Dass Porsche im Eichwald erweitert ist sicher. Schon 2007 sicherte sich der Zuffenhausener Automobilhersteller eine rund zehn Hektar große Optionsfläche im Nordwesten des Gebiets. Vor rund einem Jahr nun wurde bekannt, dass dort ein Entwicklungszentrum entstehen soll, in dem Prototypen des E-Porsche Taycan gefertigt werden sollen. Nach Einwänden und Anmerkungen der Kommunen hat die Verwaltung des Zweckverbands nun den Bebauungsplan modifiziert. Der Sachsenheimer Gemeinderat hat den Entwurf nun mehrheitlich beschlossen. Baubeginn könnte noch dieses Jahr sein.

Gebaut wird am Waldrand

Rund 2,5 der insgesamt 10 Hektar großen Optionsfläche wird Porsche zunächst für sein Entwicklungszentrum bebauen. Das Gebäude wird dabei nicht an das bestehende Ersatzteillager, sondern in Richtung Westen an den Wald gebaut. Steffen Schurr, Geschäftsführer des Zweckverbands, erklärt: Es sei noch völlig offen, welche Teile der weiteren Fläche Porsche für den Logistik-Bereich oder für einen Ausbau des Entwicklungszentrums benötige. Deshalb werde in der Mitte freigelassen, um von beiden Seiten erweitern zu können.

In der gewichtigsten der vier Kommunen im Zweckverband Eichwald gab es nur von der Grünen Liste (GLS) ein – geschlossenes – Nein zu den Plänen. „Das Gebäude rückt bis aufs äußerste Maß an den Wald heran“, meinte Fraktionschef Günter Dick zu den nur noch 15 bis 20 Metern Abstand zu den Bäumen. Zum Naturdenkmal Märzental (Feldgehölz) sei es sogar noch weniger. „Damit ist automatisch die Tür geöffnet, dass zukünftige Flächen ebenfalls an das Naturdenkmal heranrücken“, befürchtete Dick mit Blick auf die ehemalige Landebahn auf der Südseite des Gewerbeparks. Schurr meinte dazu: „Wir haben das mit den Behörden abgestimmt und denken, dass wir weit genug weg sind.“ Auch Sersheims Bürgermeister Jürgen Scholz sagte auf BZ-Nachfrage: „Aus unserer Sicht gibt es da kein Konfliktpotenzial.“

Diskutiert wurde auch das Thema Parkplätze. Ralf Nägele (Freie Wähler) appellierte an die Verwaltung: „Ich bitte, auf Porsche einzuwirken, dass hier nicht wieder Parkplätze auf der ebenen Fläche gebaut worden. Porsche hat bereits Parkplätze. Es kann nicht mehr nur auf Profit geschaut werden.“ Er forderte, entweder die bestehenden ebenerdigen Parkplätze aufzustocken oder zumindest neue Parkmöglichkeiten platzsparend mehrstöckig zu bauen. Schurr bestätigte, dass man mit Porsche hier entsprechende Vereinbarungen getroffen habe. Im ersten Schritt soll aber noch einmal ein ebenerdiger Parkplatz entstehen.

Im westlichen Bereich, also dort, wo jetzt gebaut werden soll, ist die maximale Gebäudehöhe auf 25 Meter festgeschrieben. Im östlichen Bereich der Porsche-Optionsfläche darf bis zu 30 Meter hoch gebaut werden. 70 Prozent der Dachflächen müssen zudem begrünt werden. Positiv aufgenommen wurde auch, dass im Zuge der Erweiterung der Radweg bis nach Sersheim durchgeführt werden soll.

Erschlossen werden soll der neue Bereich über eine Straße westlich des sogenannten Porsche-Hügels. Im Gegensatz zu den beiden bisherigen Kreuzungen im Eichwald soll aber hier keine Ampelanlage, sondern ein Kreisverkehr entstehen. Das hatten vor allem die beiden kleinen Verbandskommunen, Oberriexingen und Sersheim gefordert. Diese sind laut Stellungnahme der Ansicht, dass die bestehenden Ampelkreuzungen nicht sonderlich gut funktionieren. „Es gab durchaus Diskussionen, auch intern“, betont der Verbands-Geschäftsführer. Ein Gutachter hätte beiden Varianten eine ähnliche Leistungsfähigkeit attestiert. „Der Kreisverkehr ist sogar einen Tick besser“, so Schurr. Bei den Themen Kosten und Fläche schneide der Kreisel nur unwesentlich schlechter ab.

Potenzielle Verkehrsströme


Anlässlich der Porsche-Erweiterung hat der Zweckverband auch neue Verkehrsuntersuchungen durchgeführt. Für das jetzt geplante Entwicklungszentrum wird von 142 zufahrenden und 18 ausfahrenden Autos in der Stoßzeit zwischen 7 und 8 Uhr morgens sowie 121 Zu- und 20 Ausfahrten in der nachmittäglichen Spitzenzeit zwischen 16.30 und 17.30 Uhr ausgegangen.

Auch für die Zukunft bis 2035 wurden potenzielle Zahlen erhoben. Diese sind aber laut Eichwald-Geschäftsführer Stefen Schurr mit Vorsicht zu genießen. Eingerechnet sind hier der Vollausbau der Porsche-Optionsfläche, der Breuninger-Vollausbau auf der Südseite sowie eine potenzielle, noch nicht geplante Erweiterung im Süden in Richtung Naturdenkmal ehemalige Landebahn. Am stärksten belastet wäre demnach der Knotenpunkt L1141/L1125 (Kreuzung Großsachsenheim/Oberriexingen) mit jeweils knapp 2600 Autos in der vormittäglichen und nachmittäglichen Spitzenzeit.

Ursprünglich war der Zweckverband von etwas höheren Zahlen ausgegangen. diese wurden aber von Porsche nach unten korrigiert. msc