Um kurz nach 8:30 Uhr leerte der Sachsenheimer Kämmerer Lars Roller in seiner Funktion als Wahlvorstand am Montagvormittag die große Urne mit allen abgegebenen Stimmzetteln für die Ergänzungswahl zum Ortschaftsrat in Häfnerhaslach. 244 der stimmberechtigten insgesamt 556 Wähler des Sachsenheimer Stadtteils haben von ihrem Stimmrecht auch tatsächlich Gebrauch gemacht, um die noch offenen drei Sitze im Ortschaftsrat zu besetzen. Stimmenkönig unter den fünf Kandidaten wurde Peter Neumann von der Liste der Freien Wähler mit insgesamt 161 Stimmen.

Das öffentliche Interesse an der Stimmenauszählung im Gebäude des Zentralen Services der Stadtverwaltung war gering. Neben den sechs Mitarbeitern des Stadtverwaltung um Wahlvorstand Roller, die für die eigentliche Auszählung zuständig waren, beobachteten noch die Mitglieder des Gemeindewahlausschusses sowie Gemeinderat Günter Dick die einzelnen Schritte. „Zunächst zählen wir die Briefwahlunterlagen. 58 Stimmzettel wurden per Briefwahl eingereicht“, erläuterte Roller, der mit seinen Mitarbeitern die Briefwahlunterlagen zweimal von Hand zählte, um keinen Fehler zu machen.

Die gültigen Stimmzettel der Briefwahl kamen zu den am Wahlsonntag im Wahllokal in der Verwaltungsstelle Häfnerhaslach abgegebenen Stimmbögen, die abermals gezählt wurden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die einzelnen Wählerlisten noch in den Kuverts der Stimmzettel, denn erst in einem nächsten Schritt, wurden jeweils alle Listen einem Briefumschlag entnommen und zusammengeheftet. „Das läuft eigentlich alles immer in einer bestimmten Reihenfolge ab. Unser Rat ist gewöhnlich nur gefragt, wenn ein Stimmzettel später bei der Auswertung zweifelhaft ist und entschieden werden muss, ob dieser als gültig oder ungültig gezählt werden soll“, erklärte Uwe März, der auch bei den Kommunalwahlen im Mai 2019 Mitglied des Gemeindewahlausschusses war.

Damals hatten sich nur fünf Kandidaten für den Ortschaftsrat in Häfnerhaslach aufstellen lassen. Für ein vollständiges Gremium im Sachsenheimer Stadtteil sind aber mindestens sechs Mitglieder nötig, acht Sitze sind sogar eigentlich vorgesehen. Daher wurde eine Ergänzungswahl für den 12. Januar 2020 angesetzt, bei der letztlich fünf Bewerber um die offenen drei Sitze kämpften. Die Häfnerhaslacher Wähler selbst hatten jeweils drei Stimmen, die sie auf unterschiedliche Kandidaten vergeben oder auch nur auf einen oder zwei aufteilen konnten. „Dies war jedoch vielen Wählern nicht klar, sodass es am Sonntag vor Ort im Wahllokal immer wieder Nachfragen gab, wie viele Stimmen jetzt eigentlich vergeben werden könnten“, bemerkte Silke Deuschel, stellvertretende Teamleiterin vom Fachbereich „Bürgerservice, öffentliche Sicherheit & Ordnung“, die sowohl am Sonntag im Wahllokal als auch bei der Stimmenauszählung mithalf. Der Großteil des insgesamt elf ungütigen Stimmzettel war schließlich auch deshalb nicht zu werten, weil die Wähler zu viele Stimmen vergeben hatten.

Die eigentliche Auszählung der insgesamt 699 gültigen Stimmen erfolgte mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms, in welches die beiden Zählgruppen mit je drei Mitarbeitern die einzelnen Stimmen eingaben. Jeder Stimmzettel erhielt dabei eine eigene Laufnummer, um bei späteren Unstimmigkeiten alles nochmals genau überprüfen zu können. Die Wahlbewerber waren bei der Stimmauszählung lediglich „Nummern“, um den ganzen Prozess etwas zu vereinfachen. „Bewerber 101 eine Stimme, Bewerber 201 eine Stimme und Bewerber 301 eine Stimme“, las ein Mitglied einer Zählgruppe laut einen Stimmzettel vor, während die Kollegin die Stimmen in den Computer eingab und wieder ein anderer Mitarbeiter die Laufnummer auf dem Stimmzettel notierte. Auch Bürgermeister Holger Albrich schaute bei der Stimmauszählung vorbei und erkundigte sich nach dem ordnungsgemäßen Verlauf. Bereits nach 30 Minuten waren alle Stimmzettel bearbeitet, und Wahlvorstand Roller konnte das vorläufige Endergebnis ausdrucken.

Die meisten Wählerstimmen mit insgesamt 161 erhielt Peter Neumann von der Liste der Freien Wähler. Knapp dahinter mit 155 Stimmen kam Hans-Peter Fritsche von der Grünen Liste Sachsenheim (GLS). Die meisten Stimmen auf der Liste der CDU konnte mit insgesamt 125 Kandidat Maximilian Stuber für sich verbuchen. Gewählt ist, wer auf jeweils einer der drei eingereichten Kandidatenlisten die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Claudia Volk auf der Liste der Freien Wähler erzielte mit 138 Stimmen auch einen guten Wahlerfolg und darf sich noch Hoffnungen auf einen Sitz im Ortschaftsrat machen. Der bisherige Ortsvorsteher Holger Springer möchte aus beruflichen Gründen von seinem Ehrenamt im Ortschaftsrat zurücktreten und ein Nachrücker wird gesucht werden. Alfred Koch, der ebenso auf der Liste der CDU kandidierte, konnte 120 Wählerstimmen für sich gewinnen. Die Mitglieder des Gemeindewahlausschusses trafen sich am Montagabend nochmals, um das Wahlergebnis offiziell zu bestätigen.

Peter Neumann ist Stimmenkönig


Die meisten Wählerstimmen mit insgesamt 160 erhielt Peter Neumann von der Liste der Freien Wähler. Knapp dahinter mit 154 Stimmen kam Hans-Peter Fritsche von der Grünen Liste Sachsenheim (GLS). 137 Wählerstimmen konnte Claudia Volk ebenfalls von der Liste der Freien Wähler auf sich vereinigen.

Aber auch noch der nachfolgende Kandidat Maximilian Stuber von der Liste der CDU mit 125 Stimmen darf sich Hoffnungen auf einen Sitz im Ortschaftsrat von Häfnerhaslach machen, da der bisherige Ortsvorsteher Holger Springer aus beruflichen Gründen von seinem Ehrenamt im Ortschaftsrat zurücktreten möchte und ein Nachrücker gesucht werden wird.
Alfred Koch, der ebenso auf der Liste der CDU kandidierte, konnte 120 Wählerstimmen für sich verbuchen.

Die Mitglieder des Gemeindewahlausschusses trafen sich am Montagabend nochmals, um das Wahlergebnis offiziell zu bestätigen. mig