Schwerpunkt Frankreich Französisch lässt in Schulen nach

Anja Engelberg ist Französischlehrerin am Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim. Mit den Schülern in den unteren Klassen singt sie französische Lieder, sie spielen Sketche und mehr. Später lässt das Interesse der Schüler nach und Englisch wird wichtiger.
Anja Engelberg ist Französischlehrerin am Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim. Mit den Schülern in den unteren Klassen singt sie französische Lieder, sie spielen Sketche und mehr. Später lässt das Interesse der Schüler nach und Englisch wird wichtiger. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Von Michaela Glemser 07.07.2018

Sie liebt das Land, seine Kultur und seine Menschen. „Frankreich hat viel zu bieten, und die französische Sprache ist ein Türöffner zur Verständigung mit den Menschen vor Ort“, schwärmt Anja Engelberg, Lehrerin für Französisch und Deutsch am Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim. Die engagierte Pädagogin weiß aber auch, dass die Sprache aus dem Nachbarland häufig ein schlechtes Image genießt. Französisch gilt als schwer in der Aussprache, seine Grammatik hat den Ruf, sehr kompliziert zu sein und beim Schreiben muss an die unterschiedlichen Akzente auf den Buchstaben gedacht werden. „In den unteren Klassen ist die Begeisterung für die französische Sprache noch größer. Wir singen gerne gemeinsam, spielen Sketche oder kleine Theaterstücke. In der Mittelstufe sinkt die Beliebtheit schließlich, weil in der Lebenswelt der Jugendlichen die englische Sprache einfach viel präsenter ist. In der 10. Klasse wählen viele Schüler Französisch ab und entscheiden sich dafür, in Englisch Abitur zu machen“, erläutert Anja Engelberg.

Seit zwei Jahren gibt es am Lichtenstern-Gymnasium die Möglichkeit, in der sechsten Klasse zwischen Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache neben dem Englischen zu wählen. „Am Anfang haben sich viele Schüler für Latein entschieden. Aktuell herrscht eher ein ausgeglichenes Verhältnis der Schülerzahlen in Latein und Französisch, und im kommenden Schuljahr wird es sogar wieder mehr Schüler im Französischunterricht als im Lateinunterricht geben“, schildert Anja Engelberg.

Schüleraustausch

In der neunten Klasse haben die Schüler, welche die französische Sprache am Lichtenstern-Gymnasium lernen, sogar die Möglichkeit, an einem Austauschprogramm mit der Partnerschule „Collège de Corsier-sur-Vevey“ am Genfer See teilzunehmen. Schließlich ist der Kontakt mit Gleichaltrigen aus dem Nachbarland immer noch die beste Lernmotivation. „Viele Jugendliche haben einfach zur englischen Sprache mehr Zugang. Sie hören englische Lieder und schauen sich Videos in dieser Sprache an. Als in der Grundschule in Kleinsachsenheim noch der Austausch mit Sachsenheims Partnerstadt Valréas stattfand, war Französisch in der sechsten Klasse auch noch begehrter“, erläutert Anja Engelberg. Dass Sachsenheim in Frankreich eine Partnerstadt hat und oft Franzosen in der Gemeinde zu Besuch sind, ist für die Wahl der Schüler, nach Angaben von Anja Engelberg kaum ausschlaggebend.

Auch deutschlandweit zeigt sich der Trend, dass Französisch vor allem in der Mittel- und Oberstufe bei den Schülern weniger populär ist. Häufig läuft der Sprache das Spanische als zweite Fremdsprache den Rang ab. An der Eichwald-Realschule im Sachsenheimer Schulzentrum lässt sich dies allerdings nicht bestätigen, denn dort sind die Schülerzahlen, die sich für Französisch entscheiden, seit Jahren stabil.

Wer in der sechsten Klasse Französisch lernt, kann dies in der siebten Klasse zum Hauptfach wählen und hat damit auch die Möglichkeit, an Ausflügen ins Nachbarland teilzunehmen, um die Sprachkenntnisse zu vertiefen. So fahren die Realschüler beispielsweise nach Straßburg. Als Alternativen zu Französisch können die Mädchen und Jungen an der Eichwald-Realschule in der siebten Klasse auf den Technikzweig oder die „Alltagskultur-Ernährung-Soziales“-Schiene (AES) setzen. „Wer Frankreich und seine Menschen wirklich richtig kennenlernen will, der sollte die französische Sprache lernen. Sie ist einfach toll und auch Amtssprache in vielen anderen Ländern“, macht Lehrerin Anja Engelberg Werbung für ihr Fach.

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