Finanzen Grund: Keine neuen Erlöse bis 2020

Sachsenheim / Mathias Schmid 12.01.2017

Rund 6,2 Millionen Gewinn erwartet der Leiter Finanzen, German Thüry, für die Stadt Sachsenheim in diesem Jahr aus Grundstücksverkäufen. Danach ist diese Quelle erst mal versiegt. „Es ist nicht der Fall, dass es in Sachsenheim nicht weitergeht“, macht Bürgermeister Horst Fiedler klar. Doch spurlos vorbei geht es an der Stadt auch nicht.

So ist in der Finanzplanung bis 2020 vorgesehen, dass die Rücklagen von derzeit zehn Millionen auf das vorgeschriebene Minimum von 950 000 Euro schrumpfen. „Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass es sehr viele investive Maßnahmen gibt, die wir bezahlen müssen. Wenn da nicht jedes Jahr mehrere Millionen durch Grundstückserlöse reinkommen, macht sich das natürlich bemerkbar“, so Thüry. Deshalb meint er auch zu neuen Grundstückserlösen: „Es ist jetzt unsere Aufgabe, zu überlegen, wo und in welchem Umfang etwas zu realisieren ist.“

Keine Gelder bis 2020

Allerdings: Im derzeitigen Finanzierungszeitraum bis 2020 wird es wohl kein Geld aus neuen Wohngebieten geben. „Auch wenn man das jetzt anstöße, würde das zu lange dauern“, erläutert Thüry. Denn meist gehörten die Grundstücke zumindest teilweise nicht der Gemeinde. „Wir werden aber sicher in den nächsten Jahren weitere Wohngebiete ausschreiben“, so Fiedler. Die Stadt sei bereits dabei, neue Gebiete zu entwickeln.

Der Bürgermeister sieht es aber nicht nur unter dem finanziellen Aspekt. „Unser vorrangiges Ziel ist es, die Wohnungsnot zu lindern“, betont er. Schließlich ist Sachsenheim Wohnungsschwerpunkt im Regionalplan. Und hat daher sogar die Pflicht, neue Baugrundstücke in neuen Baugebieten auszuweisen und vorzuhalten. Im Regionalplan heißt es: „Die Siedlungsentwicklung ist bevorzugt auf die Infrastruktur des ÖPNV entlang der Achsen und in Schwerpunkten auszurichten und abzustimmen.“

Große Kreisstadt weit entfernt

Dass Sachsenheim in absehbarer Zeit zur großen Kreisstadt aufsteige, brauche aber niemand hoffen – oder befürchten. „Davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Das ist auch kein strategisches Ziel. Wir wollen gesund wachsen, aber für mich persönlich ist das kein Ziel“, betont Fiedler, der zu wissen glaubt, dass es auch nicht im Sinne der Gemeinderäte ist. Und immerhin fehlen dafür ja auch noch rund 2000 Einwohner, sprich zehn Prozent der jetzigen Bevölkerung. „Das hört sich wenig an, sind aber viele Wohneinheiten. Das ist die Größenordnung Hohenhaslachs“, verdeutlicht Bürgermeister Fiedler.