-Bissingen


Ein ähnliches Gutschein-System wie in Sachsenheim hat Bietigheim-Bissingen schon seit 2011. Dort läuft es „sehr gut“, wie Sprecherin Anette Hochmuth mitteilt. Gutscheine für 70 000 Euro seien 2018 verkauft worden. 2017 waren es 60 000, 2016 noch 50 000 Euro. Die Verwaltung bewirbt die Aktion regelmäßig, auch in den sozialen Medien. msc